DGUV Information 201-052 - Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)

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Abschnitt 5.8, 5.8 Maßnahmen zur Rettung aus Rohrleitungen u...
Abschnitt 5.8
Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Titel: Rohrleitungsbauarbeiten (DGUV Information 201-052)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-052
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.8 – 5.8 Maßnahmen zur Rettung aus Rohrleitungen und Schächten

5.8.1
Zur Rettung aus Rohrleitungen und Schächten hat der Unternehmer bzw. die Unternehmerin dafür zu sorgen, dass die geeignete Ausrüstung in der Nähe der Einstiegsstelle bereitgehalten wird. Im Notfall müssen die Versicherten die Rettungsmaßnahmen selbst einleiten können. Alternativ dazu können auch Vereinbarungen mit externen Rettungskräften (z.B. Feuerwehr) getroffen werden.

Eine geeignete Rettungsausrüstung kann z. B. bestehen aus:

  • Einem frei tragbaren von der Umgebungsatmosphäre unabhängig wirkenden Atemschutzgerät

  • einer Anschlageinrichtung (Dreibein) mit Rettungshubgerät und Rettungsgurt/Auffanggurt (schon vorher angelegt)

  • einem Abseil- und Rettungshubgerät (siehe Abbildung 15) mit Sicherheitsseil und Rettungsgurt/Auffanggurt

  • einer betriebsfertigen explosionsgeschützten Handleuchte

  • einem Verbandkasten

  • einer Löscheinrichtung (z. B. Handfeuerlöscher)

  • einer Schleifkorbtrage (für die Rettung in horizontaler Richtung)

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Abb. 15
Dreibein mit Rettungshubgerät und Auffanggurt

5.8.2
Zur Rettung dürfen Versicherte nur dann in Rohrleitungen und Schächte ohne umgebungsluftunabhängigen Atemschutz (Isoliergerät) einsteigen, wenn sichergestellt ist, dass keine gefährlichen Gefahrstoffkonzentrationen oder Sauerstoffmangel vorliegen. Dieser Nachweis muss durch eine Freimessung erfolgen.

5.8.3
Zur Rettung muss der Rettungsgurt/Auffanggurt bereits vor dem Einstieg angelegt werden und es muss eine dauernde Verbindung zum Rettungshubgerät bestehen. Sollten dringende Gründe dagegensprechen, sind andere Maßnahmen einzuplanen, die ein schnelles Retten ermöglichen.

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Bei Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten gilt die DGUV Regel 112-199 "Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen".

5.8.4
Die Versicherten sind über die Benutzung der persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten zu unterweisen.

5.8.5
Die festgelegten Rettungsmaßnahmen sind regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich, zu üben, insbesondere die Benutzung von Anschlageinrichtungen, Rettungsgurt, Rettungshubgerät und von Atemschutzgeräten. Eine Rettung ist sehr schwierig und kann im Ernstfall nur dann erfolgreich sein, wenn die Abläufe sicher beherrscht werden. Es empfiehlt sich die zuständigen Rettungskräfte, z. B Feuerwehr, THW, mit einzubinden.

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Siehe § 25 der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention".