DGUV Regel 101-021 - Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)

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Abschnitt 3.7, 3.7 Bestehende Anlagen
Abschnitt 3.7
Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)
Titel: Schornsteinfegerarbeiten (bisher: BGR 218)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 101-021
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.7 – 3.7 Bestehende Anlagen

3.7.1
Allgemeines

3.7.1.1

Vor Beginn der Schornsteinfegerarbeiten haben BSM zu ermitteln, ob

  • die Voraussetzungen nach Abschnitt 3.2 durch den Eigentümer des Grundstückes oder durch den Bauherrn erfüllt sind,

    oder

  • im vorgesehenen Arbeitsbereich Anlagen vorhanden sind, durch die Versicherte gefährdet werden können.

Siehe § 16 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Gefahren können ausgehen z.B. von

  • Elektrischen Anlagen

  • Anlagen mit Explosionsgefahren,

  • Rohrleitungen, Kanälen, Schächten, Behältern oder ähnlichem,

  • Kran-, Befahr- und Förderanlagen,

  • Gefahrstoffen,

  • Sende- oder Radaranlagen.

3.7.1.2

Haben BSM Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, insbesondere hinsichtlich der Sicherung gegen Unfallgefahr, so haben sie diese dem Grundstückseigentümer unverzüglich - möglichst schon vor Beginn der Arbeiten - schriftlich mitzuteilen.

Siehe § 13 Abs. 1 Schornsteinfegergesetz.

3.7.1.3

Sind Anlagen nach Abschnitt 3.7.1.1 vorhanden, haben BSM die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit dem Eigentümer oder Betreiber und den zuständigen Behörden festzulegen und durchzuführen.

Siehe § 16 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

3.7.1.4

Bei unvermutetem Antreffen von Anlagen nach Abschnitt 3.7.1.1 sind die Arbeiten sofort zu unterbrechen. Der Vorgesetzte nach Abschnitt 3.4.1 ist zu verständigen.

Siehe § 16 Abs. 3 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

3.7.2
Öffnungen und Vertiefungen

BSM haben dafür zu sorgen, dass an Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen im Bereich von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen Einrichtungen vorhanden sind, die ein Abstürzen, Hineinfallen und Hineintreten von Personen verhindern.

Siehe § 12a der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Dies wird z.B. erreicht, wenn die Öffnungen oder Vertiefungen umwehrt oder begehbar und unverschieblich abgedeckt sind.

Als Öffnungen gelten

  • Öffnungen mit einem Flächenmaß ≤ 9 m2

    oder

  • gradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante ≤ 3 m lang ist.

Kanten größerer Öffnungen gelten als Absturzkanten und sind nach Abschnitt 4.3 zu sichern.

3.7.3
Nicht begehbare Bauteile

BSM haben dafür zu sorgen, dass für Arbeiten auf Bauteilen, die vom Auflager abrutschen oder beim Begehen brechen können, besondere Arbeitsplätze und Verkehrswege geschaffen werden.

Siehe § 11 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).

Bauteile, die vom Auflager abrutschen können sind z.B. lose aufgelegte Gitterroste. Bauteile die beim Begehen brechen können, sind z.B. Faserzementplatten, Lichtplatten, Oberlichter, Glasdächer oder Lüftungskanäle.

Die Anforderungen an besondere Arbeitsplätze und Verkehrswege sind z.B. dann erfüllt, wenn sie Abschnitt 6.1 DIN 18160-5 für nicht begehbare Bauteile entsprechen.