DGUV Regel 108-001 - Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/...

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Abschnitt 3, 3 Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Gefahr...
Abschnitt 3
Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/GUV-R 141)
Titel: Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/GUV-R 141)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 108-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – 3 Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit

3.1
Soweit nicht anders bestimmt, richten sich die Festlegungen der nachfolgenden Abschnitte an Unternehmer und Versicherte.

3.2
Der Unternehmer hat Arbeitsmittel, persönliche Schutzausrüstungen und Arbeitsplätze entsprechend den Vorgaben des staatlichen Rechts und den Konkretisierungen der nachfolgenden Abschnitte auszuwählen, bereitzustellen bzw. einzurichten und zu betreiben.

Die Betriebssicherheitsverordnung fordert in § 4 sinngemäß, dass der Arbeitgeber - unbeschadet seiner Pflichten nach den §§ 3, 4 und 5 Arbeitsschutzgesetz - die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen hat, damit nur Arbeitsmittel ausgewählt und den Beschäftigten bereitgestellt werden, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet sind.

Ist es nicht möglich, demgemäß Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten in vollem Umfang zu gewährleisten, hat der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen zu treffen, um eine Gefährdung möglichst gering zu halten. Bei den Vorkehrungen und Maßnahmen hat er die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden.

Siehe auch § 3a der Arbeitsstättenverordnung und § 2 der PSA-Benutzungsverordnung.

3.3
Gefährdungsbeurteilung

3.3.1
Für den Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen hat der Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Die Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ergibt sich aus § 3 Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit § 5 Arbeitsschutzgesetz sowie aus § 3 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1).

Die Gefährdungsbeurteilung für den Umgang mit Zahlungsmitteln dient in erster Linie dazu, geeignete Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit der Beschäftigten vor den Risiken durch Raubüberfälle festzulegen.

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution bietet als Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung einen "Sicherheits-Check - Raubüberfälle im Einzelhandel" (Bestell-Nr. A 122) an.

3.3.2
Bei der Gefährdungsermittlung sind bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit der Beschäftigten vor den Risiken durch Raubüberfälle zu berücksichtigen.

3.3.3
Bei der Auswahl der Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit der Beschäftigten vor den Risiken durch Raubüberfälle sind sowohl die allgemeine Sicherheitslage/Standortproblematik der Verkaufsstelle als auch der Umfang und die Art des Umgangs der Beschäftigten mit Zahlungsmitteln in der Verkaufsstelle zu berücksichtigen.

3.3.4
Bei Veränderungen der Arbeitsplatzbedingungen hat der Unternehmer seine Ermittlungen zu überprüfen.

3.3.5
Der Unternehmer hat seine Erkenntnisse nach den Abschnitten 3.2.3 bis 3.2.4 auf der Grundlage der Gefährdungsermittlung zu dokumentieren. Bei vergleichbaren Arbeitscharakteristiken und Gefährdungen kann für mehrere Versicherte eine gemeinsame Dokumentation erfolgen.