DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 3.1, 3 Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Gefa...
Abschnitt 3.1
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – 3 Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit bei Rohrleitungsbauarbeiten
3.1 Arbeitsorganisation

3.1.1
Leitung und Aufsicht

3.1.1.1
Arbeiten des Rohrleitungsbaus müssen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet werden. Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Arbeiten gewährleisten.


Siehe auch § 4 Abs. 1 der DG UV Vorschrift 38 und 39 "Bauarbeiten".

3.1.1.2
Arbeiten des Rohrleitungsbaus müssen von hierfür geeigneten, zuverlässigen und weisungsbefugten Personen beaufsichtigt werden (Aufsichtführende). Diese müssen die arbeitssichere Durchführung der Arbeiten überwachen. Sie müssen hierfür ausreichende Kenntnisse besitzen und während der Arbeiten auf der Baustelle anwesend sein.


Siehe auch § 4 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 38 und 39 "Bauarbeiten".
Hinsichtlich der Pflichtenübertragung siehe § 13 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

3.1.2
Gefährdungsermittlung und Unterweisung

3.1.2.1
Der Unternehmer hat Gefährdungen, unter Berücksichtigung möglicher Störungen, baustellenbezogen zu ermitteln und die notwendigen Maßnahmen des Arbeitsschutzes festzulegen und gegebenenfalls zu dokumentieren.

Persönliche Schutzausrüstungen kommen als Schutzmaßnahme erst dann in Betracht, wenn technische oder organisatorische Maßnahmen nicht möglich sind oder keinen ausreichenden Schutz bieten.

Baustellenbezogene Gefährdungen können z. B. ausgehen von

  • bestehenden Anlagen,

  • erdverlegten Leitungen,

  • Kontaminationen,

  • Kampfmitteln,

  • Freileitungen,

  • dem öffentlichen Straßenverkehr,

  • Baustellenverkehr,

  • Gefahrstoffe.


Siehe auch §§ 4 bis 6 Arbeitsschutzgesetz;
§ 3 der Betriebssicherheitsverordnung;
§§ 2, 3 und 21 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention";
§§ 15 bis 16 der DGUV Vorschrift 38 und 39 "Bauarbeiten" und
Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA).
Bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, z. B. Sanierung von Rohrleitungssystemen, ist eine Gefährdungsbeurteilung nach § 6 der Gefahrstoffverordnung durchzuführen.

3.1.2.2
Der Unternehmer hat die Versicherten über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung zu unterweisen.

Die Unterweisung muss an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens jedoch einmal jährlich erfolgen. Die Inhalte und die Durchführung der Unterweisung sind zu dokumentieren.


Siehe auch § 12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz,
§ 9 der Betriebssicherheitsverordnung und
§ 4 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

3.1.3
Koordinierung

Werden Versicherte mehrerer Unternehmen oder selbständige Einzelunternehmer auf einer Baustelle tätig, haben die Unternehmer hinsichtlich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Versicherten zusammenzuarbeiten. Insbesondere haben sie, soweit es zur Vermeidung einer möglichen gegenseitigen Gefährdung erforderlich ist, eine Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt; zur Abwehr besonderer Gefahren ist sie mit entsprechender Weisungsbefugnis auszustatten.


Siehe auch § 6 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

3.1.4
Arbeitsmedizinische Betreuung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Versicherten arbeitsmedizinisch betreut und die erforderliche arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten bzw. veranlasst wird.

Arbeitsmedizinische Vorsorge ist erforderlich bei gesundheitlichen Gefährdungen, z. B. durch Lärm, Staub, Tätigkeiten mit Gefahrstoffen.


Siehe auch § 11 Arbeitsschutzgesetz und Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).

3.1.5
Persönliche Schutzausrüstungen

3.1.5.1
Der Unternehmer hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung nach Abschnitt 3.1.2.1 den Versicherten geeignete persönliche Schutzausrüstungen in ausreichender Anzahl zur Verfügung zu stellen. Ihr Einsatz ist nachrangig zu anderen - technischen oder organisatorischen - Schutzmaßnahmen.

3.1.5.2
Die Versicherten haben die persönlichen Schutzausrüstungen bestimmungsgemäß zu benutzen.


Siehe auch § 4 Nr. 5 Arbeitsschutzgesetz und
§§ 29 bis 31 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".

3.1.6
Erste Hilfe und Rettung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und zur Rettung aus Gefahr die erforderlichen Einrichtungen und Sachmittel sowie das erforderliche Personal zur Verfügung stehen.


Siehe auch § 10 Arbeitsschutzgesetz und
§§ 24 bis 27 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".