DGUV Regel 114-006 - Richtlinien für Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen...

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Abschnitt 4.4, 4.4 Besondere Bestimmungen für Liegeplätze in...
Abschnitt 4.4
Richtlinien für Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen (bisher: BGR 136)
Titel: Richtlinien für Liegeplätze in Führerhäusern und Ruheräumen von Fahrzeugen sowie Dachschlafkabinen (bisher: BGR 136)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.4 – 4.4 Besondere Bestimmungen für Liegeplätze in Ruheräumen von Kraftomnibussen

4.4.1

Ruheräume, die sich unterhalb des Fahrgastraumes befinden, dürfen nicht in einem Abstand von weniger als 1,2 m von der vorderen bzw. der hinteren Fahrzeugbegrenzung des Kraftomnibusses angeordnet sein.

4.4.2

Liegeplätze in Ruheräumen von Kraftomnibussen müssen wie folgt bemessen sein:

 mindestens (mm)empfohlen (mm)
Breite≥ 600≥ 700
Länge≥ 1900≥ 2000
Lichte Höhe über Liegefläche  
-für quer zur Fahrzeuglängsachse angeordnete Ruheräume≥ 650≥ 900
-für längs zur Fahrzeuglängsachse angeordnete Ruheräume≥ 900 
Umfang der Querschnittsfläche quer zur Ruheraum-Längsachse≥ 2800 

Eine Einschränkung der lichten Höhe im Bereich des Mittelganges des Fahrgastraumes ist zulässig, jedoch muss der Fluchtweg nach beiden Seiten erhalten bleiben.

4.4.3

Ruheräume müssen vom Innenraum des Kraftomnibusses einen Zugang haben, der

  • eine Durchstiegsöffnung von mindestens 550 x 450 mm aufweist,

  • im Bereich vor der Durchstiegsöffnung eine geeignete und ausreichend große Fläche zum Erreichen und Verlassen des Ruheraumes aufweist,

  • jederzeit freien Durchstieg gewährleistet

    und

  • zum Fahrgastraum mit einer Abtrennung versehen ist, die sowohl von innen als auch von außen leicht und einfach geöffnet werden kann.

4.4.4

Ruheräume, die parallel zur Fahrzeuglängsachse angeordnet sind, müssen einen Notausstieg nach außen und einen Ausstieg nach innen aufweisen.

4.4.5

Ruheräume, die quer zur Fahrzeuglängsachse angeordnet sind, müssen unabhängig vom Zugang zum Innenraum an jeder Fahrzeuglängsseite jeweils einen Notausstieg haben, von denen ein Notausstieg als Fenster ausgebildet sein kann.

4.4.6

Jeder Notausstieg muss eine Öffnung von mindestens 0,2 m2 Größe aufweisen, wobei eine der Seitenlängen das Maß von 350 mm nicht unterschreiten darf.

Bei quadratischem Querschnitt ergibt sich eine Öffnung von 450 x 450 mm, unter Einbeziehung des Mindestseitenmaßes von 350 mm ergibt sich eine Öffnung von 570 x 350 mm.

4.4.7

Die Notausstiege müssen von innen erkennbar und leicht zu öffnen sein.

Dies schließt ein, dass

  • Notausstiege gekennzeichnet sind, sofern sie als solche nicht eindeutig erkennbar sind

    und

  • die Art des Öffnens sinnfällig gekennzeichnet ist, sofern diese nicht eindeutig erkennbar ist.

4.4.8

Notausstiege müssen im Gefahrfall von außen durch Rettungspersonal geöffnet werden können.

4.4.9

Ruheräume müssen mindestens mit einem Fenster ausgerüstet sein, das die Sicht nach außen ermöglicht.

4.4.10

Zugänge zu Ruheräumen sowie Notausstiege müssen von außen erkennbar nach Anhang 1 gekennzeichnet sein.

Die Hinweiszeichen sollen das Rettungspersonal bei Unfällen darauf hinweisen, dass sich in den Ruheräumen Personen befinden können.

4.4.11

Zur wechselseitigen Verständigung zwischen einem sich im Ruheraum aufhaltenden Versicherten und dem Fahrzeugführer muss eine Signaleinrichtung vorhanden sein.

Dies kann z.B. eine Gegensprechanlage sein.

4.4.12

Ruheräume müssen mit einer vom Fahrgastraum unabhängigen Belüftungseinrichtung mit ausreichendem Luftwechsel und einer nicht verschließbaren Entlüftung ausgerüstet sein. Eine Gefährdung durch Abgase muss wirksam verhindert sein.

4.4.13

Abweichend von den Abschnitten 4.1.7 und 4.4.12 müssen Ruheräume in Kraftomnibussen nur während der Fahrt ausreichend erwärmt und unabhängig vom Fahrgastraum belüftet werden können. Für die Erwärmung ist eine vom Fahrzeugmotor (Abwärme) unabhängige fahrzeugeigene Heizung (Standheizung) nicht erforderlich.

Siehe Abschnitt 5.8.

4.4.14

Ruheräume müssen mit einer Sicherheitslüftung ausgerüstet sein, die die erforderliche Mindestzufuhr von Frischluft gewährleistet, auch wenn die sonstigen vorhandenen Lüftungsmöglichkeiten nicht geöffnet sind. Der Querschnitt der Sicherheitslüftung muss so bemessen sein, dass der CO2-Wert von 1 Vol.-Prozent nicht überschritten wird.

Siehe auch DIN 7941 "Caravan; Begriffe, Maße, Anforderungen und Prüfung".

4.4.15

Heizung und Lüftung müssen zugfrei einsetzbar sein und vom Ruheraum aus regelbar sein.

4.4.16

Lichtschalter für die separate Innenbeleuchtung müssen selbstleuchtend (fluoreszierend) und in der Nahe des Zugangs angebracht sein. Selbstleuchtende Lichtschalter sind nicht erforderlich, wenn eine Orientierungsbeleuchtung vorhanden ist.

4.4.17

In Ruheräumen muss das Verbotszeichen "Rauchen verboten" deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein. Das Verbotszeichen muss der BG-Vorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV A8, bisherige VBG 125) entsprechen.