DGUV Regel 103-006 - Regeln für die Sicherheit von Einrichtungen zur drahtlosen ...

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Abschnitt 4.1, 4 Bau und Ausrüstung 4.1 Einrichtungen zur dr...
Abschnitt 4.1
Regeln für die Sicherheit von Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen (bisher: BGR 149)
Titel: Regeln für die Sicherheit von Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen (bisher: BGR 149)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 103-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4 Bau und Ausrüstung

4.1 Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen

Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen müssen so beschaffen sein, daß bei bestimmungsgemäßer Verwendung nur die Steuerbefehle vom Empfangsgerät ausgegeben werden, die am Steuergerät durch Betätigen der Stellteile erteilt werden. Sie müssen die nachstehenden Bedingungen erfüllen:

  1. 1.

    Steuerbefehle müssen mit ausreichender Sicherheit übertragen werden. Hierzu sind entsprechende Maßnahmen zur Absicherung der Adressen und Daten auf dem Übertragungsweg erforderlich. CRC-Absicherung bzw. zyklische Redundanz mit Hamming-Distanz Hd ≥ 4 sind als praxiserprobte Mindestanforderungen unabhängig von der Anwendung erforderlich.

  2. 2.

    Bei einer Störung der drahtlosen Übertragung muß das Empfangsgerät einen sicheren Zustand der zu steuernden Anlage herbeiführen. Die dafür zulässige Reaktionszeit des Empfangsgerätes ist aufgrund einer Gefährdungsanalyse festzulegen.

    In den nachfolgend benannten Regelwerken sind dazu folgende (praxiserprobte) maximale Reaktionszeiten festgeschrieben:

    1. -

      "Richtlinien für Funkfernsteuerungsanlagen für Seilwinden für die Land- und Forstwirtschaft":

      0,5 s

    2. -

      "Richtlinien für Funkfernsteuerungsanlagen von Kranen (ZH 1/547)":

      2,0 s

    3. -

      VDV-Schrift 201-8/92 "Bedingungen für die Gestaltung von Funkfernsteuerungsanlagen für Triebfahrzeuge von nichtbundeseigenen Bahnen":

      4,0 s

    Abweichungen hiervon, insbesondere bei anderen Anwendungsfällen, sind nach einer Gefährdungsanalyse festzulegen. Kommt vor Ablauf der Reaktionszeit wieder eine ungestörte Verbindung zustande, muß der zu diesem Zeitpunkt aktuelle Steuerbefehl des Steuergerätes ausgeführt werden.

  3. 3.

    Das Adreßmerkmal darf nur durch den Fernsteuerungshersteller vergeben und hergestellt werden.

  4. 4.

    Es muß sichergestellt sein, daß mit einem Adreßmerkmal jeweils nur ein Sender-Empfänger-Paar betrieben werden kann. In Ausnahmefällen dürfen von einem Bediengerät mehrere Empfänger gesteuert werden, wenn eindeutige Kennungsmerkmale für die im System befindlichen Sende- und Empfangsgeräte vergeben wurden.

    Einen solchen Ausnahmefall stellt z.B. die Parallelfahrt von Kranen dar.

  5. 5.

    Jedes Adreßmerkmal darf vom Hersteller nur einmal vergeben werden.

  6. 6.

    Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen sollten so entkoppelbar sein, daß eine störende Beeinflussung beim Einsatz mehrerer Einrichtungen zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen verhindert wird. Zu vermeiden sind:

    • ein ungewolltes Ingangsetzen von Triebwerken bei Einsatz mehrerer Funkfernsteuerungsanlagen,

    • eine ungewollte Stillsetzung von Triebwerken.

    Eine gewollte Beeinflussung ist beim Einsatz von Mehrfachnutzungssystemen gegeben. Hierbei beeinflussen sich die Steuergeräte derart, daß jedes Steuergerät für seine Aussendungen ein Zeitfenster in Abhängigkeit von den Sendungen anderer Steuergeräte erhält.

  7. 7.

    Bei Auftreten eines Fehlers muß eine automatische Stillsetzung nach Nummer 2 erfolgen oder es muß die Möglichkeit der Stillsetzung noch gegeben sein. Das sicherheitstechnische Niveau einer Steuerung darf durch den Einsatz der Einrichtung zur drahtlosen Übertragung von Steuerbefehlen nicht herabgesetzt werden.