DGUV Information 203-039 - Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen ...

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Abschnitt 4, 4 Begriffsbestimmungen
Abschnitt 4
Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen (LWKS) (bisher: BGI 5031)
Titel: Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen (LWKS) (bisher: BGI 5031)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-039
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4 – 4 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser BG-Information werden folgende Begriffe definiert:

  1. 1.

    Befähigte Person zur Prüfung eines LWLKS ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung im Umgang mit LWLKS und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung von LWLKS verfügt. Sie muss ferner auch mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und allgemein anerkannten Regeln der Technik vertraut sein.

    In der Regel müssen LWLKS nur bei der Inbetriebnahme, Wartung oder bei einem Fehler geprüft werden. Die Prüfung und Instandsetzung von LWLKS wird durch speziell geschultes, unterwiesenes und befähigtes Personal durchgeführt.

    Anmerkung:

    Eine Schulung zum Laserschutzbeauftragten (LSB) reicht im Allgemeinen nicht aus, da hier die speziellen Fachkenntnisse über die Tätigkeit oft nicht vermittelt werden.

  2. 2.

    Gefährdungsgrade

    Neben der Laserklasse, die ein Maß für die potenzielle Schädigungsmöglichkeit durch "freie" Laserstrahlung ist, werden speziell für die besonderen Bedingungen bei LWLKS Gefährdungsgrade zur Risikoermittlung eingeführt, da die im LWL geführte Laserstrahlung nur unter bestimmten Umständen austritt.

    Der Gefährdungsgrad beruht auf dem optischen Strahlungspegel, der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen, z.B. bei einem Lichtwellenleiterbruch oder beim Öffnen eines Steckverbinders, zugänglich werden könnte. Er steht in engem Zusammenhang mit der Laser-Klassifikation nach DIN EN 60825-1.

    Die Schutzmaßnahmen ergeben sich jedoch nicht "automatisch" - wie bei den Laserklassen - aus dem Gefährdungsgrad, sondern erst im Zusammenhang mit der kategorisierten Zugänglichkeit (siehe Nummern 3 bis 12) des jeweiligen "Standorts".

    Ebenfalls anders als bei der Klassifizierung von Lasereinrichtungen, basiert die Zuordnung der Gefährdungsgrade auf derjenigen Laserleistung, die nach einer gewissen Zeitspanne - z.B. nach dem Öffnen eines Steckverbinders - zugänglich wird. Vorhandene automatische Leistungsverringerungen werden also berücksichtigt.

  3. 3.

    Gefährdungsgrad 1 gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen kein Zugang zu Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 1 möglich ist.

  4. 4.

    Gefährdungsgrad 1M gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen kein Zugang zu Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 1 möglich ist, wobei der Strahlungspegel mit den Messbedingungen für Lasereinrichtungen der Klasse 1M gemessen wird (siehe DIN EN 60825-1).

    Anmerkung:

    Falls der anzuwendende Grenzwert für den Gefährdungsgrad 1M größer als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 2 oder 3R ist, aber kleiner als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 3B, dann wird der Gefährdungsgrad 1M vergeben.

    Vereinfachend gilt:

    Gefährdungsgrad 1M ist sicher für das "unbewaffnete" Auge aber gefährlich bei der Benutzung optischer Instrumente. Die korrigierende Brille ist für den Benutzer kein optisches Instrument, da sie nur die Fehlsichtigkeit korrigiert.

  5. 5.

    Gefährdungsgrad 2 gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen keine zugängliche Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 2 auftreten wird.

  6. 6.

    Gefährdungsgrad 2M gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen keine zugängliche Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 2 auftreten wird, wobei der Strahlungspegel mit den Messbedingungen für Lasereinrichtungen der Klasse 2M gemessen wird (siehe DIN EN 60825-1).

    Anmerkung:

    Falls der anzuwendende Grenzwert für Gefährdungsgrad 2M größer als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 3R ist, aber kleiner als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 3B, dann wird der Gefährdungsgrad 2M vergeben.

  7. 7.

    Gefährdungsgrad 3R gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen keine zugängliche Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 3R auftreten wird.

    Anmerkung:

    Falls der anzuwendende Grenzwert für Gefährdungsgrad 1M oder 2M größer als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 3R ist, aber kleiner als der Grenzwert für den Gefährdungsgrad 3B, dann wird der Gefährdungsgrad 1M oder 2M vergeben.

  8. 8.

    Gefährdungsgrad 3B gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen keine zugängliche Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 3B auftreten wird.

  9. 9.

    Gefährdungsgrad 4 gilt für jede zugängliche Stelle eines LWLKS, an der unter vernünftigerweise vorhersehbaren Umständen zugängliche Strahlung über den Grenzwerten der Klasse 3B auftreten könnte.

    Anmerkung:

    Dieser Gefährdungsgrad ist nach der DIN EN 60825-2 nicht erlaubt. Die Übertragung von Laserleistungen der Klasse 4 ist jedoch zulässig, sofern diese Leistung nicht zugänglich werden kann.

  10. 10.

    Standort mit kontrolliertem Zugang ein Standort, bei dem der Zugang nur für befugte Personen mit einer ausreichenden Lasersicherheitsunterweisung möglich ist.

    Dies kann durch technische oder organisatorische Maßnahmen realisiert werden.

  11. 11.

    Standort mit eingeschränktem Zugang ein Standort, bei dem der Zugang für die Öffentlichkeit durch organisatorische oder technische Maßnahmen verhindert wird, bei dem aber der Zugang durch befugte Personen möglich ist, die unter Umständen nicht in Lasersicherheit unterwiesen wurden.

    Dies können z.B. Bereiche in Firmen sein, in denen LWLKS betrieben werden.

  12. 12.

    Standort mit uneingeschränktem Zugang ein Standort, bei dem der Zugang zum LWLKS und zum offenen Strahl für jeden, auch für nicht unterwiesene Personen möglich ist.