DGUV Information 203-036 - Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke ...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Anhang 3, Zeitkriterien für die Einhaltung von MZB-Werten
Anhang 3
Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)

Anhangteil

Titel: Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-036
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Zeitkriterien für die Einhaltung von MZB-Werten

Bei der Gefährdungsbeurteilung von Show- und Projektions-Lasern sollten die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

  1. 1.

    Über die gesamte Showdauer (z.B. 15 min) muss der MZB-Wert eingehalten werden. Hierbei darf berücksichtigt werden, dass der Strahl nur kurzzeitig während dieser Zeit auf das Auge von Personen treffen kann.

    Bei der Berechnung nach der TOTP-Methode (total on-time pulse) kann die Einhaltung der MZB-Werte abgeschätzt werden. Hierbei wird die Anzahl der möglichen Treffer auf die Augen abgeschätzt, deren Dauer berechnet (meist aus Durchmesser und Bewegungsgeschwindigkeit im geringsten Abstand) und damit deren Energie bestimmt. Danach wird diese mit dem MZB-Wert für die entsprechende Zeit verglichen.

  2. 2.

    Die Grenzwerte für jeden einzelnen Impuls, jedes Ereignis müssen eingehalten werden. Als kürzeste Zeit sollte hierbei 4 s (aktive Schutzreaktion: bewusstes Schließen der Augen und Abwendung des Kopfes) angewendet werden.

    Beispiel:

    Während einer typischen Laser-Showdauer von ca. 15 Minuten könnte ein stehender Strahl mit 0,5 mW für 4 s auf eine Person strahlen, ohne dass der MZB-Wert für 4 s überschritten wird.

    Anmerkung:

    Auf Grund der neuen Erkenntnisse, dass der Lidschlussreflex (Zeitbasis 0,25 s für Klasse 2) nur bei maximal ca. 25 % der von einem Laserstrahl Getroffenen funktioniert, kann dieser bei der Risikoanalyse nicht mehr verwendet werden. Man muss also bei der Risikoanalyse von mindestens 4 s Bestrahlungsdauer ausgehen, weil erst danach von einer aktiven Schutzreaktion (beim direkten Blick in den Laserstrahl) ausgegangen werden kann.

    Beim Betrieb einer Projektionslaser-Einrichtung, in die längere Zeit aus z.B. arbeitstechnischen Gründen bewusst geblickt werden muss, sollte für ein "ergonomisches" Arbeiten die Dauerbelastung für alle Wellenlängenbereiche unterhalb von P = 40 µW (C6 = 1) liegen. An der Obergrenze der Klasse 1 kann es zu Blendungen oder z.B. Beeinträchtigung des Farbsehens kommen.

    Anmerkung:

    Dieser Wert entspricht dem GZS-Wert der Klasse 1 für 400 bis 450 nm.