DGUV Regel 108-006 - Ladebrücken und fahrbare Rampen (bisher: BGR 233)

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 4.6, 4.6 Zusätzliche Bestimmungen für Ladebrücken
Abschnitt 4.6
Ladebrücken und fahrbare Rampen (bisher: BGR 233)
Titel: Ladebrücken und fahrbare Rampen (bisher: BGR 233)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 108-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.6 – 4.6 Zusätzliche Bestimmungen für Ladebrücken

4.6.1

Ladebrücken, die an Rampenkanten angebracht und in Ruhestellung hochgeklappt sind, müssen mit selbsttätig wirkenden, formschlüssigen Sicherungen gegen Herabschlagen ausgerüstet sein.

4.6.2

In Verkehrsflächen eingebaute Ladebrücken müssen in Ruhestellung mit den angrenzenden Flächen eine Ebene bilden und in dieser Stellung selbsttätig und tragfähig abgestützt sein.

Ladebrücken sind z.B. dann selbsttätig und tragfähig abgestützt, wenn ein Absinken durch mechanische Abstützeinrichtungen, die zwangläufig wirksam werden, verhindert ist.

4.6.3

Ladebrücken müssen so ausgeführt sein, dass im Verlauf des für das Be- und Entladen bestimmten Verkehrswegs keine Stolperstellen entstehen.

Stolperstellen zwischen Ladebrücken und Ladeflächen von Fahrzeugen können entstehen, wenn Ladebrücken beim Ladevorgang nicht auf der Ladefläche des Fahrzeugs aufliegen. Diese Stolperstellen sind vermieden, wenn die Ladebrücken den Höhenveränderungen der Ladefläche während des Be- und Entladens selbsttätig folgen (Schwimmstellung).

Stolperstellen zwischen Ladebrücken und Ladeflächen von Fahrzeugen können ebenfalls entstehen bei einer um die Fahrzeuglängsachse geneigten Fahrzeugladefläche. Diese Stolperstellen sind z.B. vermieden durch

  • eine ausreichende Querverwindungsfähigkeit der Ladebrücke

    oder

  • Klapplippen, die sich der Querneigung der Fahrzeugladefläche anpassen.

4.6.4

In Verkehrsflächen eingebaute, handbetätigte Ladebrücken müssen so eingerichtet sein, dass sie, sofern sie nicht auf dem Fahrzeug abgestützt sind oder sich in Ruhestellung befinden, selbsttätig in die untere Betriebsstellung oder in eine tragfähig abgestützte Stellung absinken.

4.6.5

Kraftbetriebene Ladebrücken müssen gegen unbeabsichtigtes Absinken unter Last gesichert sein. Hiervon ausgenommen sind Ladebrücken, die an Rampenkanten mit Gelenken angebracht sind, und Ladebrücken, die auf Grund ihrer Länge, Breite und Tragfähigkeit mit einer wirksamen Sicherung gegen unbeabsichtigtes Absinken nicht ausgerüstet werden können.

4.6.6

Ladebrücken müssen so beschaffen sein, dass ungewollte Bewegungen während des Ladevorgangs verhindert werden.

Ungewollte Bewegungen treten z.B. auf, wenn kraftbetriebene Ladebrücken, die mit der Funktion "Selbsttätige Rückkehr in die Ruhestellung" ausgerüstet sind, selbsttätig in die Ruhestellung zurückkehren, obwohl der Ladevorgang noch nicht abgeschlossen ist.

4.6.7

Quetsch- und Scherstellen an Ladebrücken, zwischen Ladebrücken und angrenzenden Bauteilen und zwischen Ladebrücken und Ladeflächen von Fahrzeugen müssen vermieden oder, wo dies nicht möglich ist, gesichert sein.

Quetsch- und Scherstellen zwischen den Seitenkanten von eingebauten Ladebrücken und dem angrenzenden Verkehrsweg können durch Seitenbleche vermieden werden.

Quetsch- und Scherstellen zwischen abgeklappter Lippe und dem Ladebrückenrahmen gelten zum Beispiel als gesichert, wenn ein Sicherheitsabstand von 25 mm zwischen Lippenkante und Teilen des Rahmens bei der Abstützung nicht unterschritten wird. Hiervon ausgenommen sind Abstützklötze in der statisch erforderlichen Breite.

Quetsch- und Scherstellen zwischen Ladebrücken und Ladeflächen von Fahrzeugen gelten als gesichert, wenn die Absenkbewegung der Ladebrücke nach dem Loslassen der Stellteile selbsttätig zum Stillstand kommt (Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung). Diese Quetsch- und Scherstellen gelten ebenfalls als gesichert, wenn beim Absenken unter Eigengewicht die Absenkgeschwindigkeit von Ladebrücken höchstens 0,15 m/s beträgt.

4.6.8

Eingebaute Ladebrücken, die zu Instandhaltungsarbeiten angehoben werden, müssen mit Einrichtungen ausgerüstet sein, durch die sie im Bereich der oberen Endstellung formschlüssig festgestellt werden können. Die Abstützung oder Aufhängung darf nicht unbeabsichtigt außer Eingriff gebracht werden können.

4.6.9

Die in angehobener Stellung sichtbaren Seitenteile von eingebauten Ladebrücken sowie die in abgesenkter Stellung sichtbaren Seitenflächen des Rahmens und die Umrisse der über die Rampenkante hinausragenden Teile von Ladebrücken, mit Ausnahme der Auflagerlippen, müssen mit einer gelb-schwarzen Gefahrenkennzeichnung versehen sein.

Hinsichtlich der Gefahrenkennzeichnung siehe Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8).

4.6.10

Steuerplätze für kraftbetriebene Ladebrücken müssen so angeordnet und gestaltet sein, dass Versicherte, die die Ladebrücke von dort steuern, alle Bewegungen beobachten können.

4.6.11

Steuerungen müssen so beschaffen sein, dass nach dem Loslassen der Stellteile von Befehlseinrichtungen

  1. 1.

    die Bewegungen von Ladebrücken zum Stillstand kommen

    oder

  2. 2.

    die Ladebrücken mit begrenzter Geschwindigkeit selbsttätig unter Eigengewicht absinken.

Die Geschwindigkeit gilt als begrenzt, wenn ein Wert von 0,15 m/s nicht überschritten wird.

4.6.12

Abweichend von Abschnitt 4.6.11 dürfen die für die Rückkehr der Ladebrücken in die Ruhestellung erforderlichen Bewegungen selbsttätig ablaufen.

4.6.13

Stellteile von Befehlseinrichtungen kraftbetriebener Ladebrücken müssen so angeordnet, gestaltet und gekennzeichnet sein, dass Zuordnung und Schaltsinn eindeutig erkennbar sind. Außerdem müssen sie so gestaltet und angeordnet sein oder gesichert werden können, dass ein unbeabsichtigtes Betätigen verhindert ist.

4.6.14

Kraftbetriebene Ladebrücken müssen mit einer deutlich erkennbaren und leicht zugänglichen Not-Befehlseinrichtung ausgerüstet sein, mit der die Bewegungen der Ladebrücke im Gefahrfall zum Stillstand gebracht werden können.

Für die Funktion als Not-Befehlseinrichtung und als Hauptschalter darf ein Schaltgerät verwendet werden, das die Bedingungen für beide Fälle erfüllt. Diese sind:

  • Leistungsschaltvermögen (AC 1), nur je eine Ein- und Aus-Stellung,

  • in der Aus-Stellung verschließbar

    und

  • auffällige Kennzeichnung mit rotem Stellteil vor gelber Kontrastfläche.

4.6.15

Jede kraftbetriebene Ladebrücke muss mit einem Hauptschalter ausgerüstet sein, mit dem sie allpolig abgeschaltet werden kann. Der Hauptschalter muss in der Aus-Stellung gegen irrtümliches und unbefugtes Betätigen gesichert werden können.

4.6.16

Bei Spannungsabfall müssen alle Bewegungen kraftbetriebener Ladebrücken zum Stillstand kommen.

4.6.17

Bei Wiederkehr der Spannung nach einem Spannungsabfall muss das selbsttätige Ingangkommen von Bewegungen kraftbetriebener Ladebrücken verhindert sein.