DGUV Information 203-036 - Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke ...

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Abschnitt 6, Schutzmaßnahmen
Abschnitt 6
Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)
Titel: Laser-Einrichtungen für Show- oder Projektionszwecke (bisher: BGI 5007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-036
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – Schutzmaßnahmen

Die nachfolgenden Schutzmaßnahmen sind aus der branchenüblichen Betriebsweise und der daraus resultierenden Beurteilung der Gefährdungen abgeleitet.

Wichtige Schutzmaßnahmen sind:

6.1
Einteilung der Bereiche

6.1.1
In Bereichen, in denen sich Personen aufhalten und in erreichbaren Bereichen, die diesen seitlich unmittelbar benachbart sind, dürfen bis zu einer Höhe von 2,70 m die MZB-Werte nicht überschritten werden.

Anmerkung:

Show- und Projektionslaser, die vor der Veröffentlichung dieser BG-Information mit einer Höhe von 2,50 m ortsfest installiert und betrieben wurden, dürfen weiter betrieben werden.

6.1.2
Der Show- und Projektionslaserbereich ist durch einen Mindestabstand vom Zuschauerbereich sicher abzugrenzen, z.B. durch eine erhöhte Bühnenfläche (Mindesthöhe 0,8 m), Orchestergraben oder Gitter (Mindesthöhe 0,8 m). Zwischen dem Show- und Projektionslaserbereich und dem Zuschauerbereich muss z.B. seitlich ein Sicherheitsabstand von mindestens 1 m vorgesehen sein. Von der dem Show- und Projektionslaserbereich nächstgelegenen Über- oder Durchgriffsmöglichkeit muss der Abstand nach unten mindestens 1 m betragen. Er darf von unbefugten Personen nicht erreicht werden; dies wird z.B. durch Strahlführung, Verdeckung erreicht.

6.1.3
Im Bedienbereich müssen im Normalbetrieb die MZB-Werte unterschritten werden.

6.2
Bauliche und konstruktive Schutzmaßnahmen

6.2.1
Für Laser-Effekte sollen bevorzugt Lasereinrichtungen der Klasse 1 bis 2M gegebenenfalls (3A) benutzt werden.

6.2.2
Ist die Ausgangsleistung der Lasereinrichtung zum Erreichen der Bedingungen nach den Abschnitten 4.12 und 6.1.3 begrenzt worden, so darf die Begrenzung nicht von Hand oder mit einfachem Werkzeug aufgehoben oder umgangen werden können.

6.2.3
Die Lasereinrichtung und alle optisch wirksamen Komponenten müssen fest, unverrückbar und so eingebaut sein, dass ein nicht bestimmungsgemäßes Auswandern des Laserstrahls während des Betriebes verhindert ist.

6.2.4
Komponenten, die Laserstrahlen mit Bestrahlungswerten oberhalb der MZB-Werte in ihrer Richtung beeinflussen können, müssen mit Blenden oder gleichwertigen Einrichtungen versehen sein, die das Eindringen der Strahlen in die Bereiche nach den Abschnitten 4.12 und 6.1.3 auch im Störfall verhindern.

6.2.5
Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B oder 4 dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn sichergestellt ist, z.B. durch Aufweiten, dass durch die Energie des direkten oder reflektierten Strahls an einem beliebigen Auftreffpunkt des Raumes auch bei Dauerbelastung keine höhere Temperatur als 80 C erzeugt wird.

6.2.6
Außerhalb der eigentlichen Laser-Show ist der Strahl abzuschalten oder möglichst nahe am Laser zu unterbrechen.

6.2.7
Die elektrische Sicherheit wird durch die Einhaltung der DIN EN 61010/ VDE 0411 Teil 1 "Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte; Teil 1: Allgemeine Anforderungen" gewährleistet.

6.2.8
Der Show- und Projektionslaser muss standsicher aufgestellt und gegen Verstellen und Verdrehen gesichert sein.

Die optisch wirksamen Komponenten müssen fest an der Wand, Stellage usw. befestigt sein. Darüber hinaus müssen die diese Komponenten tragenden Elemente ihrerseits fest bzw. gehaltert angebracht sein.

6.2.9
Die Strahlführung muss soweit wie möglich mit mechanischen Einrichtungen (z.B. durch Strahlfänger, Sicherheitsblenden, Strahlummantelung) gesichert werden.

Lassen sich mechanische Einrichtungen nicht oder nicht vollständig verwenden, so sind bei Show- und Projektionseffekten, bei denen durch Änderung des bestimmungsgemäßen Betriebes der Laser-Einrichtung, z.B. geometrische Grenzen, Strahlparameter, Gefährdungen eintreten können, die Laser-Einrichtungen mit einer Strahlüberwachung zu versehen.

In Teilbereichen haben sich Blenden bewährt, die einfach verhindern, dass sich der Raumwinkel des Strahles auf gefährdete Zuschauerbereiche erstreckt.

6.2.10
Eine Sicherheitseinhausung (siehe Abschnitt 3.8 der DIN 56912) muss so gestaltet sein, dass:

  • kein unbefugter Zugriff möglich ist, z.B. im verschlossenen Raum bzw. nur mit Werkzeug zu öffnen;

  • sie den äußeren und inneren betriebsmäßigen Einwirkungen standhält, z.B. mechanische oder thermische Einwirkungen.

6.3
Organisatorische Schutzmaßnahmen

6.3.1
Die Errichtung und der Betrieb von Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B, oder 4 ist unverzüglich der Berufsgenossenschaft und der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde anzuzeigen. Siehe auch Anhang 5.

6.3.2
Müssen sich Personen z.B. aus szenischen Gründen im Showlaserbereich aufhalten, so sind geeignete Schutzmaßnahmen, wie Augenschutz, Markierungen, einstudierte Bewegungsabläufe, zu treffen. Diese Personen sind über die Gefährdungen und die Schutzmaßnahmen zu unterweisen.

6.3.3
Justier- und Wartungsarbeiten an Lasereinrichtungen der Klassen 1M, 2M, 3R, 3B und 4 und an zugehörigen optischen Komponenten dürfen nur von befugten und an diesen Lasern geschulten Personen, z.B. durch die Lieferfirma, durchgeführt werden.

6.3.4
Für Lasereinrichtungen der Klasse 3R, 3B oder 4 ist die Einhaltung der Bedingungen nach Abschnitt 6.1.3 und Abschnitt 4.12 am jeweiligen Aufstellungsort für alle vorgesehenen Effekte durch eine sicherheitstechnische Prüfung einer befähigten Person nachzuweisen, sofern Laserstrahlen in die Bereiche nach Abschnitt 6 eindringen können. Das Ergebnis der Prüfung ist zu dokumentieren.

6.3.5
Die Lasereinrichtung darf nur befugten Personen zugänglich sein.

6.3.6
Die Laser-Show oder -Projektion darf nur durch eine geschulte und vom Unternehmer beauftragte Person durchgeführt werden. Sie muss bei der Show oder Projektion den Strahlengang überwachen und eine Abschaltung des Gerätes bzw. eine Unterbrechung des Strahlenganges bei Störfällen am Gerät, unsicheren Betriebsbedingungen oder Unruhe im Publikum vornehmen. Für die beauftragte Person muss jederzeit ein NOT-AUS-Schalter der Laser-Einrichtung funktionstüchtig, sichtbar und leicht zugänglich sein. Daher sind entsprechende NOT-AUS-Schalter vorzusehen. Diese beauftragte Person muss durch einen Laserschutzbeauftragten eingewiesen werden.

6.3.7
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten mindestens einmal jährlich über die Gefahren der Laserstrahlung informiert werden sowie den vorhandenen Sicherheitseinrichtungen und mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen, in Form einer Unterweisung, vertraut gemacht werden, sofern eine Lasereinrichtung der Klasse 2 bis 4 betrieben wird. Die Unterweisung ist gemäß § 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1/GUV-VA1) zu dokumentieren.

6.3.8
Der Unternehmer hat für den Betrieb von Lasereinrichtungen der Klasse 3R, 3B und 4 entsprechend der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" (BGV B2/GUV-VB2) mindestens eine Person als Laserschutzbeauftragten schriftlich zu bestellen und der Berufsgenossenschaft zu benennen. Der Laserschutzbeauftragte hat für den sicheren Betrieb der Anlage und die notwendigen Schutzmaßnahmen zu sorgen. Die Aufgaben des Laserschutzbeauftragten sind in der vorstehend genannten Unfallverhütungsvorschrift und den zugehörigen Durchführungsanweisungen genannt. Ein bestimmter Ausbildungslehrgang ist nicht vorgeschrieben. Die Ausbildung muss jedoch geeignet sein, die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln.

Es wird empfohlen an einem Kurs teilzunehmen, der den Anforderungen nach Anhang 3 der vorstehend genannten Unfallverhütungsvorschrift entspricht. Eine Liste von Kursanbietern kann bei der Berufsgenossenschaft oder beim Fachausschuss Elektrotechnik erfragt werden.

6.4
Persönliche Schutzmaßnahmen

Für Lasereinrichtungen der Klassen 3R, 3B und 4 sind geeignete Laser-Schutz- bzw. Laser-Justierbrillen bereitzustellen, wenn Tätigkeiten in Bereichen durchgeführt werden, in denen die Möglichkeit besteht, dass die MZB-Werte überschritten werden können. Dies ist zum Beispiel bei Wartungs- und Justierarbeiten am Laser der Fall.

6.5
Besondere Schutzmaßnahmen

Bei der Auftragsvergabe für die Einrichtung oder Änderung einer Show- und Projektionslaser-Einrichtung sollte schriftlich verlangt werden, dass die Laser-Einrichtung den geltenden Unfallverhütungsvorschriften und den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht (siehe Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1/GUV-VA1).

6.5.1
Laserpointer dürfen nicht auf Personen, insbesondere auf deren Augen, gerichtet werden.

Anmerkung:

Bei der Beschaffung und beim Betrieb von Laserpointern sollte darauf geachtet werden, dass diese entsprechend der DIN EN 60825-1 als Laser der Klasse 2 (Typische Leistung für Dauerstrich (cw): P kleiner 1mW) gekennzeichnet sind.

6.5.2
Die Laser-Einrichtung muss nach den Bestimmungen der Unfallverhütungsvorschrift "Laserstrahlung" (BGV B2/GUV-VB2) und den allgemein anerkannten Regeln der Technik (z.B. DIN EN 60825-1) beschaffen sein.

6.5.3
Bei unbeaufsichtigtem Betrieb einer Show- und Projektionslaseranlage muss sichergestellt werden, dass der Show- und Projektionslaserbereich von unbefugten Personen nicht erreicht wird.

Hierbei sind die vernünftigerweise zu erwartenden Bedingungen zu berücksichtigen.

Von Verkehrsflächen ist nach oben ein Mindestabstand von 3,50 m einzuhalten.