DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.6, 3.6 Brand- und Explosionsgefährdungen
Abschnitt 3.6
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.6 – 3.6 Brand- und Explosionsgefährdungen

3.6.1
Allgemeines

Bei Rohrleitungsbauarbeiten ist bei der Verwendung von brennbaren Stoffen, beim Umgang mit Flüssiggas oder bei Arbeiten in der Nähe von Gasleitungen mit Brand- und Explosionsgefährdungen zu rechnen. Außerdem können eingeleitete brennbare Stoffe oder Faulprozesse, z. B. in Kanalisationen, zu Brand- und Explosionsgefährdungen führen.

3.6.2
Tätigkeiten mit brennbaren Stoffen

Bei Tätigkeiten mit brennbaren Stoffen, z. B. Klebern, Lösemitteln, Korrosionsschutzfarben, brennbaren Rohrwerkstoffen beim Schlauchrelining, Kraftstoffen, sind unter anderem folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Leicht brennbare Stoffe falls möglich ersetzen,

  • brennbares Material soweit möglich entfernen,

  • bei Tätigkeiten mit Lösemitteln ausreichende Lüftung sicherstellen, bei hohen Konzentrationen an der Entstehungsstelle absaugen,

  • Zündquellen vermeiden, z. B. mechanische Zündfunken, elektrostatische Entladungen, Schweißfunken, heiße Oberflächen,

  • bei Tätigkeiten mit Lösemitteln Wechselwirkungen mit anderen Arbeitsplätzen wie Schweißarbeitsplätzen berücksichtigen, da Lösemitteldämpfe sich am Boden anreichern und in benachbarte Bereiche kriechen können,

  • Rauchverbot,

  • geeignete Feuerlöscher bereitstellen,

  • Rettungswege freihalten,

  • Unterweisung der Versicherten beim Umgang mit Feuerlöschern, Löschübungen durchführen.


Siehe auch Anhang I Nr. 1 der Gefahrstoffverordnung und Technishe Regen für Arbeitsstätten ASRA 2.2 "Maßnahmen gegen Brände".

3.6.3
Verwendung von Flüssiggas

3.6.3.1
Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann am Boden des Rohrgrabens ansammeln. Bei der Verwendung von Flüssiggas sind zusätzlich zu Abschnitt 3.6.2 folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Ortsbewegliche Flüssiggasbehälter dürfen nur in der für den ununterbrochenen Fortgang der Arbeiten erforderlichen Zahl am Arbeitsplatz aufgestellt werden,

  • flüssiggasbefeuerte Geräte, die aus Behältern mit mehr als 1l Rauminhalt versorgt werden, müssen

    • über Erdgleiche mit Schlauchbruchsicherungen,

    • unter Erdgleiche mit Leckgassicherungen, die schon bei kleinen Schlauchbeschädigungen (Leckgasmengen) die Gaszufuhr abstellen,

    oder

    • Druckreglern mit integrierter Dichtheitsprüfeinrichtung und einer Schlauchbruchsicherung, bei denen vor jeder Inbetriebnahme zwangsläufig eine Dichtheitsprüfung erfolgt,

    betrieben werden.

  • Zur Versorgung der Verbrauchsanlage, dürfen keine Einwegbehälter verwendet werden.


Siehe auch DG UV Vorschrift 79 UN 80 "Verwendung von Flüssiggas".

3.6.4
Arbeiten im Bereich von Gasleitungen

3.6.4.1
Bei Arbeiten im Bereich von erdverlegten Gasleitungen sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen mit dem Leitungsbetreiber festzulegen und z. B. wie folgt durchzuführen:

  • Ermitteln, um welche Gase es sich handelt (z. B. Erdgas, Flüssiggas).

  • Verlauf von Gasleitungen vor Beginn von Grabarbeiten ermitteln und kennzeichnen (Trassenmarkierungen, wie gelbe Leitungspfähle, Markierungssteine, Plaketten an Gebäuden, Warnbänder, Schieberkappen, Gasdruckregel- und Messanlagen beachten),

  • Gasleitungen in Handschachtung freilegen.

3.6.4.2
Beschädigungen an der Gasleitung und ihrer Umhüllung sind dem Leitungsbetreiber zu melden.

Zu den Beschädigungen zählen:

  • das versehentliche Anheben einer Gasleitung mit z. B. dem Baggerlöffel

  • die geringfügige Beschädigung der Leitungsisolierung.

Kleine Beschädigungen können langfristig zu Leckagen und dadurch zu Bränden oder Explosionen führen.

Nur der Leitungsbetreiber kann beurteilen, wie die Beschädigung behoben werden muss.

3.6.4.3
Bei unvermutetem Auftreten von Gas sind sofort alle Zündquellen zu beseitigen, der Gefahrbereich abzusperren, Passanten und Anwohner zu warnen. Hierbei ist zu beachten, dass keine elektrische Klingel oder Beleuchtung betätigt werden darf. Sofern möglich, ist die Leckstelle abzudichten und die Gasausbreitung zu verhindern.

Austretendes Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann sich in tiefer liegenden Räumen, Kanälen, Schächten und Öffnungen ansammeln.

Unverzüglich sind der Anlagenbetreiber und gegebenenfalls die Feuerwehr zu verständigen. Ein Gasbrand darf nur gelöscht werden, wenn Personen- oder große Sachschäden zu befürchten sind.

Gefährdete Anlagen, z. B. den Flüssiggasbehälter, mit Wasser kühlen.

Die Arbeiten dürfen erst nach Freigabe durch den Leitungsbetreiber fortgesetzt werden.