DGUV Information 209-066 - Maschinen der Zerspanung (bisher: BGI 5003)

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Abschnitt 4.8, 4.8 Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Haut
Abschnitt 4.8
Maschinen der Zerspanung (bisher: BGI 5003)
Titel: Maschinen der Zerspanung (bisher: BGI 5003)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-066
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.8 – 4.8 Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Haut

Die beste Möglichkeit zur Gesunderhaltung der Haut besteht im Vermeiden jeglichen Kontaktes mit einem hautbelastenden Stoff.

Da dies im Umgang mit Werkzeugmaschinen nur bedingt möglich ist, bleibt trotz aller technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen als "Ultima Ratio" der Schutz und die Pflege der Haut durch entsprechende Präparate. Schon das Arbeiten im feuchten Milieu stellt eine Hautbelastung dar (vgl. TRGS 401).

4.8.1
Hautschutz

Trotz Anwendung der vorgenannten Schutzmaßnahmen kann in der Regel bei Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen nicht auf spezielle Hautschutz-, -reinigungs- und -pflegepräparate verzichtet werden. Hautschutzmittel müssen vor Aufnahme der Arbeit und nach jedem Händewaschen sorgfältig auf die betreffenden Hautflächen aufgetragen werden.

Bei der Auswahl der Hautschutzpräparate muss besonders auf den richtigen Typ in Bezug auf die Kühlschmierstoffe geachtet werden. Detaillierte Hinweise finden sich in der BG-Information "Hautschutz in Metallbetrieben" (BGl 658).

Beim Umgang mit nicht wassermischbaren Kühlschmierstoffen müssen wasserlösliche Hautschutzmittel benutzt werden, beim Umgang mit wassermischbaren Kühlschmierstoffen ist eine Fettsalbe erforderlich.

Hat der Anwender in wechselnder Folge sowohl mit Öl als auch mit Emulsionen Hautkontakt, kann ein breit wirkendes Produkt verwendet werden. Seine Schutzwirkung kann aber selbstverständlich nicht in gleicher Weise "maßgeschneidert" sein. Eine produktionstechnische Entflechtung der Arbeitsvorgänge sollte in solchen Fällen als beste Maßnahme angestrebt werden.

4.8.2
Hautreinigung

Jeder Reinigungsvorgang greift die Haut an. Hautreinigungsmittel wirken chemisch und/oder mechanisch. Die chemischen Bestandteile des Reinigungsmittels lösen das Fett oder Öl und den daran anhaftenden Schmutz. Die mechanische Reinigungswirkung wird durch zugesetzte Reibemittel erreicht, welche auch immer die Hornschicht mit angreifen. Je intensiver das Reinigungsmittel auf den Schmutz wirkt, umso stärker wirkt es auch auf die Haut ein, bis hin zur Schädigung.

Es empfiehlt sich, analog zu den Hautschutzmitteln, verschiedene Reinigungsmittel auf ihre Eignung für den Arbeitsplatz auszuprobieren, beginnend mit dem mildesten Reinigungsmittel.

Hautreinigungsmittel können im Wesentlichen folgende Bestandteile enthalten:

  • waschaktive Substanzen (Tenside)

  • Reibemittel

  • Lösemittel

  • rückfettende Substanzen

Welche Inhaltsstoffe enthalten sind, hängt von Art und Grad der Verschmutzung der Haut ab.

Entscheidend für die Hautverträglichkeit eines Reinigungsmittels sind Gehalt und Art von Reibe- und Lösemitteln sowie die Art der verwendeten Tenside (Seifen, synthetische Reinigungsmittel).

4.8.3
Hautpflege

Um der Haut nach der Arbeit wieder ausreichend Fett und Feuchtigkeit zuzuführen und die Regeneration ihrer Widerstandsfähigkeit zu unterstützen, kann auf eine entsprechende Hautpflege nicht verzichtet werden.

Hautpflegemittel sind fester Bestandteil des Hautschutzplanes (siehe Abschnitt 4.9) und keine "Herrenkosmetik". Sie unterstützen den Regenerationsprozess der Haut nach der Arbeit und sollen nach der Hautreinigung aufgetragen werden. Sie helfen durch ihre Inhaltsstoffe bei der Wiederherstellung der Hornschichtbarriere.

Bild 4-9: Beispiel eines Hautschutzplanes für wassermischbare Arbeitsstoffe

Bild 4-10: Beispiel eines Hautschutzplanes für nicht wassermischbare Arbeitsstoffe