DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 3.4, 3.4 Gefahrstoffe
Abschnitt 3.4
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Gefahrstoffe

3.4.1
Allgemeines

Bei Rohrleitungsbauarbeiten werden Arbeitsverfahren angewandt, bei denen unter anderem mit folgenden Gefahrstoffen zu rechnen ist:

  • Stäube beim Schneiden von z. B. Steinzeug, Beton, PVC oder GFK,

  • krebserzeugende Faserstäube beim Bearbeiten von Asbest-Zement-Rohren,

  • Rauche und Gase beim Schweißen oder Brennschneiden von Stahl,

  • krebserzeugende Rauche beim Schweißen von hochlegierten Werkstoffen,

  • Dämpfe, z. B. beim Verwenden von ungesättigten Polyesterharzen (UP-Harzen) lösemittelhaltigen Epoxidharzprodukten,

  • Rauche und Gase beim thermischen Aufbringen und Entfernen von Umhüllungen,

  • Abgase aus Verbrennungsmotoren,

  • Allergie auslösende Stoffe, z. B. beim Verwenden von Epoxidharzprodukten oder Polyurethanprodukten,

  • reizende oder ätzende Stoffe, z. B. beim Verwenden von zementhaltigen Produkten oder Epoxidharzprodukten.

Auf Grund der häufig räumlich beengten Verhältnisse treten die einatembaren Gefahrstoffe meist in erhöhten Konzentrationen auf.

3.4.2
Schutzmaßnahmen gegen Gefahrstoffe

3.4.2.1
Beim Auftreten von Gefahrstoffen sind geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Vorrangig sind emissions-/staubarme Arbeitsverfahren einzusetzen bzw. Arbeitsverfahren mit Absaugung an der Entstehungsstelle.

Geeignete Schutzmaßnahmen bei den nachfolgenden Arbeiten sind z. B.:

ArbeitsvorgangSchutzmaßnahmen
Schneiden, Schleifen von Steinzeug oder BetonBenutzung staubarmer hydraulischer Rohrknacker, Rohrschneider mit Absaugung, Nassschneiden, Belüftung, Staub absaugen siehe auch Technische Regel für Gefahrstoffe "Mineralischer Staub" (TRGS 559), geeignete persönliche Schutzausrüstungen (Atemschutz, Augenschutz, Gehörschutz) benutzen
Schneiden, Schleifen von Kunststoffen, z. B. GFK, PVCBenutzung staubarmer Trenngeräte (z. B. mit Schneidrädern), Staubabsaugung an der Entstehungsstelle, Belüftung, geeignete persönliche Schutzausrüstungen (Atemschutz, Augenschutz) benutzen
Schweißen von Stahl, GussGefahrstoffarme Schweißverfahren verwenden, Absaugen möglichst direkt an der Entstehungsstelle, belüften, siehe auch Kapitel 2.26 "Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" der DGUV Regel 100-500 und 100-501 "Betreiben von Arbeitsmitteln" Technische Regel für Gefahrstoffe "Schweißtechnische Arbeiten" (TRGS 528) und DGUV Information 209-077 "Schweißrauche - geeignete Lüftungsmaßnahmen" geeignete persönliche Schutzausrüstungen (Atemschutz, Augenschutz) benutzen
Schweißen von hochlegierten WerkstoffenUnter Umständen sind besondere Maßnahmen notwendig, z. B. Gefahrstoffarme Schweißverfahren verwenden, Absaugung möglichst direkt an der Entstehungsstelle, Atemschutz mit Gebläseunterstützung, siehe auch Kapitel 2.26 "Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" der DGUV Regel 100-500 und 100-501 "Betreiben von Arbeitsmitteln", Technische Regel für Gefahrstoffe "Schweißtechnische Arbeiten" (TRGS 528) und DG UV Information 209-077 "Schweißrauche - geeignete Lüftungsmaßnahmen"
Einsatz von VerbrennungsmotorenFalls möglich, Geräte mit Elektroantrieb einsetzen, ferngesteuerte Geräte verwenden (z. B. zur Grabenverdichtung)
Bearbeiten von Asbest-Zement-Rohren (AZ-Rohren)Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Produkten dürfen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die über eine geeignete personelle und technische Ausstattung gemäß TRGS 519 verfügen.
Arbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche führen - z. B. Abschleifen, Druckreinigen oder Bohren - sind grundsätzlich verboten. Die Bearbeitung von AZ-Rohren, z. B. Trennen der Rohre oder Anbohren zum Anbinden von Hausanschlüssen, darf nur mit anerkannten emissionsarmen Verfahren durchgeführt werden. Entsprechende Verfahren werden in der DGUV Information 201-012 "Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten" beschrieben
Verwenden von lösemittelfreien Epoxidharzprodukten, zementhaltigen ProduktenGeeignete persönliche Schutzausrüstungen (Handschutz, Körperschutz, Augenschutz) benutzen.

Werden Verfahren mit Absaugung an der Entstehungsstelle de r Gefahrstoffe benutzt, ist in Kanälen und Schächten auf eine ausreichende Zuluftführung zu achten. Der zugeführte Luftvolumenstrom soll wegen der Strömungsverluste mindestens das Doppelte des abgeführten Luftvolumenstroms betragen, soweit nicht nach Abschnitt 5.4.3.1 ein größerer Luftvolumenstrom zuzuführen ist.


Siehe auch DGUV Information 209-073 "Arbeitsplatzlüftung - Lüftungstechnische Maßnahmen"
Information "Arbeitsplatzlüftung" (BGI 5121).
Bezüglich der Grundpflichten und Maßnahmen zum Schutz der Versicherten siehe Abschnitte 3 und 4 der Gefahrstoffverordnung.