DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 5.2, 5.2 Mindestlichtmaße für den Aufenthalt von P...
Abschnitt 5.2
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.2 – 5.2 Mindestlichtmaße für den Aufenthalt von Personen in Rohrleitungen und Schächten

5.2.1 Allgemeines

Der Aufenthalt, z. B. Einfahren und Arbeiten, in Rohrleitungen und Schächten, insbesondere in solchen mit kleinen Querschnittsabmessungen, stellt eine hohe physische und psychische Belastung für das Personal dar.

Zu geringe Querschnittsabmessungen können das Retten von Personen erheblich erschweren.

Aus diesem Grund dürfen sich Personen in Rohrleitungen und Schächten nur aufhalten, wenn die in den Abschnitten 5.2.2 bis 5.2.4 genannten Mindestlichtmaße eingehalten sind.

5.2.2 Rohrleitungen

5.2.2.1
Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin darf in Rohrleitungen mit einem Lichtmaß von weniger als 600 mm Versicherte nicht einsetzen.

5.2.2.2
Versicherte dürfen in Rohrleitungen mit einem Lichtmaß ab 600 mm eingesetzt werden; dabei gelten für Rohrleitungen mit einem Lichtmaß von 600 mm bis 800 mm folgende Einschränkungen:

  • Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin darf nur Versicherte einsetzen, die

    • mindestens 18 Jahre alt,

    • körperlich geeignet,

    • unterwiesen und

    • in der Lage sind, mögliche Gefahren zu erkennen.

  • Während der Arbeiten in Rohrleitungen muss ein Sicherungsposten ständig im Bereich der Arbeitsstelle anwesend sein.

  • Die Unternehmerin bzw. der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei Einfahrstrecken von mehr als 20 m Versicherte nur auf seilgeführten Rollenwagen einfahren.

Abweichend hiervon dürfen in Leitungen der öffentlichen Wasserversorgung Versicherte mit Rollenwagen ohne Seilführung einfahren, wenn

  • der Aufsichtsführende oder die Aufsichtführenden über einschlägige Erfahrung verfügt,

  • der Aufsichtführende oder die Aufsichtsführende sich überzeugt hat, dass die Befahrung gefahrlos möglich ist,

  • die Rohrleitung nur in einer Richtung befahren wird und

  • ein weitere versicherte Person gleichzeitig mit in die Leitung einfährt.

Die Lichtmaße von 600 mm bzw. 800 mm werden bei folgenden Profilabmessungen erreicht (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1 Die angegebenen Profilmaße sind Innenmaße.

Lichtmaß 600 mm 800 mm
KreisprofilDurchmesser = 600 mm800 mm
RechteckprofilBreite/Höhe = 600/600 mm600/800 mm
EiprofilBreite/Höhe = 600/900 mm800/1200 mm
Maulprofillichte Höhe = 600 mm800 mm
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Abb. 11
Bestimmung des lichten Durchmessers di (Lichtmaß)

5.2.2.3
Bei der Bestimmung des lichten Durchmessers di (Lichtmaß) sind im Rohr befindliche Einbauteile, Versorgungsleitungen oder Ähnliches zu berücksichtigen (Abbildung 11).

5.2.3 In Betrieb befindliche Rohrleitungen

5.2.3.1
Kann das Eindringen von Flüssigkeiten oder anderen Medien in den betreffenden Rohrleitungsabschnitten nicht verhindert werden, empfiehlt es sich, die Mindestlichtmaße nach Abschnitt 5.2.2 zu erhöhen.

5.2.3.2
Abwassertechnische Anlagen, die mit dem Entwässerungssystem verbunden sind oder bereits waren dürfen nur begangen werden, wenn deren lichte Höhe mindestens 1 m beträgt. Dies gilt nicht, wenn für abwassertechnische Anlagen mit einer lichten Höhe ≥ 0,8 m aus betriebstechnischen Gründen Arbeiten notwendig sind und besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden.

5.2.3.3
Betriebstechnische Gründe können z. B. Instandsetzungsarbeiten oder Beseitigen von Störungen sein. Besondere Schutzmaßnahmen sind z. B.

  • Rückhaltung des Zuflusses zum Arbeitsbereich,

  • zusätzliche technische Belüftung,

  • Mitführen eines Atemschutzgerätes zur Selbstrettung,

  • ständige Seilsicherung.

5.2.4 Schächte in abwassertechnischen Anlagen

5.2.4.1
Schächte in abwassertechnischen Anlagen dürfen nur begangen werden bzw. in diesen darf nur gearbeitet werden, wenn deren lichte Weite mindestens 1 m beträgt. Abweichend hiervon darf auch in Schächten ab 0,8 m lichte Weite eingestiegen werden und gearbeitet werden, wenn zuvor geprüft worden ist, ob besondere Schutzmaßnahmen - z. B. zusätzliche Belüftung, ständige Seilführung - erforderlich sind.

5.2.4.2
Einstiegsöffnungen für Schächte in abwassertechnische Anlagen in denen Arbeiten durchzuführen sind, müssen so groß und so angeordnet sein, dass das Ein- und Aussteigen und Retten von Personen jederzeit möglich sind. Dies ist z. B. gegeben, wenn die lichte Weite von Einstiegsöffnungen mindestens 0,8 m beträgt. Abweichend davon müssen Einstiegsöffnungen, die in Verkehrswegen von Fahrzeugen liegen, mindestens eine lichte Weite von 0,6 m haben. Die Rettungsmaßnahmen sind hierbei entsprechend anzupassen.

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Siehe auch DGUV Regel 103-003 bzw. 103-004 "Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen".