DGUV Regel 108-001 - Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/...

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Abschnitt 4.2, 4.2 Gemeinsame Bestimmungen
Abschnitt 4.2
Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/GUV-R 141)
Titel: Umgang mit Zahlungsmitteln in Verkaufsstellen (bisher: BGR/GUV-R 141)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 108-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – 4.2 Gemeinsame Bestimmungen

4.2.1
Allgemeines

Die Abschnitte 4.2.2 bis 4.2.5 gelten nicht für Verkaufsstände im Freien.

4.2.2
Telefon

An einer geeigneten Stelle, möglichst in unmittelbarer Nähe eines ständig besetzten Arbeitsplatzes, muss ein leicht zugängliches Telefon vorhanden sein, mit dem Hilfe herbeigerufen werden kann. Die Rufnummern bzw. die Bedeutung der Zieltasten der hilfebringenden Stellen sind deutlich erkennbar und dauerhaft am Telefon anzugeben.

Geeignet ist z. B. ein amtsberechtigtes Telefon, ein Telefon mit festgelegten Zieltasten oder eine Nebenstellenanlage mit ständig besetzter Zentrale.

4.2.3
Anschlussleitung des Telefons

Die Anschlussleitungen des Telefons und, falls vorhanden, der Überfallmeldeanlage müssen auch außerhalb des Gebäudes gegen Beschädigungen geschützt verlegt sein.

4.2.4
Von Kunden benutzte Ein- und Ausgänge

Von Kunden benutzte Ein- und Ausgänge müssen von einem Kassenbereich oder einem anderen ständig besetzten Arbeitsplatz aus einsehbar sein.

4.2.5
Von Geldboten benutzte Ausgänge

Türen, die von Geldboten als Ausgang benutzt werden, ausgenommen Kundenausgänge und Türen, die auf belebte Verkehrsflächen führen, müssen folgenden Anforderungen genügen:

  1. 1.

    Die Türen müssen selbstschließend sein;

    z.B. durch (selbsttätige) Türschließer. Bewährt haben sich auch automatische Türschließer in Verbindung mit einem selbstverriegelnden Einsteckschloss mit Panikfunktion.

  2. 2.

    Die Türen dürfen sich von außen nur durch Schlüssel oder Sicherheitseinrichtungen öffnen lassen.

    Sicherheitseinrichtungen mit Zutrittsberechtigung sind z. B. Codetastatur, Chipkarten, Transponder.

  3. 3.

    Die Türen müssen den Durchblick von innen nach außen ermöglichen und den Einblick von außen verhindern.

    Dies kann z.B. durch einen Weitwinkelspion oder den Einsatz einer Videokamera zur Überwachung des Bereichs vor der Tür erfolgen.

    Türen in Brandwänden dürfen nur mit Zustimmung der Bauaufsichtsbehörde verändert werden. Bei Videoaufzeichnungen im öffentlichen Bereich ist das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu beachten.

  4. 4.

    Der Außenbereich hinter diesen Ausgängen muss mit einer von innen schaltbaren Außenbeleuchtung versehen sein. Die Beleuchtung muss so gesteuert sein, dass sie den Außenbereich nach dem Verlassen des Betriebsgeländes durch den Geldboten noch mindestens zehn Minuten ausleuchten kann.

    Der Sichtbereich sollte nicht durch Hecken, Buschwerk, Zäune, Mauern u. a. eingeschränkt sein.

4.2.6
Weitere Maßnahmen

Der Unternehmer hat zu prüfen, ob insbesondere bei erhöhtem Überfallrisiko weitere Maßnahmen für die jeweilige Verkaufsstelle geeignet und erforderlich sind.

Ein erhöhtes Überfallrisiko kann z. B. vorliegen bei

  • Nachtbetrieb zwischen 22 und 6 Uhr,

  • bei Dunkelheit,

  • fehlender Möglichkeit für die Öffentlichkeit, den Kassenbereich einzusehen,

  • der Anwesenheit nur einer Person in der Verkaufsstelle,

  • regelmäßig hohem Geldbestand,

  • erhöhtem kriminellen Potential in der Umgebung.

Beispiele für weitere Maßnahmen siehe Anhang 1.

Die Durchführung weiterer Maßnahmen kann sich zusätzlich günstig auf die Prämie für die Sachversicherung auswirken.