DGUV Regel 101-021 - Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)

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Abschnitt 4.1, 4 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren bei me...
Abschnitt 4.1
Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)
Titel: Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 101-021
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren bei mechanischen Gefährdungen

4.1 Arbeitsplätze

4.1.1

BSM haben dafür zu sorgen, dass Arbeitsplätze für Schornsteinfegerarbeiten so eingerichtet und beschaffen sind, dass sie entsprechend

  • der Art der baulichen Anlage,

  • den Witterungsverhältnissen,

  • den jeweils auszuführenden Arbeiten

ein sicheres Arbeiten gewährleisten.

Siehe § 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Arbeitsplätze an Feuerstätten gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen an die Abmessung von Standflächen nach Abschnitt 6.3.4 DIN 18160-5 erfüllt sind.

Arbeitsplätze an Abgasanlagen gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen an Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18160-5 erfüllt sind.

Arbeitsplätze an Dunstabzugsanlagen und Lüftungsanlagen gewähren z.B. dann ein sicheres Arbeiten, wenn die Anforderungen

  • an die Standflächen an der Mündung nach Abschnitt 6.1 DIN 18160-5

    oder

  • an die Standflächen unterhalb der Mündung nach den Abschnitten 6.1 und 6.3.2 Abs. 1 DIN 18160-5

erfüllt sind, oder

  • im Bereich der waagerechten Leitungen und an den zugehörigen Hauben an geeignete Arbeitsplätze vorhanden sind.

    Geeignete Arbeitsplätze sind z.B.

  • Kleingerüste, siehe BG-Regel "Gerüstbau - Kleingerüste" (BGR 173) (zwischenzeitlich zurückgezogen),

  • Podestleitern, siehe Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D36),

  • Tritte, siehe Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D36).

Aus baulichen Gründen können als Arbeitsplätze an Dunstabzugsanlagen unterhalb der Mündung auch Stehleitern nach DIN EN 131 "Leitern" verwendet werden.

4.1.2

An Arbeitsplätzen auf geneigten Flächen, auf denen die Gefahr des Abrutschens von Personen besteht, darf nur gearbeitet werden, nachdem Maßnahmen gegen das Abrutschen vom Arbeitsplatz getroffen sind.

Siehe § 8 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Die Gefahr des Abrutschens von Versicherten kann unabhängig von der Neigung auftreten z.B. durch Materialbeschaffenheit der geneigten Fläche, Verschmutzung oder Witterungseinflüsse.

4.1.3

Für Arbeiten auf einer mehr als 45 geneigten Fläche sind besondere Arbeitsplätze zu schaffen.

Siehe § 8 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Besondere Arbeitsplätze bei der Durchführung von Abnahmetätigkeiten sind z.B.

  • Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18160-5

    oder

  • gelattete Dachflächen.

4.1.4

Für Arbeiten an und auf Dachflächen mit einer Neigung von mehr als 20 bis 60 und einer möglichen Absturzhöhe von mehr als 3,00 m müssen Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen vorhanden sein.

Siehe § 8 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Diese Forderung ist bei Abnahmetätigkeiten z.B. erfüllt, wenn

  • Einrichtungen nach Abschnitt 6.1 DIN 18160-5

    oder

  • Dachfanggerüste nach DIN 4420 "Arbeits- und Schutzgerüste"

vorhanden sind.

Siehe BG-Regel "Gerüstbau - Allgemeiner Teil" (BGR 165) (zwischenzeitlich zurückgezogen; siehe Gerüstbaunormen DIN 4420 und DIN EN 12 811).

4.1.5

Zusätzlich zu Abschnitt 4.1.4 darf bei Arbeiten an und auf Dachflächen mit Neigungen von mehr als 45 bis 60 der Höhenunterschied zwischen den Arbeitsplätzen und den Einrichtungen zum Auffangen abrutschender Personen nicht mehr als 5 m betragen.

Siehe § 8 Abs. 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Diese Forderung gilt nicht, wenn Standflächen nach Abschnitt 6.1 DIN 18160-5 vorhanden sind.