DGUV Regel 109-007 - Wärmebehandlung von Metallen in Salzbädern (bisher: BGR/GUV...

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Abschnitt 6, 6 Besonderheiten beim Betrieb von Salzabschreck...
Abschnitt 6
Wärmebehandlung von Metallen in Salzbädern (bisher: BGR/GUV-R 153)
Titel: Wärmebehandlung von Metallen in Salzbädern (bisher: BGR/GUV-R 153)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – 6 Besonderheiten beim Betrieb von Salzabschreckbädern an Schutzgasöfen

Für den Betrieb von Schutzgasöfen mit Salzabschreckbädern gelten die allgemeinen Sicherheitsregeln für Schutzgasöfen und die allgemeinen Sicherheitsregeln für Salzbäder. Durch die Kombination der beiden Anlagenteile entstehen neue Gefährdungen. Diese Gefährdungen werden im Weiteren behandelt.

Die beim Warmbadhärten bzw. Bainitisieren verwendeten Salze sind üblicherweise eine Mischung aus Nitrit- und Nitratsalzen. Diese Salze wirken stark oxidierend und können dementsprechend heftig mit organischen Stoffen, z.B. Russablagerungen, reagieren. Reichern sich derartige Stoffe in Salzschmelzen an oder wird eine größere Menge auf einmal eingetragen, besteht eine erhebliche Gefahr von Bränden oder gar explosionsartigen Reaktionen, bei denen die Bildung von nitrosen Gasen nicht ausgeschlossen werden kann.

6.1

Es gelten sinngemäß die Anforderungen für Salzabschreckbäder wie in den Kapiteln 4 und 5 beschrieben.

6.2

Das Salzabschreckbad muss über eine gute Umwälzung verfügen.

Durch eine gute Umwälzung werden Ablagerungen am Wannen- oder Tiegelboden vermieden sowie Überhitzungseffekte der Heizung verhindert. Eine gute Umwälzung minimiert ebenfalls örtliche Überhitzungen bzw. Wärmestaus aufgrund des Härteguts (z.B. große Oberflächen bei Kleinteilen). Bei Anlagen mit Fallschacht ist ein wirksamer Salzsperrschleier erforderlich. Er trägt zur thermischen Entkopplung von Ofen und Abschreckbad bei.

6.3

Das Salzbad sollte möglichst weitgehend abgedeckt sein.

Durch eine Abdeckung wird sowohl ein Eintragen von Fremdstoffen als auch das Freisetzen schädlicher Dämpfe reduziert.

6.4

Der Schutzgasofen muss so betrieben werden, dass eine Bildung von Russablagerungen im Ofen bzw. an den Bauteilen so gering wie möglich ist.

Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Russbildung sind:

  • Regelung der Schutzgasofenatmosphäre auf einen C-Pegel unterhalb der Russgrenze,

  • regelmäßiges Ausbrennen des Ofens,

  • die Bauteile sollten frei von fettigen oder öligen Rückständen sein.

6.5

Das Salzabschreckbad muss regelmäßig gereinigt und entschlammt werden.

Eine saubere Schmelze verbessert auch die Behandlungsergebnisse und deren Reproduzierbarkeit.

6.6

Das Salzabschreckbad ist regelmäßig zu überprüfen.

Die wichtigsten Parameter bei der Überprüfung des Salzabschreckbades sind:

  • der Karbonatgehalt und

  • das Schmelzverhalten (Farbe, Geruch, sichtbare Verunreinigungen).

Weitere Informationen zur Beurteilung des Zustandes des Salzabschreckbades kann durch die Bestimmung des TOC-Gehaltes (Total Organic Carbon) gewonnen werden.

Die Intervalle, in denen das Salzabschreckbad überprüft werden sollte, hängen ab von Anlagenauslastung, Sauberkeit der Bauteile, Zustand des Schutzgasofens sowie des C-Pegels des Schutzgasofens und sollten in Absprache mit dem Salzlieferanten festgelegt werden.