DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 3.2, 3.2 Mechanische Gefährdungen
Abschnitt 3.2
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – 3.2 Mechanische Gefährdungen

3.2.1
Benutzung von Arbeitsmitteln

3.2.1.1
Es dürfen nur solche Arbeitsmittel ausgewählt und betrieben werden, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und bei deren bestimmungsgemäßer Verwendung Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind. Ist es nicht möglich, demgemäß Sicherheit und Gesundheitsschutz der Versicherten in vollem Umfang zu gewährleisten, hat der Unternehmer geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Gefährdung so gering wie möglich zu halten.


Siehe auch §§ 4, 7 und 8 der Betriebssicherheitsverordnung.

3.2.1.2
Bei Feststellung von Mängeln, die Auswirkungen auf die Sicherheit haben, dürfen die Arbeitsmittel nicht bzw. nicht weiter benutzt werden.

3.2.1.3
Die Benutzung der Arbeitsmittel bleibt dazu geeigneten, unterwiesenen und beauftragten Versicherten vorbehalten.

Bei der Unterweisung müssen insbesondere der Inhalt der Betriebsanweisung sowie die übrigen für den sicheren Betrieb der Maschinen/Arbeitsmittel notwendigen Regelwerke vermittelt werden. Die Unterweisung muss neben dem theoretischen Teil auch eine praktische Einweisung am Arbeitsmittel beinhalten.


Siehe auch Abschnitt 2.5 des Anhanges 2 der Betriebssicherheitsverordnung.

3.2.1.4
Im Gefahrbereich von Arbeitsmitteln dürfen sich Personen nicht aufhalten. Abweichungen davon sind nur dann zulässig, wenn der Aufenthalt im Gefahrbereich aus arbeitstechnischen Gründen notwendig ist. Der Unternehmer hat hierfür besondere Schutzmaßnahmen festzulegen.

3.2.1.5
Vor dem Betreten des Gefahrbereichs haben dazu befugte Personen Kontakt mit dem Arbeitsmittelbediener aufzunehmen.

3.2.1.6
Der Arbeitsmittelbediener hat seine Arbeitsweise mit den übrigen Versicherten abzustimmen, die festgelegten Schutzmaßnahmen zu beachten und bei Gefahr für Personen Warnzeichen zu geben.

3.2.1.7
Betreten Unbefugte den Gefahrbereich, hat der Arbeitsmittelbediener die Arbeit so lange einzustellen, bis diese den Gefahrbereich verlassen haben.

3.2.1.8
Arbeitsmittel dürfen nur bestimmungsgemäß betrieben werden. Der bestimmungsgemäße Betrieb von Arbeitsmitteln ist auf der Basis der Betriebsanleitung des Herstellers in einer Betriebsanweisung festzulegen.

3.2.1.9
Fehlen für den vorliegenden Einsatzfall Festlegungen in der Betriebsanleitung oder muss von ihr abgewichen werden, hat der Unternehmer die Bedingungen für den bestimmungsgemäßen Betrieb in der Betriebsanweisung festzulegen.

3.2.1.10
Die Betriebsanweisung des Unternehmers und die Betriebsanleitung des Herstellers müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein.


Siehe auch § 17 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

3.2.2
Hebezeugbetrieb

3.2.2.1
Hebezeuge und Lastaufnahmeeinrichtungen sind für die jeweiligen Transportaufgaben so auszuwählen, dass bei bestimmungsgemäßem Betrieb die Last sicher aufgenommen, transportiert und wieder abgesetzt werden kann.

3.2.2.2
An der Einsatzstelle von Lastaufnahmemitteln oder Anschlagmitteln sind Unterlagen bereitzuhalten, aus denen unter anderem folgende Angaben entnommen werden können:

  • Tragfähigkeit,

  • Eigengewicht von Lastaufnahmemitteln, sofern dieses 5 % der Tragfähigkeit oder 50 kg überschreitet,

  • zulässiger Greifbereich von Lastaufnahmemitteln, die die Last über Klemmkräfte halten,

  • Mindestlast von selbstansaugenden Vakuumhebern.


Siehe auch Abschnitt 4 des Anhanges 2 der Betriebssicherheitsverordnung und
Kapitel 2.8 "Betreiben von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb" der DGUV Regel 100-500 und 100-501 "Betreiben von Arbeitsmitteln".

3.2.2.3
Lasten sind grundsätzlich so anzuschlagen und zu transportieren, dass sie nicht verrutschen oder herabfallen können. Aus diesem Grund sind unter anderem die nachfolgenden Bestimmungen zu beachten:

  • Rohre dürfen nicht in offenen Schlaufen hängend transportiert werden (Hängegang). Dies gilt nicht für das Anlüften oder Anheben der Last im bodennahen Bereich und wenn das Zusammenrutschen der Schlaufen sowie eine Verlagerung der Last verhindert ist.

  • C-Haken dürfen nur mit eingelegter Sicherungskette verwendet werden.

  • Beim Anschlagen mit Klemmen oder Zangen darf der angegebene Greifbereich weder über- noch unterschritten werden.

  • Bei mehrsträngigen Klauen- oder Hakengeschirren müssen alle Klauen oder Haken gleichzeitig zum Eingriff kommen.

  • Lastschließende Klemmen und Zangen zum Transport lotrecht hängender Blechtafeln und Rohrgreifer zum Verlegen von Rohren in Gräben dürfen nur verwendet werden, wenn sie mit Einrichtungen versehen sind, die verhindern, dass sich Klemmen, Zangen und Rohrgreifer bei Entlastung selbsttätig von der Last lösen. Dies gilt nicht bei beabsichtigtem Lösen durch Schrittschaltwerk.

  • Beim Anschlagen im Schnürgang dürfen Anschlagmittel mit höchstens 80% ihrer Tragfähigkeit belastet werden.

  • Zum Heben von Betonfertigteilen mit Transportankern dürfen nur Lastaufnahme- und Anschlagmittel eingesetzt werden, bei denen die bestimmungsgemäße Zuordnung zu den Ankern im Betonfertigteil sichergestellt ist.

3.2.2.4
Kann die Anwesenheit von Versicherten im Gefahrbereich hängender Lasten arbeitsbedingt nicht vermieden werden - beispielsweise beim Einbau von Rohren und Schachtfertigteilen - sind geeignete Maßnahmen festzulegen und anzuwenden. Hierbei dürfen kraftschlüssig wirkende Lastaufnahmemittel nicht verwendet werden!


Siehe auch Abschnitt 4.1 des Anhanges 2 der Betriebssicherheitsverordnung
DGUV Regel 101-001 "Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen".

3.2.2.5
Werden Lasten, z. B. Rohre, Schachtbauteile, Verbaugeräte, beim Transport mit Hebezeugen von Hand geführt, hat sich der Mitgänger stets im Sichtbereich des Maschinenführers und außerhalb der Fahrspur des Hebezeuges aufzuhalten.


Siehe auch:
Abschnitt 4 des Anhanges 2 der Betriebssicherheitsverordnung,
DGUV Regel 100-500 und 100-501 "Betreiben von Arbeitsmitteln", insbesondere Kapitel 2.8 "Betreiben von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb" und Kapitel 2.12 "Betreiben von Erdbaumaschinen".

3.2.2.6
Beim Bewegen von Lasten ist ein Einweiser einzusetzen, wenn der Hebezeugführer die Last nicht beobachten kann und Personen gefährdet werden können.

3.2.3
Lagern und Stapeln von Lasten

3.2.3.1
Lasten sind so abzuladen, zu lagern und zu stapeln, dass sie nicht unbeabsichtigt abrollen, abrutschen oder kippen können.

3.2.3.2
Beim Stapeln von Rohren ist sicherzustellen, dass jede Lage des Rohrstapels gegen Auseinanderrollen gesichert ist. Bei verpackt, gebündelt oder aufgehaspelt angelieferten Rohren darf die Verpackung oder Umschnürung erst gelöst werden, wenn sichergestellt ist, dass die Rohre nicht ab- oder auseinander rollen können und sich keine Personen im Gefahrbereich der aufschlagenden Umschnürung oder des aufschlagenden Rohrendes aufhalten.

3.2.3.3
Beim Auslegen oder Abrollen von PE-Ringbundware sind geeignete Abrolleinrichtungen, z. B. Abrollwagen, Abrolltraversen zu verwenden.

3.2.3.4
Werden Rohre zum Schweißen auf Böcken abgelegt, so sind die Böcke kippsicher aufzustellen und so einzurichten, dass die Rohre nicht herunterrollen können.

3.2.4
Herstellen und Trennen von Rohrverbindungen

3.2.4.1
Bei Rohren mit Muffenverbindung ist sicherzustellen, dass das Zusammenziehen, bzw. Zusammenschieben der Rohre nach den Vorgaben (Verlegeanleitung) des Rohrherstellers erfolgt.

3.2.4.2
Beim Zusammenziehen von Rohren ist der Aufenthalt von Personen im Gefahrbereich des Zugseiles von Ziehgeräten unzulässig.

3.2.4.3
Werden die erforderlichen Schubkräfte für das Zusammenschieben der Rohre mit Hilfe einer Baumaschine, z. B. Bagger oder Radlader, aufgebracht, ist von einer erhöhten Quetschgefahr für die Beteiligten auszugehen.

Der Einsatz von Baumaschinen ist für diesen Zweck nur zulässig, wenn

  • der Rohrhersteller dieser Arbeitsweise zugestimmt hat,

  • der Aufsichtführende ständig vor Ort ist,

  • die Arbeiten von zuverlässigen und unterwiesenen Personen ausgeführt werden.

3.2.4.4
Beim Werkstoff Polyethylen (PE) werden zur Vorbereitung für das Spiegel- oder Heizwendelmuffenschweißen die Rohrenden mechanisch bearbeitet, z. B. mittels Rotationsschälgerät. Über die in Abschnitt 3.2.1 genannten Anforderungen hinaus dürfen diese Arbeiten nur von geprüften Schweißern ausgeführt werden.

3.2.5
Einbringen von Rohren in Gräben

3.2.5.1
Da auf Grund der häufig beengten räumlichen Verhältnisse in Rohrgräben das Verlegepersonal einer erhöhten mechanischen Gefährdung, z. B. Quetschen, Anstoßen, ausgesetzt ist, sind die nachfolgenden Maßnahmen zu beachten.

3.2.5.2
Werden die Rohre beim Ablassen von Hand geführt, sollte dies möglichst am Rohrende geschehen.

3.2.5.3
Müssen zum Einbringen von Rohren Umsteifungsarbeiten vorgenommen werden, so dürfen Aussteifungsmittel nur entfernt werden, wenn durch das Umsteifen die Erddruckkräfte so aufgenommen werden, dass andere Verbauteile nicht überlastet sind.

Das Einbringen langer Rohre kann z. B. erfolgen

  • schräg zwischen den Aussteifungsmitteln hindurch,

  • vom Kopfende des Grabens aus, mit anschließendem Längstransport auf der Grabensohle,

  • über einen Schacht (Absenkgrube, Ablassfeld),

  • mit Hilfe von Auswechselungsrahmen.