DGUV Information 212-139 - Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen (D...

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Abschnitt 2, 2 Welchen Gefährdungsstufen kann eine allein ar...
Abschnitt 2
Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen (DGUV Information 212-139)
Titel: Notrufmöglichkeiten für allein arbeitende Personen (DGUV Information 212-139)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-139
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Welchen Gefährdungsstufen kann eine allein arbeitende Person ausgesetzt sein?

Um die Gefährlichkeit der Tätigkeiten von allein arbeitenden Personen beurteilen zu können, muss auch die Handlungsfähigkeit der Personen nach einem möglichen schädigenden Ereignis betrachtet werden. Hierzu hat sich eine Einteilung in die nachfolgenden Gefährdungsstufen bewährt:

GefährdungsstufenMögliche Verletzungsschwere und Handlungsfähigkeit
geringGefährdungsfaktoren, die bei der allein arbeitenden Person geringe Verletzungen bzw. geringe akute Beeinträchtigungen der Gesundheit bewirken können.
Die Person bleibt handlungsfähig.
erhöhtGefährdungsfaktoren, die bei der allein arbeitenden Person erhebliche Verletzungen bzw. erhebliche akute Beeinträchtigungen der Gesundheit bewirken können.
Im Notfall bleibt die Person eingeschränkt handlungsfähig.
kritischGefährdungsfaktoren, die bei der allein arbeitenden Person besonders schwere Verletzungen bzw. besonders schwere akute Beeinträchtigungen der Gesundheit bewirken können.
Im Notfall ist die Person nicht mehr handlungsfähig.

Tabelle 1 Einteilung nach Gefährdungsstufen

Die nachfolgende Auflistung stellt beispielhaft eine Zuordnung von Gefährdungsstufen zu verschiedenen Tätigkeiten dar; insofern dient sie in erster Linie einer Groborientierung. Die exakte Zuordnung ergibt sich aus der individuellen Gefährdungsbeurteilung. In der Gefährdungsbeurteilung ist das branchenspezifische Unfallgeschehen mit der einhergehenden Verletzungsschwere zu berücksichtigen.

Beispielhafte Darstellung von Tätigkeiten und Zuordnung möglicher Gefährdungsstufen

Allgemeines tätigkeitsbezogenes Gefährdungspotential, zum Beispiel:Gefährdungsstufen
Verkehrsleittechnik erhöht 
Aufzugsmontage/-instandhaltung  kritisch
Benutzung von PSA gegen Absturz erhöht bis kritisch
Betreiben einer Chemieanlagegering bis kritisch
Binnenschifffahrt Bootsverleihgering  
Binnenschifffahrt Gefahrstoffumschlag  kritisch
Binnenschifffahrt Güterschifffahrt erhöht 
Dacharbeiten erhöht 
Handelsvertretung, Haustürverkaufgering  
Hausmeisterservice Baumpflegearbeiten  kritisch
Hausmeisterservice Heizungsreparatur erhöht 
Hausmeisterservice Kontrollganggering  
Instandhaltung von Maschinengering bis kritisch
Kinderbetreuunggering  
Kioskverkauf nachts erhöht 
Kioskverkauf tagsübergering  
Kraftfutterwerk, Instandhaltungsarbeiten an Anlagen  kritisch
Kraftfutterwerk, Rundgang und Probenahme erhöht 
Kraftfutterwerk, Überwachungstätigkeiten in der Schaltwartegering  
LKW-Fahrt Gefahrguttransport erhöht 
LKW-Fahrt Werksverkehrgering  
LKW-Fahrt Werttransport  kritisch
Pflegeeinrichtungen, z. B. Nachtwachegering bis erhöht 
Pflege, ambulantgering bis erhöht 
Notaufnahme Krankenhaus erhöht bis kritisch
Reinigungsfachkräftegering  
Spezielle Sozialarbeit, z. B. Jugendhilfe erhöht 
Taxifahrten, Kurierfahrten erhöht 
Taxifahrten, Nachtschicht, z. B. in gefährlichen Stadtvierteln  kritisch
Taxifahrten, Tagesschicht im Landkreisgering  
Wachdienste/Empfangsbereichgering  
Wachdienste/Revierdienst erhöht 

Tabelle 2 Beispielhafte Darstellung von Tätigkeiten und Zuordnung möglicher Gefährdungsstufen