DGUV Regel 113-010 - Sicheres Arbeiten in der Gummiindustrie (bisher: BGR 221)

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Anhang 2:, Allgemeine Checkliste für die Erstinbetriebnahme ...
Anhang 2:
Sicheres Arbeiten in der Gummiindustrie (bisher: BGR 221)

Anhangteil

Titel: Sicheres Arbeiten in der Gummiindustrie (bisher: BGR 221)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 113-010
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 2: – Allgemeine Checkliste für die Erstinbetriebnahme von Maschinen

Die in dieser Checkliste abgefragten Anforderungen stellen Basisanforderungen dar, die in der Maschinenrichtlinie enthalten sind. Die Anforderungen gelten für alle Maschinen. Mit dieser Checkliste können je nach Erfordernissen und Betriebserfahrung auch Checklisten für Wiederholungsprüfungen zusammengestellt werden.

Nr.Anforderungenja/ neinErforderliche MaßnahmenKommentare/Rechtsquelle
I. Formale Voraussetzungen für die Inbetriebnahme
Maschinen, die nach dem 1. Januar 1995 in den Verkehr gebracht wurden
1Liegt für die Maschine eine Konformitätserklärung vor?  Für jede allein funktionsfähige Maschine, die nach dem 1. Januar 1995 in Verkehr gebracht wurde, muss als Voraussetzung für die Inbetriebnahme eine EG-Konformitätserklärung vorliegen (§ 7 der BetrSichV, § 3 Abs. 1 der 9. GPSGV). Eine Konformitätserklärung muss auch erstellt werden, wenn mehrere Maschinen zusammenwirken. Der Maschinenhersteller ist verpflichtet, eine Konformitätserklärung der Maschine beizufügen.
2Enthält die Konformitätserklärung mindestens folgende Angaben?  Es muss die vollständige Anschrift des Herstellers vorhanden sein. Neben der genauen Typbezeichnung soll die Bezeichnung der Maschine, z.B. ".Warmformmaschine", aufgeführt werden.
Neben der Maschinenrichtlinie ist z.B. beim Vorhandensein von elektrischen Betriebsmitteln zusätzlich die EG-Niederspannungsrichtlinie und die EMV-Richtlinie aufzuführen.
 Name und Anschrift des Maschinenherstellers  
 Beschreibung der Maschine  
 Alle einschlägigen EU-Richtlinien, denen die Maschine entspricht  
 Gegebenenfalls eine Auflistung der angewendeten harmonisierten C-Normen  
 Gegebenenfalls nationale technische Normen und Spezifikationen, die angewandt wurden  
 Angaben zum Unterzeichner der Konformitätserklärung  
3Ist die Konformitätserklärung in deutscher Sprache abgefasst  Die Konformitätserklärung muss in der Sprache des Verwenderlandes abgefasst sein.
4Ist an der Maschine (oder der Gesamtheit von Maschinen) das CE-Zeichen vorhanden  Die CE-Kennzeichnung ist neben der Konformitätserklärung die zweite formale Voraussetzung für die Inbetriebnahme der Maschine. (Anhang I, Nr. 1.7.3 der Maschinenrichtlinie)
5Sind alle wichtigen Kenndaten an der Maschine dauerhaft angebracht?  Anhang I Nr. 1.7.3 der Maschinenrichtlinie, DIN EN 60 204-1
 Hersteller (Name, Anschrift),   
 Typ,   
 Baujahr,   
 Betriebsdaten (Druck, Spannung, Gewicht).   
II. Anforderungen an die Betriebsanleitung (BA)
6Wurde die Maschine mit einer Betriebsanleitung in deutscher Sprache ausgeliefert?  Die EG-Maschinenrichtlinie verlangt vom Maschinenhersteller, dass eine Betriebsanleitung in der Sprache des Verwenderlandes mitgeliefert werden muss (Anhang I Nr. 1.7.4 der Maschinenrichtlinie).
7Enthält die Betriebsanleitung Informationen über die bestimmungsgemäße Verwendung der Maschine und wird sie so eingesetzt?  Zur bestimmungsgemäßen Verwendung gehören z.B. Angaben über die zulässigen Aufstellungsbedingungen (Feuchtigkeit, Ex-Bereiche, Temperaturbereiche), Rohstoffe, Qualifikationen des Personals, usw. Ferner sollte beschrieben werden, welche Rohstoffe z.B. nicht in der Maschine verarbeitet werden dürfen.
8Sind in der Betriebsanleitung Angaben über die Kennwerte der Energieversorgung vorhanden?  Hierzu gehören z.B. Angaben über
   Spannung, Frequenz, Stromstärke,
   Eigenschaften der Druckluftversorgung (Druck, Ölgehalt),
   zulässige Olsorten für Hydraulikaggregate.
9Enthält die Betriebsanleitung Hinweise über Restrisiken?  Hierzu können z.B. Angaben zählen über
   heiße Oberflächen,
   scharfe Kanten, z.B. an Werkzeugen,
   unter Druck stehende Maschinenteile,
   Energiespeicher, z.B. elektrische Kondensatoren, Druckspeicher, große Leitungsvolumina, Zylinder,
   elektrische Betriebsmittel, die nach Ausschalten des Hauptschalters weiterhin unter Spannung stehen,
   nicht über verriegelte Schutzeinrichtungen gesicherte gefahrbringende Bewegungen.
10Werden in der Betriebsanleitung Hinweise über die Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen gegeben?  Es ist darauf zu achten, dass die Hinweise über die persönlichen Schutzausrüstungen möglichst konkret abgefasst sind, z.B. schnittfeste Handschuhe.
11Enthält die Betriebsanleitung alle notwendigen Hinweise über den Transport der kompletten Maschine?  Hierzu zählen insbesondere Angaben über
   das Gewicht der Maschine,
   die Lage des Schwerpunkts,
   die Lage der Anschlagpunkte (mit Skizze),
   die Verwendung von Transporteinrichtungen.
12Werden von der Betriebsanleitung alle Betriebszustände und Betriebsarten der Maschine bezüglich ihrer sicherheitstechnischen Relevanz behandelt?  Hierzu zählen insbesondere
   Handbetrieb, Automatikbetrieb,
   Verhalten bei Störungen,
   Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten,
   Fehlersuche, Störungsbeseitigung,
   Einrichten der Maschine,
   Entsorgung von Gebrauchsmaterial (z.B. Schmierstoffe).
13Enthält die Betriebsanleitung Informationen über die Inbetriebnahme?  Hierzu können z.B. zählen
   Anforderungen an Befestigungselemen te (Verankerung im Boden, Maßnahmen zur Vibrationsdämpfung),
   Anschließen der Energieversorgung,
   Elektrischer Uberlastschutz in der Energieversorgung,
   Notwendiger Platzbedarf (z.B. unter Berücksichtigung von Schaltschränken),
   Aufstellungsplan mit ausreichenden Angaben.
14Werden in der Betriebsanleitung die Schutzeinrichtungen, deren Wirkungsweise und Uberprüfung beschrieben?  Hierzu zählen insbesondere
   Beschreibung der trennenden (verriegelten) Schutzeinrichtungen,
   Überprüfung von Positionsschaltern,
   Wirkungsweise von Not-Halt-Einrichtungen,
   Hinweis zum Begriff Not-Halt: In neueren Normen ist nicht mehr von Not-Aus, sondern von Not-Halt die Rede, wenn es um das Stillsetzen von gefahrbringenden Bewegungen geht.
   Wirkung von Zweihandsteuerungen,
   Beschreibung der Wirkungsweise von berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS),
   Festlegung von Prüfintervallen.
15Werden die an der Maschine vorhandenen Steilteile und deren Auswirkungen auf die Maschinenfunktion beschrieben?  Hierunter fallen z.B. auch Hinweise für den "Handbetrieb" bei dem die übliche (automatische) Abfolge von Maschinenfunktionen (Bewegungen) aufgehoben ist und es durch die nun mögliche andere Reihenfolge zu unsicheren Zuständen kommen kann.
    Des Weiteren sind die Auswirkungen nach Bestätigung von Not-Halt-Einrichtungen zu beschreiben (z.B. Entspannung von Hydrospeichern).
16Sind Anleitungen zur Fehlererkennung und Fehlerortung sicherheitsrelevanter Zustände vorhanden?  Zweckmäßig ist eine Fehleranalyse z.B. in Form von Tabellen (welcher Mangel liegt welchem Verhalten der Maschine zugrunde, wie ist der Mangel zu beseitigen oder softwaregestützter Systeme
17Sind Angaben zur Instandhaltung sicherheitsrelevanter Bauteile vorhanden?  Hierzu zählen insbesondere Angaben über
    Art und Häufigkeit von Inspektionen,
    Angaben zu Inspektionseingriffen, die nur durch Fachpersonal durchgeführt werden dürfen,
    Austauschintervalle für Verschleißteile, z.B. für Hydraulik-Schlauchleitungen, mechanische Bremsen.
18Werden Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung durch besondere Symbole hervorgehoben?  Die Symbole erleichtern es dem Leser, wesentliche Sicherheitshinweise schnell aufzufinden, z.B. solche, die nuf mögliche Restrisiken hinweisen.
19Enthält die Betriebsanleitung ein Inhaltsverzeichnis bzw. ein Stichwortverzeichnis?  Diese Anforderung sollte ab einem Umfang von ca. 20 Seiten eingehalten werden.
20Enthält die Betriebsanleitung Angaben über die von der Maschine verursachten Lärmemissionen?  Folgende Angaben müssen nach Anhang I Nr. 1.7.4 der Maschinenrichtlinie enthalten sein:
    Der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienpersonals, wenn er über 70 dB(A) liegt. Ist dieser Pegel niedriger als oder gleich 70 dB(A), genügt die Angabe "70 dB(A)". Weist die Maschine mehrere Arbeitsplätze auf, können Mittelwerte angegeben werden.
    Der Schallleistungspegel der Maschine, wenn der A-bewertete äquivalente Dauerschalldruckpegel an den Arbeitsplätzen des Bedienpersonals über 85 dB(A) liegt. Mit dem Schallleistungspegel kann abgeschätzt werden, welche Lärmpegelerhöhung mit der Maschine nach dem Aufstellen verbunden ist
III. Betriebsanweisung
Auf der Basis der Betriebsanleitung des Herstellers muss vor der ersten Inbetriebnahme eine Betriebsanweisung vorliegen und mit den Beschäftigten durchgesprochen werden.
21Ist die Betriebsanweisung strukturiert und übersichtlich aufgebaut?  Folgende Struktur wird empfohlen:
   Maschinenart, Standort
   Mitgeltende Betriebsanweisungen, z.B. für andere Betriebszustände, wie Wartung
   Gefährdungen, die von der Maschine ausgehen
   Schutzmaßnahmen (persönliche Schutzausrüstungen, Schutzeinrichtungen an der Maschine, Verhalten)
   Verhalten, z.B. bei Störungen und Unfällen
   Prüfungen
   Folgen bei Nichtbeachtung (insbesondere gesundheitliche Folgen)
   Unterschrift des Vorgesetzten
22Geht die Betriebsanweisung neben dem ungestörten Betrieb auch auf Wartungs-, Rüst- und Reparaturarbeiten sowie die Störungsbeseitigung ein?  Es ist gegebenenfalls. auch die Benutzung von Hilfseinrichtungen zu beschreiben.
23Werden die Gefährdungen, die von der Maschine ausgehen, beschrieben?  Es ist auf die wesentlichen Gefährdungen ohne die Wirkung von Schutzeinrichtungen hinzuweisen.
24Wird die Durchführung von Prüfungen festgelegt?  Zeitintervall und Dokumentation.
25Wird das Verhalten bei festgestellten Mängeln festgelegt?  Es sollte z.B. festgelegt werden, bei welchen Mängeln die Maschine unverzüglich stillgelegt werden muss.
IV. Sicherheitstechnische Überprüfung
Die folgenden Anforderungen beruhen auf der Maschinenrichtlinie und der DIN EN ISO 12 100-2.
26Sind alle Schutzeinrichtungen, wie in der Betriebsanleitung beschrieben, an der Maschine vorhanden?  Es soll hier zunächst lediglich die Vollständigkeit der Schutzeinrichtungen auf der Basis der Betriebsanleitung überprüft werden.
27Sind für alle gefahrbringenden Bewegungen Schutzeinrichtungen vorhanden?  Bei nicht gesicherten Gefahrstellen ist zu prüfen, ob technische Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik möglich sind.
28Ist das Sicherheitskonzept so gewählt, dass keine Anreize zum Umgehen von Schutzeinrichtungen bestehen?  Das Sicherheitskonzept muss alle "Lebensphasen" berücksichtigen, z.B. Automatikbetrieb, Wartung, Einrichten. Dauert z.B. das Einrichten der Maschine mit den Schutzeinrichtungen für den Automatikbetrieb erheblich länger als ohne diese Einrichtungen, besteht ein Anreiz zum Umgehen.
29Sind für große Maschinen mit hintertretbaren Bereichen zusätzliche Schutzeinrichtungen vorhanden?  Die Schutzeinrichtungen sollen verhindern, dass eine Person, die sich im hintertretbaren Bereich aufhält, beim Starten der Maschine durch eine zweite Person gefährdet wird. Maßnahmen dagegen können z.B. sein:
    Aufenthaltsüberwachungen (z.B. Trittmatten),
    akustische Anlaufwarnungen,
    Unterteilung der Maschine in überschaubare Segmente,
    gute Einsehbarkeit in den hintertretbaren Bereich vom Bedienpult aus,
    Quittiersysteme an Zugangstüren,
    Schlüsselsysteme.
30Die Schutzeinrichtungen müssen nach Anhang I Nr. 1.4.1 der Maschinenrichtlinie  Erläuterungen:
 a.ausreichend stabil sein,  a.Trennende Schutzeinrichtungen sind ausreichend stabil, wenn sie den betrieblichen Belastungen standhalten.
 b.dürfen keine zusätzlichen Gefährdungen hervorrufen,  b.Kraftbetätigte trennende Schutzeinrichtungen müssen beispielsweise an der Schließkante eine Schaltleiste aufweisen, wenn die Schließkraft Verletzungen hervorrufen kann.
 c.dürfen nicht auf einfache Weise umgangen oder unwirksam gemacht werden können,  c.Umgehbarkeit stellt z.B. bei großen Austragsöffnungen ein Problem dar. Hier können z.B. Lichtschrankensysteme mit Muting (kurzzeitiges Ausblenden von Schutzeinrichtungen) eingesetzt werden.
 d.müssen ausreichend Abstand zum Gefahrbereich haben,  d.Dies ist insbesondere bei Zweihandsteuerungen und bei BWS zu beachten.
 e.dürfen die Beobachtung des Arbeitszyklus nicht mehr als notwendig einschränken,  e.Eingeschränkte Beobachtungsmöglichkeiten können zum Umgehen von Schutzeinrichtungen führen.
 f.müssen Wartungs-, Instandhaltungs- und Einrichtarbeiten möglichst ohne Demontage der Schutzeinrichtungen zulassen.  f.Damit soll das Inbetriebnehmen der Maschine ohne funktionsfähige Schutzeinrichtungen vermieden werden.
31Sind heiße oder sehr kalte Oberflächen mit Schutzeinrichtungen versehen, die Verletzungen vermeiden?  Ausnahmen sind für den Wirkbereich von Maschinen zulässig. Die maximal zulässigen Temperaturwerte sind in der DIN EN ISO 13 732-1 festgelegt.
32Ist ein ausreichender Schutz auch für Einrichtarbeiten vorgesehen?  Für Einrichtarbeiten müssen immer Schutzeinrichtungen vorgesehen werden. Es ist nicht zulässig, die für den Normalbetrieb vorgesehenen Schutzeinrichtungen außer Kraft zu setzen, ohne dass andere Schutzeinrichtungen wirksam werden. Dieses Umschalten darf nur mittels eines abschließbaren Betriebsartenwahlschalters möglich sein.
    In Anhang I Nr. 1.2.5 der Maschinenrichtlinie wird gefordert:
    "Ist bei bestimmten Arbeitsgängen ein Betrieb der Maschine bei aufgehobener Schutzwirkung der Schutzeinrichtungen erforderlich, so sind der entsprechenden Wahlschalterstellung folgende Steuerungsvorgaben zuzuordnen:
    die Automatiksteuerung wird gesperrt;
    es sind nur Bewegungen möglich, wenn die Befehlseinrichtungen kontinuierlich betätigt werden (Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung);
    gefährliche Bewegungen von Teilen sind nur unter verschärften Sicherheitsbedingungen möglich, z.B. reduzierte Geschwindigkeit, reduzierte Leistung, Schrittbetrieb oder sonstige geeignete Vorkehrungen) und Gefahren, die sich aus Befehlsverkettungen ergeben, werden ausgeschaltet;
    Maschinenbewegungen, die aufgrund einer direkten oder indirekten Einwirkung auf maschineninterne Sensoren eine Gefahr darstellen können, werden gesperrt."
33Sinken schwere Maschinenteile beim Bruch von Hydraulik- oder Pneumatikleitungen oder beim Ausfall der Energie nicht herab?  Dieses Risiko muss immer durch zwangsläufig wirksame Schutzeinrichtungen vermieden werden, z.B. Rückschlagventile, mechanische Hochhaltungen.
34Sind die Schutzeinrichtungen, so wie in der Betriebsanleitung beschrieben, wirksam?  Durch die Überprüfung soll sichergestellt werden, dass Mängel durch Fehler in der Verkabelung im Schaltschrank aufgedeckt werden. Es ist z.B. zu prüfen, ob alle gefahrbringenden Bewegungen in die Verriegelungen mit einbezogen sind. Die Überprüfung ist auf alle Betriebsarten anzuwenden.
35Weisen die Schutzeinrichtungen eine ausreichende Schutzwirkung auf?  Im Rahmen dieser Überprüfung ist festzustellen, ob gefahrbringende Bewegungen ausreichend schnell zum Stillstand kommen und die Schutzeinrichtungen nicht leicht umgehbar sind: diese Anforderung ist erfüllt, wenn z.B. die Maße der trennenden Schutzeinrichtung die Anforderungen der DIN EN 294 erfüllen und die Sicherheitsabstände für BWS und Zweihandschaltungen der DIN EN 999 entsprechen (der Sicherheitsabstand soll an der Maschine angegeben sein).
36Lassen sich fest angebrachte trennende Schutzeinrichtungen nur mit Hilfe von Werkzeugen lösen?  Rändelschrauben oder Flügelmuttern sind zur Befestigung nicht zulässig.
37Sind Piktogramme, wie in der Betriebsanleitung aufgeführt, zur Warnung vor Restgefahren vorhanden?  Piktogramme sind z.B.:
   Blitzpfeil auf gelben Grund zur Warnung vor gefährlicher elektrischer Spannung,
   Warnung vor heißen Oberflächen.
38Ist für jede Energieart ein abschließbarer Hauptschalter vorhanden?  Der jeweilige Hauptschalter muss in der Aus-Stellung abschließbar sein, ein Vorhängeschloss reicht aus. Derartige Hauptschalter sind auch für die Pneumatik erhältlich. Für hydraulische Systeme kann der elektrische Hauptschalter die Abschaltfunktion übernehmen, wenn in der Aus-Stellung auch der Druckerzeuger (Hydraulikpumpe) abgeschaltet wird. Bei einem Nennstrom < 16 A und einer Nennleistung < 3 kW kann eine Steckverbindung die Hauptschalterfunktion übernehmen.
39Ist ein ausreichender Berührschutzschutz (Fingersicherheit) im elektrischen Schaltschrank gewährleistet?  Durch diese Maßnahme soll sichergestellt werden, dass bei Eingriffen im Schaltschrank (z.B. bei der Störungssuche, beim Einstellen von Grenzwerten) spannungsführende Teile nicht ungewollt berührt werden können.
40Sind alle elektrischen Betriebsmittel ausreichend gekennzeichnet?  Erfahrungsgemäß kommt es zwischen Hersteller und Käufer von Maschinen häufig zu Unstimmigkeiten wegen der Kennzeichnung von elektrischen Leitern im Schaltschrank. Die einschlägige Norm (DIN EN 60 204-1) ist in dieser Hinsicht nicht eindeutig formuliert. Es wird daher empfohlen, bei neuen Maschinen hier eine Klarstellung im Kaufvertrag vorzunehmen. Diese Vorgehensweise ist im Übrigen in DIN EN 60 204-1 ausdrücklich vorgesehen.
41Treten Risiken auf nach Ausfall und anschließender Wiederkehr der Energieversorgung?  Es ist insbesondere nicht zulässig, dass nach Energiewiederkehr bei aktiven Schutzeinrichtungen gefahrbringende Bewegungen unerwartet auftreten. Dieser Mangel tritt gelegentlich in elektropneumatischen Steuerungen auf.
42Wirkt die Not-Halt-Einrichtung so wie in der Betriebsanleitung beschrieben?  Die Not-Halt-Einrichtung sollte in der Regel die gefahrbringenden Bewegungen schnellstmöglich stillsetzen. Darüber hinaus soll gespeicherte Energie (insbesondere im Bereich der Pneumatik und Hydraulik) so weit wie möglich gefahrlos freigesetzt werden. Das Absinken schwerer Maschinenteile darf mit dem Betätigen des Not-Halt nicht verbunden sein.
43Lassen sich die Bereiche der Maschine,die zum Bedienen bestimmungsgemäß aufgesucht werden müssen, sicher begehen?  Hier ist insbesondere bei großen Maschinen zu überprüfen, ob alle notwendigen Arbeitsbühnen und sonstigen Aufstiege vorhanden sind. Die Auswahl der Zugänge (z.B. Treppe oder steiler Aufgang) und deren Ausführung ist in der Normenreihe DIN EN 14 122 beschrieben.
44Ist die elektrische Sicherheit der Maschine gewährleistet?  Hier ist insbesondere die Überprüfung der Maßnahmen gegenüber gefährlicher Körperdurchströmung angesprochen. Die Frage ist insbesondere beim Zusammenbau größerer Maschinen beim Betreiber von Bedeutung. Es ist sicherzustellen, dass die Messungen nach DIN EN 60 204-1 (Schutzleiterwiderstand, Isolationsmessung) durchgeführt und dokumentiert werden.
45Lassen sich Schutzeinrichtungen durch Unter- oder Übergreifen umgehen?  In erster Linie ist zu überprüfen, ob die Schutzeinrichtungen nicht leicht umgehbar sind. Dies ist der Fall, wenn die Anforderungen der DIN EN 294 und DIN EN 811 eingehalten werden.
46Wurden die Schutzeinrichtungen, wie in der Spezifikation der Betriebsanleitung vorgesehen, eingebaut?  Es ist z.B. zu überprüfen, ob der eingebaute Lichtvorhang das richtige Auflösungsvermögen aufweist (Angabe auf Typenschild prüfen oder Prüfstab verwenden).
47Entspricht die Ausführung der Maschinensteuerung dem zu sichernden Risiko?  Bei hohen Risiken (z.B. bei zyklischen Eingriffen in Gefahrbereiche mit hoher Verletzungsschwere) müssen die Schutzeinrichtungen und die Maschinensteuerung redundant und fehlererkennend aufgebaut sein. Merkmale hierfür sind z.B.:
    zwei Positionsschalter (PS) an trennenden Schutzeinrichtungen, beim Versagen eines PS lässt sich die Maschine nicht mehr starten,
    für das Stoppen gefahrbringender Bewegungen sind 2 Ventile vorhanden, beim Versagen eines Ventils lässt sich die Maschine nicht mehr starten,
    die BWS entspricht dem Typ 4 nach DIN EN 61496 (Angabe muss am Typenschild der BWS stehen),
    die Zweihandsteuerung entspricht dem Typ IIIC nach DIN EN 574.