DGUV Regel 109-002 - Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR...

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Abschnitt 3.5.3.6, 3.5.3.6 Luftleitungen
Abschnitt 3.5.3.6
Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5.3.6 – 3.5.3.6 Luftleitungen

Luftleitungen müssen folgenden Anforderungen genügen:

  1. 1.

    Luftleitungen sind so zu gestalten, bemessen und auszuführen, dass

    1. a)

      der Austritt gefährlicher Stoffe und brennbarer Gase, Dämpfe oder Stäube in gefahrdrohender Menge in die Arbeitsumgebung durch Dichtheit der Apparatur vermieden ist,

    2. b)

      sich im Leitungssystem möglichst keine Verunreinigungen ablagern

      und

    3. c)

      zu hohe Strömungsgeräusche vermieden sind.

    Hinsichtlich Dichtheit der Apparatur siehe Abschnitt E 1.3.2 der "Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)" (BGR 104).

    Dicht bedeutet eine Ausführung entsprechend den Dichtheitsklassen nach DIN V 24194-2 "Kanalbauteile für lufttechnische Anlagen; Dichtheit; Dichtheitsklassen von Luftkanalsystemen".

    Bei staub- und nebelförmigen Luftverunreinigungen ist anzustreben, die Luftleitungen so zu bemessen, dass in allen Leitungsteilen gleiche Strömungsgeschwindigkeiten vorhanden und sie strömungsgünstig gestaltet sind.

    Staubförmige Luftverunreinigungen lagern sich im Allgemeinen nicht in Leitungsteilen ab, wenn die Strömungsgeschwindigkeit je nach Dichte des Staubes zwischen 15 und 20 m/s liegt.

    Dampfförmige Luftverunreinigungen können durch Taupunktunterschreitung kondensieren. Dies kann durch Wärmedämmung und gegebenenfalls Beheizung der Luftleitungen verhindert werden.

    Luftleitungen sind strömungstechnisch günstig gestaltet, wenn

    • sie kurz, geradlinig und innen glatt sind,

    • Richtungsänderungen durch Krümmer über große Radien und stetig erfolgen, z.B. durch mehrere Segmentstücke,

    • bei gegebenenfalls erforderlichen scharfkantigen Richtungsänderungen Leitbleche eingefügt werden,

    • Querschnittserweiterungen an Leitungseinmündungen (Leitungsvereinigungen) schlanke Übergänge besitzen (Erweiterungswinkel höchstens 10),

    • übergangslose Querschnittsänderungen vermieden sind,

    • Einzelleitungen in Richtung des Luftstromes unter möglichst spitzem Winkel in Sammelleitungen einmünden.

    Flexible Faltrohre sind strömungstechnisch besonders ungünstig.

    Mit steigender Strömungsgeschwindigkeit nimmt die Geräuschbildung zu. Zulässige Geräuschbildung in Räumen siehe DIN 1946-2 "Raumlufttechnik; Gesundheitstechnische Anforderungen (VDI-Lüftungsregeln)". Lärmminderungsmaßnahmen siehe VDI 2081 "Geräuscherzeugung und Lärmminderung in Raumlufttechnischen Anlagen".

  2. 2.

    Zur Kontrolle und zur Reinigung der Luftleitungen müssen von außen leicht zugängliche Öffnungen in ausreichender Anzahl vorhanden sein. Bei Anfall von Kondensat sind die Leitungen mit einer Neigung in Richtung geeigneter Ablasseinrichtungen vorzusehen.

  3. 3.

    Luftleitungen müssen den zu erwartenden Beanspruchungen standhalten und sicher verlegt sein.

    Beanspruchungen können z.B. Abrasion, Korrosion oder Längenänderungen sein.

    Sicher verlegt bedeutet z.B.

    • in ausreichender Höhe über Arbeitsplätzen und Verkehrswegen,

    • angemessenen Sicherheitsabstand zu kraftbewegten Betriebsmitteln,

    • ausreichende Befestigung.

    Angaben zur Bemessung der Höhe oberhalb von Verkehrswegen enthält die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2 "Verkehrswege".

    Hinsichtlich Sicherheitsabstände siehe z.B. Unfallverhütungsvorschriften "Krane" (BGV D6) und "Schienenbahnen" (BGV D30); siehe auch DIN EN 294 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen".

  4. 4.

    Luftleitungen müssen brandschutztechnischen Anforderungen genügen.

    Brandschutztechnische Anforderungen siehe DIN 4102-6 "Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen; Lüftungsleitungen; Begriffe, Anforderungen und Prüfungen".

    Die brandschutztechnischen Anforderungen sollen mit den zuständigen Brandschutzstellen beraten werden.