DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 5.1, 5 Besondere Maßnahmen zur Verhütung von Gefah...
Abschnitt 5.1
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5 Besondere Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit bei Arbeiten in Rohrleitungen und Schächten
5.1 Organisatorische Maßnahmen

5.1.1
Beginn der Arbeiten

5.1.1.1
Arbeiten in Rohrleitungen und Schächten dürfen erst begonnen werden, nachdem der Unternehmer oder der Aufsichtführende festgestellt hat, dass die nach der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Schutzmaßnahmen getroffen und die Versicherten unterwiesen sind.

5.1.1.2
Auch nach Arbeitsunterbrechungen (Schichtwechsel, Wiederaufnahme der Arbeit am folgenden Tag) ist die Wirksamkeit der festgelegten Maßnahmen durch den Aufsichtführenden festzustellen.


Siehe auch Abschnitt 4.1.6 der DG UV Regel 113-004 "Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen".

5.1.2
Aufhebung der Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahmen dürfen erst aufgehoben werden, wenn die Arbeiten in Rohrleitungen und Schächten abgeschlossen sind und alle Versicherten die Rohrleitungen und Schächte verlassen haben.


Siehe auch Abschnitt 4.1.8 der DG UV Regel 113-004 "Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen".

5.1.3
Gefährliche Arbeiten

Bei gefährlichen Arbeiten, z. B. Begehen von Schächten und Rohrleitungen mit Gefährdungen durch Ertrinken, Ersticken, Vergiften, Verbrennen oder Ähnliches, hat sich der Aufsichtführende ständig in unmittelbarer Nähe der Arbeitsstelle aufzuhalten.


Siehe auch § 8 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

5.1.4
Sicherungsposten

5.1.4.1
Der Unternehmer hat bei Arbeiten in Rohrleitungen und Schächten mindestens einen Sicherungsposten einzusetzen. Dieser hat mit den in der Rohrleitung oder dem Schacht tätigen Versicherten ständige Verbindung zu halten.

5.1.4.2
Der Sicherungsposten muss zuverlässig sein und über die erforderlichen geistigen und körperlichen Fähigkeiten verfügen.

5.1.4.3
Ständige Verbindung besteht in der Regel bei einer Sichtverbindung. Ist Sichtverbindung nicht möglich, kann eine ständige Verbindung auch über andere Mittel, z. B. Sprechverbindung oder Signalleinen, aufrechterhalten werden.

5.1.4.4
Der Sicherungsposten muss jederzeit Hilfe herbeiholen können. Er ist über die festgelegten Rettungsmaßnahmen nach Abschnitt 5.8 zu unterweisen.

Sicherungsposten sind nicht erforderlich, wenn sichergestellt ist, dass

  • keine akuten Gefährdungen durch Stoffe oder Einrichtungen auftreten

    und

  • die Versicherten die Rohrleitungen oder Schächte ohne fremde Hilfe verlassen und jederzeit Hilfe anfordern können.


Siehe auch § 62 der DGUV Vorschrift 38 und 39 "Bauarbeiten" und
Abschnitt 4.1.3 der DGUV Regel 113-004 "Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen".

5.1.5
Betriebsanweisung

Vor Beginn der Arbeiten hat der Unternehmer in Betriebsanweisungen Maßnahmen festzulegen, die ein sicheres Arbeiten gewährleisten. Für besondere Einzelfälle hat er Erlaubnisscheine schriftlich zu erteilen.

Die Festlegung der Schutzmaßnahmen in der Betriebsanweisung kann, abhängig von den Gefahren, unterschiedlich sein. Wird in besonderen Fällen von den in dieser Information beschriebenen Schutzmaßnahmen abgewichen, ist dies in die Betriebsanweisung aufzunehmen. Durch andere geeignete Maßnahmen muss jedoch die gleiche Sicherheit gewährleistet sein. Betriebsanweisungen werden in der Regel erteilt, wenn ausschließlich Gefahren durch Einrichtungen und immer gleiche Arbeitsbedingungen vorliegen.

Erlaubnisscheine werden in der Regel erstellt, wenn besondere Gefährdungen, z. B.

  • durch Öffnen von geschlossenen Systemen,

  • durch das Entfernen von Abmauerungen,

  • durch Zündgefahren durch Löten, Schleifen, Bohren und Ähnlichem

bestehen.