DGUV Information 209-067 - Ladeeinrichtungen für Fahrzeugbatterien (bisher: BGI ...

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Abschnitt 7.6, Umgang mit Elektrolyt
Abschnitt 7.6
Ladeeinrichtungen für Fahrzeugbatterien (bisher: BGI 5017)
Titel: Ladeeinrichtungen für Fahrzeugbatterien (bisher: BGI 5017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-067
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.6 – Umgang mit Elektrolyt

Zum Befüllen von Batterien wird Lauge oder Säure, z.B. Schwefelsäure, als Elektrolyt verwendet. Diese Elektrolyte sind gefährlich und können schwere Verätzungen an den Augen oder auf der Haut hervorrufen.

Auch das Inhalieren und Verschlucken ist gefährlich.

Bild 7-4: Augenspülflasche, direkt benutzbar

Bei einer Berührung mit Elektrolyt ist generell ärztliche Hilfe hinzuzuziehen.

Man kann leicht mit Elektrolyt in Berührung kommen:

  • beim Umgang mit Elektrolyt

  • beim Berühren der Batterieoberfläche oder der Entgasungsstopfen, z.B. bei geschlossenen Batterien

  • bei einem zerbrochenen Batteriegehäuse

  • beim Hantieren, Transport oder Umkippen der Batterie

  • bei verspritztem oder durch die Entgasungsstopfen versprühtem Elektrolyt

Beim Betrieb geschlossener Antriebsbatterien geht das Wasser überwiegend durch Elektrolyse am Ende des Ladevorgangs verloren. Dieses Wasser muss wiederkehrend in den Zellen der Batterie nachgefüllt werden, um den Elektrolytstand wiederherzustellen.

Die Benutzung von Säurehebern oder Ballonkippern hilft beim Befüllen, Verschüttungen oder Spritzer zu vermeiden.

Dieses kann auch mit einem zentralen Befüll-/Nachfüllsystem durchgeführt werden. Bei einer derartigen Einrichtung sind die Stopfen jeder Zelle durch ein Schlauchsystem untereinander verbunden, wobei das Wasser von einem zentralen Vorratsbehälter in die Zellen gefüllt wird. Sobald der Elektrolytstand das vorgeschriebene Niveau erreicht hat, wird die weitere Zufuhr von Wasser unterbrochen.

Zur Kontrolle des Füllstandes und zur Befüllung mit destilliertem Wasser sind auch mobile Einzelpunkt-Nachfülleinrichtungen handelsüblich, die auf die jeweilige Batteriezelle aufgesetzt werden, um den Elektrolytstand zu erfassen. Über eine Abgabepistole kann dann destilliertes Wasser zugegeben werden, wobei der überschüssige Elektrolyt über eine zusätzliche Schlauchverbindung direkt in den Behälter zurückgeleitet wird.

Ausgetretener Elektrolyt ist wassergefährdend und verursacht Boden- und Erdreichverunreinigungen. Er darf nicht in die Kanalisation eingeleitet werden!

Bei Verunreinigungen der Batterien oder in deren Umfeld sollten zu Reinigungszwecken saugfähige, mit Wasser angefeuchtete Putztücher, ohne Benutzung von Reinigungsmitteln, verwendet werden. Diese vermeiden eine elektrostatische Aufladung.

Bild 7-5: Säure-Nachfüllplatz einer Batterieladestation

Zum Aufsaugen von verschüttetem Elektrolyt eignet sich besonders Kieselgur.

Elektrolyte, die gelagert werden sollen, sind in entsprechend gekennzeichneten Behältern aufzubewahren, die gegen chemische Korrosion beständig sind (z.B. Glas, Polyethylen, Polypropylen oder gleichwertige Kunststoffe).

Es ist außerdem ein geeigneter Hautschutz unerlässlich.

Dazu ist ein Hautschutzplan zu erstellen, welcher Angaben über die am Arbeitsplatz vorkommenden hautschädigenden Stoffe und die abgestimmten Hautmittel für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege enthält.