DGUV Information 214-021 - Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbene...

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Abschnitt 1.3, 1.3 Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit...
Abschnitt 1.3
Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen (bisher: BGI 5026)
Titel: Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen (bisher: BGI 5026)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 214-021
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.3 – 1.3 Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen

Krankheiten auslösende Mikroorganismen können durch den Kontakt mit Verstorbenen auf den lebenden Menschen übertragen werden.

Folgende Personengruppen können z.B. betroffen sein:

  • Bestatter,

  • Friedhofspersonal (Abbildung 1),

  • Krematoriumsmitarbeiter,

  • Leichenwäscher,

  • Reinigungspersonal,

  • Rettungsdienste/Feuerwehr.

Abbildung 1: Friedhofspersonal

Die Mikroorganismen befinden sich

  • auf bzw. in dem Verstorbenen,

  • in den Körperöffnungen,

  • auf der mit Blut, Körpersekreten und Ausscheidungen verunreinigten Wäsche, an Instrumenten, Arbeitsmitteln und Räumen.

Beim Umlagern von Verstorbenen können durch das Komprimieren der Lunge luftgetragene Mikroorganismen in den Atembereich des Bestatters gelangen. Für vorstehend genannten Beschäftigten besteht somit ein höheres Infektionsrisiko als für die übrige Bevölkerung.

Nachfolgend aufgeführte Mikroorganismen können vorkommen:

  • Bakterien, z.B. Darmbakterien des Verstorbenen, die durch Hand-Mund-Kontakt (Schmierinfektion) aufgenommen werden können,

  • Viren, z.B. Hepatitis-B-Viren (HBV) aus der Körperflüssigkeit des Verstorbenen, sie können z.B. durch kleinste Hautdefekte in die Blutbahn gelangen,

  • Pilze, z.B. wenn der Verstorbene zu Lebzeiten an einer Pilzinfektion erkrankt war (z.B. innere Organe, Schleimhäute von Mund, Hals und Geschlechtsorgane) oder Schimmelpilze im Arbeitsbereich auftreten (z.B. bei der Exhumierung).

Eine Übertragung ist auch durch Flöhe und Parasiten möglich.

In Einzelfällen können auch Infektionserreger mit hohem Gefährdungsgrad vorkommen (z.B. das Marburg-Virus). Hierbei sind die Maßnahmen mit dem zuständigen Gesundheitsamt und ggf. weiteren Landesbehörden abzustimmen.

Verschiedene Krankheitserreger können längere Zeit in Verstorbenen oder anhaftenden Körperflüssigkeitsresten überdauern, so z.B.:

  • HI-Virus (AIDS): wenige Stunden,

  • HCV (Hepatitis C): 1 bis 2 Tage,

  • HBV (Hepatitis B): bis zu 80 Tage,

  • Diphtheriebakterien: 2 bis 3 Wochen,

  • Staphylokokken: 1 bis 2 Monate,

  • Tuberkulose Bakterien: mehrere Jahre,

  • Milzbranderreger: Jahrzehnte.