DGUV Information 203-039 - Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen ...

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Anhang 4, Biologische Wirkungen von Laserstrahlung aus LWLKS
Anhang 4
Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen (LWKS) (bisher: BGI 5031)

Anhangteil

Titel: Umgang mit Lichtwellenleiter-Kommunikations-Systemen (LWKS) (bisher: BGI 5031)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-039
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 4 – Biologische Wirkungen von Laserstrahlung aus LWLKS

Die Wirkungen der Laserstrahlung auf den Menschen werden in primäre (unmittelbare, direkte) und sekundäre (mittelbare, indirekte) Wirkungen unterschieden.

Eine primäre Wirkung tritt ein, wenn ein Laserstrahl direkt, gespiegelt oder bei hohen Leistungsdichten auch gestreut auf menschliches Gewebe trifft. Die Wirkung ist sowohl abhängig

  • von den Parametern des Laserstrahls, wie Bestrahlungsstärke, Bestrahlungsdauer und Impulswiederholfrequenz,

    als auch

  • von den optischen Eigenschaften des Gewebes (wie Absorption, Reflexion und Streuung).

Dies kann zu starken Temperaturerhöhungen, die mit Gewebe-Koagulationen (biochemische Umwandlung von Körpereiweißen) bis hin zum Auftreten von Mikroplasmen verbunden sind, führen. In Tabelle A 4.1 werden die Wirkungen bei den unterschiedlichen Wellenlängenbereichen grob dargestellt. In der Telekommunikation wird hauptsächlich der Bereich zwischen 700 und 1650 nm genutzt.

Dabei tritt der Strahl in der Haut allenfalls wenige Millimeter tief in das Gewebe ein und wird gut absorbiert.

Das Auge ist gegenüber der Strahlung besonders empfindlich, da es optische Strahlung im Wellenlängenbereich von 400 nm bis 1400 nm auf die Netzhaut fokussieren kann.

Durch die Augenlinse kann parallel einfallende Strahlung auf der Netzhaut zu einem Brennpunkt mit einem Durchmesser von etwa 10 µm gebündelt werden. Dadurch kann die vorhandene Bestrahlungsstärke bis auf das 500.000fache vergrößert werden. Bei unsichtbarer Infrarotstrahlung (λ > 700 nm) werden keinerlei optische Warnreize wahrgenommen, und beim Erkennen einer Gefährdung kann es bereits zu spät sein.

Unter einer sekundären Gefährdung wird das Gefahrenpotential verstanden, das erst durch Einwirkung des Laserstrahls entsteht, wenn beispielsweise ein Laserstrahl zur Zündquelle für explosionsfähige Atmosphären oder brennbare Stoffe wird oder durch die entstehenden hohen Temperaturen toxische Stoffe freigesetzt werden.

Tabelle A4.1: Wirkungen der Laserstrahlung auf Augen und Haut sowie typische Laser