DGUV Regel 109-002 - Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.5.2.3, 3.5.2.3 Spezielle Anforderungen
Abschnitt 3.5.2.3
Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5.2.3 – 3.5.2.3 Spezielle Anforderungen

Raumlufttechnische Anlagen müssen folgenden speziellen Anforderungen genügen:

  1. 1.

    Anlagen zur maschinellen Lüftung haben durch Abführung der Luftverunreinigungen die Anforderungen nach Abschnitt 3.1 zu erfüllen.

    Die Abführung der Luftverunreinigungen kann von der Zuluft und deren Luftführung beeinflusst und wirksam unterstützt werden.

  2. 2.

    Ein Überströmen von Luftverunreinigungen aus benachbarten Räumen oder in benachbarte Räume ist zu vermeiden, wenn dies zu einer Minderung der vorhandenen Luftqualität führt.

  3. 3.

    Bei der raumlufttechnischen Anlage ist die Außenluft mit geeigneten Filtern zu reinigen.

    Siehe Abschnitt 4.2.4 der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 5 "Lüftung".

    Die Zu- und Außenluft enthält im Allgemeinen geringe Luftverunreinigungen, wenn z.B.

    • Luftansaugöffnungen in einer Höhe von mindestens 3 m über der Erdoberfläche liegen und so angeordnet sind, dass benachbarte Quellen von Luftverunreinigungen, z.B. Fortluftaustrittsstellen, Schornsteine, und Hauptwindrichtung berücksichtigt werden,

    • der Zustrom von Luftverunreinigungen aus Nachbarräumen verhindert ist; siehe Abschnitt 3.5.2.3 Nr. 2.

    Zur Auswahl der Filter siehe DIN EN 779 "Partikel-Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung"; siehe auch Anhang 2.

  4. 4.

    Fortluft- und Außenluftöffnungen müssen so zueinander angeordnet sein, dass die Fortluft nicht wieder in den Raum zurück geführt wird (Kurzschlusslüftung).

    Diese so genannte Kurzschlusslüftung wird vermieden, wenn sich Fenster und Außenluftansaugstellen nicht in der Nähe von Fortluftaustrittsstellen befinden. Bei der Anordnung sind Windrichtungen sowie Luftströmungen am Gebäude und in dessen näherer Umgebung zu berücksichtigen.

  5. 5.

    Die Luftführung muss so gewählt sein, dass die Bewegungsrichtung der verunreinigten Luftströme unterstützt wird. Die Zuluft muss zur Unterstützung der Luftführung in geeigneter Weise zugeführt sein. Die Zuluft ist so zu führen, dass keine Zuglufterscheinungen auftreten.

    Geeignet heißt, dass die Zuluft möglichst ortsnah und impulsfrei zuströmt; siehe Tabelle 5 VDI 2262 Blatt 3 "Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe; Lufttechnische Maßnahmen".

    Zuglufterscheinungen sind z.B. abhängig von der Raumtemperatur, der Schwere der Arbeit, der Kleidung und der Luftgeschwindigkeit.

  6. 6.

    Die Luftvolumenströme müssen so ausgelegt sein, dass die Forderungen für die Luft am Arbeitsplatz nach Abschnitt 3.1 erfüllt sind.

    Siehe VDI-Richtlinien

    -VDI 2262"Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz; Minderung der Exposition durch luftfremde Stoffe",
    -VDI 3802"Raumlufttechnische Anlagen für Fertigungsstätten ",
    -VDI/DVS 6005"Lüftungstechnik beim Schweißen und den verwandten Verfahren".
  7. 7.

    Anlagen zur maschinellen Lüftung müssen mit Abscheidern unterschiedlicher Art oder Kombinationsabscheidern ausgerüstet sein, wenn gleichzeitig gasförmige, feste oder flüssige Luftverunreinigungen abgeschieden werden. Hierbei sind auch verfahrenstechnische Gesichtspunkte zu berücksichtigen; so sind Partikelabscheider vor Gasabscheidern anzuordnen.

    Durch Anordnung von Partikelabscheidern vor Gasabscheidern soll erreicht werden, dass

    • Gasabscheider nicht unwirksam werden, z.B. durch Verunreinigungen oder Zusetzen,

      und

    • Ausdampfungen aus abgefilterten Luftverunreinigungen abgeschieden werden.

  8. 8.

    Durch Lüftungsmaßnahmen soll, soweit möglich, die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre verhindert oder eingeschränkt werden. Auf Schutzmaßnahmen zum Vermeiden wirksamer Zündquellen kann verzichtet werden, wenn durch die Art der Luftführung gewährleistet ist, dass sich an keiner Stelle und zu keiner Zeit gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann.

    Ständige konstante Belüftung von Betriebsräumen kann die Bildung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre nur dort sicher vermeiden, wo eine Abschätzung der maximalen Menge (Quellstärke) eventuell austretender Gase und Dämpfe, die explosionsfähige Atmosphäre zu bilden vermögen, möglich ist und die Lage der Quelle sowie die Ausbreitungsbedingungen ausreichend bekannt sind.

    Bei Stäuben bieten Lüftungsmaßnahmen im Allgemeinen nur dann einen ausreichenden Schutz, wenn der Staub an der Entstehungsstelle abgesaugt und zusätzlich gefährliche Staubablagerungen sicher verhindert werden.

  9. 9.

    Anlagen zur Absaugung brennbarer Luftverunreinigungen und explosionsfähiger Gemische müssen aus leitfähigen oder elektrostatisch ableitfähigen Werkstoffen hergestellt und geerdet sein. Ventilatoren und Abscheider müssen explosionsgeschützt sein.

    Hinsichtlich brennbarer Luftverunreinigungen und solchen, die mit Luft gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden können, siehe Abschnitt 3.1.

    Hinsichtlich Erdungsmaßnahmen siehe BG-Regel "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" (BGR 132).

    Hinsichtlich des Explosionsschutzes an Ventilatoren siehe VDMA 24 169-1 "Lufttechnische Anlagen; Bauliche Explosionsschutzmaßnahmen an Ventilatoren; Richtlinien für Ventilatoren zur Förderung von brennbare Gase, Dämpfe oder Nebel enthaltender Atmosphäre".