DGUV Information 203-036 - Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke ...

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Abschnitt 3.1, Information über Laserstrahlung
Abschnitt 3.1
Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)
Titel: Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-036
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – Information über Laserstrahlung

3.1
Was ist ein Laser?

Ein Laser ist ein Gerät zur Erzeugung von Licht mit besonderen Eigenschaften.

Das Licht einer "normalen" Lichtquelle, z.B. der Sonne, einer Glühlampe, enthält Licht verschiedener Wellenlängen, die das Auge als unterschiedliche Farben wahrnimmt. Alle Farben zusammen erscheinen dem Auge als weißes Licht. Das Laserlicht enthält nur einen schmalen Anteil der jeweiligen Farbe. Je nach Art des Lasers erhält man als Licht die Farben violett, blau, grün, gelb, orange, rot, aber auch nicht sichtbare Strahlung im Ultraviolett-(UV) oder Infrarot (IR)-Bereich.

Eine "normale" Lichtquelle sendet ihr Licht gleichmäßig in alle Richtungen aus. Der Laser erzeugt einen gebündelten Lichtstrahl, der sich geradlinig in die vorgesehene Richtung ausbreitet. Es ist damit beispielsweise möglich, zur Entfernungsmessung einen Laserstrahl bis zum Mond zu schicken (ca. 360 000 km), der auf der Mondoberfläche nur einen relativ geringen Durchmesser hat. Laserlicht kann entweder kontinuierlich oder als Lichtblitze (gepulst) ausgesandt werden.

3.2
Laseranwendungen

Nach der Entwicklung des ersten Lasers hat es eine lange Zeit gedauert, um den Laser zu einer Einrichtung zu machen, die aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken ist. Sehr früh hat man sich bereits im Vermessungswesen, z.B. im Hoch- und Tiefbau, die geradlinige Ausbreitung der Laserstrahlung zu Nutze gemacht, in dem man den Laserstrahl als präzise Richtschnur bei größeren Entfernungen eingesetzt hat.

Mittlerweile hat die Lasertechnik in Form von CD-Player, DVD-Player und Rekorder bereits Einzug in den Privatbereich gehalten. Ferner liegt eine Reihe von Anwendungen in der Industrie, im Gewerbe, in der Medizin, in der Forschung und im Unterhaltungsbereich.

In den letzten Jahren wurden in zunehmender Zahl Lasereinrichtungen in Discotheken und bei Veranstaltungen installiert, um die Light-Show interessanter zu gestalten. Laser werden benutzt, um besondere Lichteffekte zu erzeugen oder um Figuren auf eine Fläche zu projizieren (Tabelle 1).

Die unterhaltungsorientierte Art der Anwendung sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch Laserstrahlen bei unsachgemäßem Einsatz bei Beschäftigten und bei Besuchern bleibende Gesundheitsschäden hervorgerufen werden können.

Tabelle 1:
Typische Laser für Projektionszwecke

Gas-Ionen-Laser: Krypton-, Argon-, Mischgas
Dioden-Laser
He-Ne-Laser
Frequenzverdoppelte: Nd-YAG-Laser

3.3
Gefährdungen durch Laserstrahlung

Durch die starke Bündelung des Laserstrahles kann die gesamte Energie der Strahlung auf einen geringen Querschnitt konzentriert werden. Wird der Mensch von diesem Strahl getroffen, können Gesundheitsschäden hervorgerufen werden. Neben Verbrennungen der Haut besteht insbesondere die Gefahr von Augenverletzungen. Je nach Wellenlänge (Farbe) des Lasers kann der Strahl bis zur Augennetzhaut gelangen und diese zerstören. Unter Berücksichtigung der Unfallschwere ist daher der Gefährdung der Augen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Entsprechend der möglichen Gefährdung werden Laser bzw. Geräte, die einen Laser enthalten (Lasereinrichtungen) gemäß der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" (BGV B2/GUV-VB2) bzw. der BG-Information "Betrieb von Lasereinrichtungen" (BGI 832) in Klassen eingeteilt (Tabelle 2).

Tabelle 2: Laserklassen und ihrer Gefährdung

Besonders gefährlich ist die Strahlung von Lasereinrichtungen der Klasse 4. Hier kann bereits ein Bruchteil der Strahlung, der an metallischen oder polierten Oberflächen oder an Glasflächen, z.B. auch Flaschen, reflektiert wird, zu Augenschäden führen.

Zum Verständnis der Gefährdung ist ein Vergleich mit sichtbarem Licht hilfreich. Ein im Gelb-Grünen-Bereich kontinuierlich strahlender Laser mit einer Leistung von nur 1 mW (= 1 10-3 Watt) gehört noch zur relativ ungefährlichen Laserklasse 2. Für die Augen ist in diesem Fall eine Bestrahlungsdauer bis 0,25 s zulässig. Bei längerer Bestrahlung besteht die Möglichkeit einer Augenschädigung.

Bei einer Lasereinrichtung der Klasse 3R im sichtbaren Bereich ist die Laserleistung bis zu 5-mal und bei der Klasse 3B bis zu 500mal höher als bei der Laserklasse 2.

Bei Laservorführungen werden häufig Lasereinrichtungen der Klasse 4 verwendet.

Im Gegensatz zum Sonnenlicht oder dem Licht einer Glühlampe, bei dem die Leistungsdichte mit dem Abstand zur Lichtquelle sehr schnell abnimmt, ist die natürliche Abnahme der Laserleistungsdichte mit der Entfernung nur gering. Daher können auch in größeren Entfernungen Gesundheitsschäden hervorgerufen werden, wenn die Laserstrahlung auf den Menschen trifft.