DGUV Regel 110-004 - Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)

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Anhang 1, Beispielsammlung für Maschinen, Geräte und Anlagen
Anhang 1
Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)

Anhangteil

Titel: Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 110-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 1 – Beispielsammlung für Maschinen, Geräte und Anlagen

1.1
Lagerung von Mehl

1.1.1
Silos für Mehl

Gefährdung durch

  1. 1.

    Staubexplosionen

  2. 2.

    Austreten von Mehl

  3. 3.

    Einsteigen oder Einfahren

  4. 4.

    Arbeiten in Silozellen

  5. 5.

    Angst beim Befahren von und Arbeiten in Silozellen

  6. 6.

    Unter- und Überdruck

  7. 7.

    Fehlerhafte Anordnung und Beschaffenheit von Füll- und Entnahmeöffnungen sowie -einrichtungen

  8. 8.

    fehlende Aufstiege und Arbeitsbühnen

Maßnahmen:

  1. 1.

    Es müssen Maßnahmen getroffen sein, die eine Explosion verhindern, z.B. durch

    • Vermeidung von Zündquellen,

    • staubdichte Ausführung der Anlage.

    Zündquellen können z.B. sein:

    • Elektrostatische Entladung,

    • Handlampen,

    • Heizkörper.

    Siehe auch Arbeitssicherheitsinformation "Sicherheit und Gesundheitsschutz in Mühlenbetrieben" (ASI 9.12).

  2. 2.

    Seitliche Türen oder Klappen unterhalb der höchstmöglichen Füllhöhe müssen so angeordnet und beschaffen sein, dass beim Öffnen Versicherte durch das Füllgut nicht verletzt werden können.

  3. 3.

    Öffnungen in Decken und Wänden, durch die eingestiegen oder eingefahren werden kann, müssen mit Sicherungen gegen unbefugtes Einsteigen oder Einfahren ausgerüstet sein.

    Einsteig- und Einfahröffnungen sowie Einbauten müssen so bemessen und angeordnet sein, dass

    • gefahrlos ein- und ausgestiegen werden kann,

    • gefahrlos ein- und ausgefahren werden kann,

    • Arbeiten im Silo gefahrlos ausgeführt werden können

      und

    • eine Rettung Versicherter möglich ist.

    Für Silos, in die zur Beseitigung von Stauungen oder zur Durchführung betriebsmäßiger Arbeiten von oben eingestiegen oder eingefahren werden muss, müssen im Betrieb Einrichtungen vorhanden sein, mit denen eingestiegen oder wenn die mögliche Einfahrtiefe mehr als 10 m beträgt eingefahren werden kann. Einfahreinrichtungen müssen auf Arbeitssicherheit geprüft sein. Strickleitern als Einsteigeeinrichtungen sind nicht zulässig.

    Einrichtungen zum Einsteigen sind z.B.

    • fest angebrachte Leitern, die bis zum Bodenansatz reichen,

    • Steigeisengänge, die bis zum Bodenansatz reichen,

    • Einhängeleitern, jedoch nur, wenn diese ohne Schwierigkeiten eingebracht werden können.

    Siehe auch BG-Regel "Behälter, Silos und enge Räume;

    • Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen" (BGR 117-1),

    • Teil 2: Umgang mit transportablen Silos" (BGR 117-2).

    Muss zum Beseitigen von Stauungen oder zur Durchführung betriebsmäßiger Arbeiten in Silos eingestiegen oder eingefahren werden, ist dies nur mit Erlaubnis und unter Überwachung eines Aufsichtführenden zulässig. Dieser hat vor dem Einsteigen oder Einfahren sicherzustellen, dass die Füll- und Mischeinrichtung - beim Einsteigen auch die Entnahmeeinrichtung - abgestellt und gegen unbeabsichtigtes und unbefugtes Ingangsetzen gesichert sind.

    Bei gleich bleibenden Betriebsverhältnissen kann die schriftliche Erlaubnis in Form einer Betriebsanweisung erfolgen.

    Siehe auch BG-Regel "Behälter, Silos und enge Räume;

    • Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen" (BGR 117-1),

    • Teil 2: Umgang mit transportablen Silos" (BGR 117-2).

  4. 4.

    Versicherte dürfen Stauungen nur mit geeigneten Geräten oder Einrichtungen beseitigen.

    Bei Reinigungsarbeiten und beim Beseitigen von Stauungen ist geeigneter Atemschutz zu tragen, z.B. mindestens Staubmasken der Klasse P 2.

  5. 5.

    Für das Befahren von Silozellen und das Arbeiten darin sind geeignete Versicherte auszuwählen.

    Die Versicherten sind zu unterweisen und zu schulen. Das Befahren ist gegebenenfalls zu trainieren.

  6. 6.

    Geschlossene Silos, die pneumatisch befüllt werden, müssen so beschaffen und eingerichtet sein, dass

    • in ihnen ein Überdruck von 0,1 bar nicht überschritten wird

      und

    • Unterdruck nicht die Standsicherheit gefährdet.

  7. 7.

    Füll- und Entnahmeöffnungen sowie Füll- und Entnahmeeinrichtungen müssen so angeordnet und beschaffen sein, dass Versicherte diese gefahrlos betätigen können.

    Bei Silos, die pneumatisch befüllt werden, wird dies z.B. erreicht, wenn

    • die Anschlussstutzen für den Verbindungsschlauch nicht höher als etwa 1,4 m über Flur liegen,

    • die Anschlusskupplungen mit einer formschlüssigen Sicherung gegen unbeabsichtigtes Lösen ausgerüstet sind

      und

    • ausreichender Freiraum für den Kuppelvorgang vorhanden ist.

  8. 8.

    Sofern auf den Silos betriebsmäßig Arbeiten durchzuführen sind, müssen

    • sichere Zugänge

      und

    • sichere Arbeitsbühnen

vorhanden sein.

Sichere Zugänge sind z.B. Steigleitern mit Rückenschutz.

Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Leitern und Tritte" (BGV D36).

1.2
Maschinen und Geräte in der Vorbereitung

1.2.1
Kraftbetriebene Obstentstein-, -schäl- und -teilmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch-, Scher- und Schneidstellen am Entsteinwerkzeug, Auswerfer, Obsthalter und Schneidwerkzeug

  2. 2.

    Schneidstellen beim Werkzeugwechsel

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen müssen z.B. durch fest angebrachte oder bewegliche, verriegelte Verdeckungen, die den direkten Zugriff zu den Gefahrstellen verhindern, gesichert sein.

    Die Schutzeinrichtungen müssen so gestaltet sein, dass ein störungsfreies Zuführen und Abführen des Obstes gewährleistet ist.

  2. 2.

    Der Ein- und Ausbau der Werkzeuge muss entsprechend den Angaben in der Betriebsanleitung erfolgen.

    Dies beinhaltet insbesondere:

    • Trennung vom Netz,

    • Verwendung geeigneter Werkzeugaufnahmen,

    • Verwendung mitgelieferter Hilfsmittel beim Werkzeugein- und -ausbau

      und

    • Benutzung geeigneter Schutzhandschuhe.

1.2.2
Zerkleinerungsmaschinen für Zutaten(z.B. Restbrotzerkleinerer, Semmelmühlen, Mohnmühlen, Nuss- und Käsereiben)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Gefahrstellen an den Werkzeugen

  2. 2.

    Scharfe Werkzeuge beim Wechsel

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen an den Werkzeugen müssen von der Einfüllseite her gesichert sein, z.B. durch

    • Schutztrichter,

    • Einfülltrichter mit Einbauten, z.B. Ablenkbleche, Gitter, Stäbe, pilzförmige Schutzeinrichtung,

    • Zuführschacht, gegebenenfalls mit einem dem Querschnitt angepassten Stopfer oder Andrücker

      oder

    • verriegelten Schutzdeckel.

    Dreh- oder abnehmbare Schutzeinrichtungen - ausgenommen Stopfer - müssen mit dem Antrieb verriegelt sein.

    Die Gefahrstellen an den Werkzeugen müssen von der Auslaufseite her gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen (Unterseite der Werkzeuge möglichst glatt gestaltet),

    • Fingerabweiser

      oder

    • Schutzstäbe im Auslauf.

  2. 2.

    Das Wechseln der Werkzeuge und ihre Aufbewahrung müssen entsprechend den Angaben in der Betriebsanleitung erfolgen.

    Dies beinhaltet insbesondere

    • Trennung vom Netz,

    • geeignete Werkzeugablage vorsehen,

    • Benutzung der mitgelieferten Hilfsmittel beim Werkzeugwechsel

      und

    • Benutzung von Schutzhandschuhen.

1.2.3
Getreidemühlen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Zerkleinerungswerkzeuge

  2. 2.

    zu hohe Emission von allergisierenden Stäuben

  3. 3.

    gehörschädigenden Lärm

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen an den Zerkleinerungswerkzeugen müssen von der Auslaufseite her gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen,

    • Schutzstäbe

      oder

    • Fingerabweiser.

  2. 2.

    Versicherte dürfen durch allergisierende Stäube nicht gefährdet werden.

    Dies wird z.B. erreicht durch

    • geschlossene Ausführung der Maschine,

    • räumliche Abtrennung zu anderen Arbeitsplätzen

      oder

    • Absaugeinrichtungen.

  3. 3.

    Getreidemühlen müssen so konzipiert und gebaut sein, dass sie den in der Praxis bewährten Regeln der Lärmminderungstechnik entsprechen.

    Siehe auch Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung.

1.2.4
Mehlsiebmaschinen mit Einfülltrichter

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen in den Bereichen Ein- bzw. Auslauf

  2. 2.

    zu hohe Emission von Mehlstäuben

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen zwischen rotierendem Zuteiler, Werkzeug und feststehendem Siebmantel müssen gesichert sein, z.B. durch

    • entsprechende Gestaltung des Einfülltrichters,

    • Verteilerkegel

      oder

    • Fingerabweiser am Zuteiler.

    Der Auslauf muss so gestaltete sein, dass Gefahrstellen vermieden oder gesichert sind, z.B. durch

    • Einhaltung von Sicherheitsabständen,

    • Verkleidungen,

    • Verdeckungen

      oder

    • Schutzstäbe in der Auslauföffnung.

  2. 2.

    Mehlsiebmaschinen mit Einfülltrichter müssen so beschaffen oder mit Einrichtungen ausgerüstet sein, dass Versicherte durch Mehlstäube nicht gefährdet werden können.

    Dies wird z.B. erreicht durch

    • Einhaltung geringer Fallhöhen,

    • geschlossene Ausführung der Maschine

      oder

    • punktuelle Absaugeinrichtungen.

1.2.5
Dosenöffner

Gefährdung durch

  1. 1.

    Einzugsstelle zwischen Transport- und Schneidrädchen

  2. 2.

    Scherstelle zwischen Stanzwerkzeug und Dose

  3. 3.

    scharfe Kanten an der geöffneten Dose und am Deckel

Maßnahmen:

  1. 1.

    Bei kraftbetriebenen Dosenöffnern muss der unmittelbare Zugriff zur Einzugsstelle verhindert sein, z.B. durch vorgelagerten Stab, Bolzen oder durch eine Verriegelung des Werkzeuges, die sicherstellt, dass das Werkzeug nur in Arbeitsstellung in Gang gesetzt werden kann.

  2. 2.

    Bei kraftbetriebenen Dosenöffnern muss der Zugriff zu den Gefahrstellen an Maschinen mit Stanzwerkzeug verhindert sein, z.B. durch

    • Verkleidungen

      oder

    • Zweihandschaltung Typ III B nach DIN EN 574 "Sicherheit von Maschinen; Zweihandschaltungen; Funktionelle Aspekte; Gestaltungsleitsätze".

  3. 3.

    Dosenöffner müssen mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die

    • ein Hineinfallen des gelösten Deckels verhindern

      und

    • scharfe Kanten an der Dose vermeiden oder beseitigen.

Beim Umgang mit geöffneten Dosen oder Deckeln sind geeignete schnittfeste Schutzhandschuhe zu tragen.

1.2.6
Sahnebereiter mit Rührwerkzeugen

Gefährdung durch

Einzugsstelle zwischen Rührwerkzeug und Behälterwand

Maßnahmen:

Einzugsstellen zwischen umlaufendem Rührwerkzeug und Behälterwand müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

  • Begrenzung der am Rührwerkzeug wirksamen Energie auf eine ungefährliche Größe,

  • einen Abstand von gleich oder weniger als 4 mm zwischen Rührwerkzeug und Behälterwand

    oder

  • einen verriegelten Schutzdeckel.

1.2.7
Sahne- und Sodasiphons mit Kapseln

Gefährdung durch

  1. 1.

    Zerknall des Siphons

  2. 2.

    wegfliegende Teile

Maßnahmen:

  1. 1.

    Sahne- und Sodasiphons müssen gegen Drucküberschreitung gesichert sein.

    Die maximal zulässige Füllmenge des Siphons darf nicht überschritten werden.

  2. 2.

    Der Siphonkopf muss so gestaltet sein, dass ein fehlerhaftes Aufbringen auf den Siphonbehälter, z.B. durch Verkanten, ausgeschlossen ist.

    Das Anstechen der Druckgaskapsel darf nur erfolgen, wenn die Kapsel in ihrer Lage fixiert ist, z.B. durch einen Kapselhalter.

Beim Abnehmen des Siphonkopfes muss das im Siphon befindliche Gas gefahrlos entweichen können.

Nach der Reinigung mit Heißwasser darf der Siphonkopf erst nach Erreichen der Umgebungstemperatur aufgeschraubt werden.

1.3
Maschinen und Geräte für die Teigherstellung

1.3.1
Teigknetmaschinen(Spiral-, Wendel-, Gabel-, Hub-, Mix-, Drehhebel-, Stoßdrehhebel-, Bottichknetmaschine)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Knetwerkzeuge

  2. 2.

    Quetsch- und Einzugsstellen zwischen rotierendem Bottich und festen Maschinenteilen sowie am Antrieb des Bottichs

  3. 3.

    Quetsch- und Scherstellen durch Hub-, Senk- oder Schwenkbewegungen zwischen

    • Bottich und festen Maschinenteilen,

    • bewegten und festen Maschinenteilen

      oder

    • kraftbetätigter Schutzeinrichtung und festen Maschinenteilen

  4. 4.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Teigauslassschieber und festen Maschinenteilen

  5. 5.

    Nachlauf der Knetwerkzeuge

  6. 6.

    ungesicherte Laufrollen an ausfahrbaren Bottichen

  7. 7.

    unkontrolliertes Aufschlagen des Deckels von unter Druck stehenden Bottichen

  8. 8.

    zu hohe Emission von Mehlstäuben

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen im Bottich muss verhindert sein, z.B. durch eine fest angebrachte oder bewegliche, verriegelte Schutzeinrichtung.

    Dies schließt ein, dass die Maschine nur dann in Gang gesetzt werden kann, wenn sich der Bottich in Arbeitsstellung befindet, z.B. durch Verriegelung des Bottichträgers mit dem Antrieb.

    Abweichend von Satz 1 darf an Teigknetmaschinen mit einem Bottichdurchmesser von mehr als 510 mm die Schutzeinrichtung an der der Gefahrstelle abgewandten Seite eine Arbeitsöffnung von höchstens 350 cm2 aufweisen, sofern der Abstand zur Gefahrstelle mindestens 230 mm beträgt.

    Abweichend von Satz 1 ist an Drehhebel- und Stoßdrehhebelknetmaschinen eine für den Bewegungsablauf des Knetarmes erforderliche Öffnung in der Schutzeinrichtung zulässig.

    An Teigknetmaschinen mit nicht ausfahrbarem Bottich darf die Maschine bei geöffneter Schutzeinrichtung über eine Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster, eingeschaltet werden können. Dabei darf das Knetwerkzeug nur in kleinstmöglicher Geschwindigkeit laufen.

    Teigknetmaschinen mit ausfahrbarem Bottich müssen so eingerichtet sein, dass das Knetwerkzeug nur betrieben werden kann, wenn sich Werkzeug und Bottich in Arbeitsstellung befinden.

    An Teigknetmaschinen mit Boden- oder Seitenauslauf muss der Zugriff zu den Gefahrstellen zwischen Werkzeug und Austragsöffnung auch von unten bzw. von der Seite her verhindert sein, z.B. durch eine mit dem Antrieb verriegelte Austragsvorrichtung.

    Siehe auch DIN EN 453 "Nahrungsmittelmaschinen; Teigknetmaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    An Teigknetmaschinen mit rotierendem Bottich muss die Einzugsstelle zwischen rotierendem Bottich und festen Maschinenteilen durch eine Verdeckung gesichert sein, wenn nicht ein Sicherheitsabstand von mindestens 30 mm eingehalten ist.

    Die Antriebselemente müssen durch Verdeckungen gesichert sein.

    Siehe auch DIN EN 453.

  3. 3.

    Gefahrstellen zwischen Bottich und festen Maschinenteilen, die beim Schwenken des Bottichs entstehen sowie Gefahrstellen zwischen bewegten und festen Maschinenteilen müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen,

    • Verkleidungen, Verdeckungen,

    • ortsbindende Schutzeinrichtungen

      oder

    • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion.

    Gefahrstellen zwischen kraftbetätigten Schutzeinrichtungen, z.B. Deckel, und festen Maschinenteilen müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion, z.B. Schaltrahmen,

      oder

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster.

  4. 4.

    Gefahrstellen zwischen kraftbetätigtem Teigauslassschieber und Auslassöffnung müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen,

    • Verkleidungen, Verdeckungen

      oder

    • ortsbindende Schutzeinrichtungen.

    Siehe auch DIN EN 453.

  5. 5.

    An Teigknetmaschinen müssen die Gefährdungen durch den Nachlauf der Knetwerkzeuge verhindert sein, z.B. durch

    • eine Bremse, die beim Öffnen der Schutzeinrichtung den Nachlauf bei leerem Bottich auf höchstens 4 s begrenzt,

      oder

    • Verriegelung mit Zuhaltung.

  6. 6.

    Gefahrstellen an Laufrollen von ausfahrbaren Bottichen müssen gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen

      oder

    • Fußabweiser.

  7. 7.

    An Knetmaschinen, die mit Druck oder Vakuum beaufschlagt werden, muss der Deckel so eingerichtet sein, dass er sich nur in drucklosem Zustand des Bottichs öffnen lässt.

    Siehe auch EG-Druckgeräterichtlinie (97/23/EG) und EG-Richtlinie über einfache Druckbehälter (87/404/EWG).

  8. 8.

    Teigknetmaschinen müssen so beschaffen oder mit Einrichtungen ausgerüstet sein, dass Versicherte durch Mehlstäube nicht gefährdet werden können.

    Für Maschinen, die nach EN 453 gebaut sind, kann dies für Bottiche mit einem Durchmesser > 300 mm durch eine der folgenden beispielhaften Maßnahmen, erreicht werden:

    1. a)

      Verwendung eines geschlossenen Deckels,

    2. b)

      durch Verwendung einer Zeitverzögerungseinrichtung, die beim Start der Maschine dafür sorgt, dass das Werkzeug sich in seiner langsamsten Geschwindigkeit (beispielsweise für ein einzelnes Werkzeug ein Maximum von 120 U/min) mindestens 120 s lang dreht, bevor die Bedienperson eine höhere Geschwindigkeit einstellen kann,

    3. c)

      die Verwendung einer Staubabsaugeinrichtung.

    Falls die Maschine für die automatische Beschickung von Trockenzutaten mit in Arbeitsstellung befindlichem Bottich bestimmt ist, hat der Hersteller Maßnahmen zu entwickeln, um eine Staubemission zu verhindern, ohne das Schutzniveau zu senken.

1.3.2
Teigknetmaschinen mit waagerechter Welle

Gefährdung durch

  1. 1.

    Knetwerkzeuge

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen durch Schwenkbewegungen

    • zwischen Bottich und festen Maschinenteilen

      und

    • zwischen kraftbetätigtem Deckel und Bottich

  3. 3.

    laufendes Knetwerkzeug beim Entleervorgang und offenem Deckel

  4. 4.

    Nachlauf der Knetwerkzeuge

  5. 5.

    Unkontrolliertes Aufschlagen des Deckels von unter Druck stehenden Bottichen

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen im Bottich muss verhindert sein, z.B. durch eine fest angebrachte oder bewegliche, verriegelte Schutzeinrichtung.

    Siehe auch DIN EN 13 389 "Nahrungsmittelmaschinen; Mischmaschinen mit horizontalen Wellen; Anforderungen an die Sicherheit und Hygiene".

  2. 2.

    Gefahrstellen, die beim Schwenken des Bottichs entstehen, müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen

    • Verkleidungen, Verdeckungen

      oder

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster.

    Gefahrstellen zwischen kraftbetätigtem Deckel und Bottich müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion, z.B. Schaltrahmen,

      oder

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster.

    Siehe auch DIN EN 13 389.

  3. 3.

    Teigknetmaschinen mit waagerechter Welle und kippbarem Bottich müssen so eingerichtet sein, dass Gefahrstellen im Bottich während des Entleervorganges bei laufendem Werkzeug und offenem Deckel gesichert sind, z.B. durch

    • fest angebrachte Rutschen oder Trichter, die einen Zugriff zu den Werkzeugen verhindern,

    • Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster,

      oder

    • Zweihandschaltungen Typ II nach DIN EN 574.

    Siehe auch DIN EN 13389.

  4. 4.

    An Teigknetmaschinen mit waagrechter Welle muss das Werkzeug nach dem Öffnen des Deckels innerhalb von 2 s zum Stillstand kommen.

    Ist das nicht möglich, muss der verriegelte Deckel mit einer Zuhaltung ausgestattet sein.

  5. 5.

    An Knetmaschinen, die mit Druck oder Vakuum beaufschlagt werden, muss der Deckel so eingerichtet sein, dass er sich nur in drucklosem Zustand des Bottichs öffnen lässt.

    Siehe auch EG-Druckgeräterichtlinie (97/23/EG) und EG-Richtlinie über einfache Druckbehälter (87/404/EWG).

1.3.3
Planetenrühr- und -knetmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Gefahrstellen zwischen Werkzeug und Bottichwand bzw. umlaufendem Abstreifer

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen durch Hub- und Senkbewegungen des Bottichs

  3. 3.

    Nachlauf des Knetwerkzeuges

  4. 4.

    Zu hohe Emission von Mehlstäuben

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen zwischen Werkzeug und Bottichwand bzw. umlaufenden Abstreifer muss durch eine Verkleidung oder durch Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion gesichert sein.

    Dies schließt ein, dass die Maschine nur dann in Gang gesetzt werden kann, wenn sich der Kessel in Arbeitsstellung befindet, z.B. durch Verriegelung des Kesselträgers mit dem Antrieb. Dabei ist das Hochfahren des Kessels in die Arbeitsstellung bei laufendem Werkzeug nur mit einer Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster, zulässig.

    Abweichend von Satz 1 ist für Planetenrühr- und -knetmaschinen mit einem Bottichinhalt < 10 l oder einem Durchmesser bis 260 mm eine Schutzeinrichtung nicht erforderlich, sofern zwischen Bottichoberkante und Gefahrstelle ein Abstand von mindestens 120 mm eingehalten wird.

    Siehe auch DIN EN 454.

  2. 2.

    Gefahrstellen zwischen bewegtem Bottich und festen Maschinenteilen müssen gesichert sein, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen,

    • Verkleidungen, Verdeckungen,

    • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, z.B. Schaltrahmen,

      oder

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster.

    Siehe auch DIN EN 454.

  3. 3.

    An Planetenrühr- und -knetmaschinen muss das Werkzeug nach dem Abschalten innerhalb von 4 s zum Stillstand kommen.

    Ist das nicht möglich, muss die Schutzeinrichtung mit einer Zuhaltung ausgestattet sein.

  4. 4.

    Planetenrühr- und -knetmaschinen müssen so beschaffen oder mit Einrichtungen ausgerüstet sein, dass Versicherte durch Mehlstäube nicht gefährdet werden können.

    Planetenrühr- und -knetmaschinen mit einem Bottichinhalt von mehr als 150 Liter oder einem Bottichdurchmesser von mehr als 510 mm müssen zur Begrenzung des Austritts von Mehlstaub möglichst dicht ausgeführt sein.

1.3.4
Rührmaschinen für Sauerteig

Gefährdung durch

Rührwerkzeuge

Maßnahmen:

Gefahrstellen zwischen Rührwerkzeug und festen Teilen müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

  • konstruktive Maßnahmen (Einhalten von Sicherheitsabständen, entsprechende Gestaltung der Rührflügel)

    oder

  • verriegelten, klappbaren Deckel

    und

  • Schutzstäbe in der Auslauföffnung.

Siehe auch DIN EN 294 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen".

1.3.5
Rühr- und Schlagmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Einzugsstellen zwischen Werkzeug und Bottichwand

  2. 2.

    Fangstellen am Werkzeug

Maßnahmen:

  1. 1.

    Gefahrstellen zwischen Werkzeug und Bottichwand müssen im oberen Bottichbereich vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • Sicherheitsabstand von 120 mm von der Bottichoberkante bis zur Gefahrstelle

      oder

    • klappbare, verriegelte Schutzeinrichtungen.

  2. 2.

    Hervorstehende Teile an der Werkzeugbefestigung müssen vermieden oder glatt rundlaufend verdeckt sein.

1.3.6
Mixer und Mixkneter mit senkrechter Welle (Typ 3 nach EN 12 852)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Messer oder Rühr- und Knetwerkzeuge

  2. 2.

    nachlaufendes Messer oder Rühr- und Knetwerkzeuge

  3. 3.

    unbeabsichtigte Bewegungen schwenkbarer Behälter

  4. 4.

    gehörschädigenden Lärm

  5. 5.

    Messer beim Ein- und Ausbau sowie bei der Reinigung

Maßnahmen:

  1. 1.

    An Mixern und Mixknetern mit senkrechter Welle muss der Zugriff zu den Messern bzw. Rühr- und Knetwerkzeugen durch einen verriegelten Deckel verhindert sein.

  2. 2.

    Der Nachlauf der Messer bzw. Rühr- und Knetwerkzeuge muss auf 4 s begrenzt sein, wenn der Deckel um mehr als 45 mm angehoben wird.

  3. 3.

    Schwenkbare Behälter müssen in Arbeits- und Kippstellung arretierbar sein. Werden Behälter kraftbetrieben geschwenkt, müssen Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung (Tipptaster) vorhanden sein.

  4. 4.

    Mixer und Mixkneter mit senkrechter Welle müssen so konzipiert und gebaut sein, dass sie den in der Praxis bewährten Regeln der Lärmminderungstechnik entsprechen. Gegebenenfalls sind zusätzliche Schallschutzmaßnahmen am Aufstellungsort zu treffen.

  5. 5.

    Das Wechseln des Messers und seine Aufbewahrung hat entsprechend den Angaben der Betriebsanleitung zu erfolgen.

    Dies beinhaltet insbesondere

    • Trennung vom Netz,

    • geeignete Messerablage vorsehen,

    • Benutzung der mitgelieferten Hilfsmittel beim Messerwechsel

      und

    • Benutzung von Schutzhandschuhen.

Bei der Reinigung der Messer sind geeignete schnittfeste Schutzhandschuhe, z.B. aus metallverstärktem Gewebe, zu tragen.

1.3.7
Handmixer, Handrührer

Gefährdung durch

  1. 1.

    Schneid- und Fangstellen an Messern, Rührwerkzeugen und Wellen

  2. 2.

    Vernachlässigen ergonomischer Prinzipien

Maßnahmen:

  1. 1.

    Schneidwerkzeuge müssen von der Antriebsseite her durch eine feststehende trennende Schutzeinrichtung, die die Schneidmesser radial um 10 mm und axial um 5 mm überlappt, gesichert sein.

    Handmixer und Handrührer müssen mit einer Befehlseinrichtung ausgerüstet sein, die ein unbeabsichtigtes Betätigen verhindert.

    Handrührer müssen mit einer abweisenden Schutzeinrichtung versehen werden, um das versehentliche Abrutschen der Hand in das Werkzeug zu verhindern. Ihre Abmessungen müssen in allen Richtungen mindestens 30 mm größer als die Abmessungen des Handgriffbereiches sein, und sie muss zwischen Handgriffbereich und Werkzeug angeordnet werden.

    Siehe auch DIN EN 12 853 "Nahrungsmittelmaschinen; Handmixer und Handrührer; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    Handmixer und Handrührer müssen so ausgeführt sein, dass die ergonomischen Grundprinzipien eingehalten werden. Es müssen insbesondere Griffe vorhanden sein, die so gestaltet sind, dass die Geräte sicher geführt werden können. Handmixer und Handrührer mit einem Gewicht von mehr als 10 kg müssen mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die die Handhabung erleichtern, z.B. durch

    • Einhängevorrichtung

      oder

    • Gewichtsentlastung durch Federzug.

1.4
Maschinen und Geräte für die Teigbearbeitung

1.4.1
Hub- und Kippeinrichtungen für Bottiche

Gefährdung durch

  1. 1.

    Gefahrstellen zwischen Hub- und Kippeinrichtungen und festen Maschinenteilen bzw. der Zugangsebene

  2. 2.

    Unzureichende Standsicherheit

  3. 3.

    Unzureichende Tragfähigkeit

  4. 4.

    Lösen des Bottichs vom Lastaufnahmemittel

  5. 5.

    Überfahren des unteren und oberen Endpunktes

  6. 6.

    Ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Gefahrstellen zwischen Hub- und Kippeinrichtungen und festen Maschinenteilen bzw. der Zugangsebene müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • ausreichende Sicherheitsabstände,

    • Verdeckungen

      oder

    • ortsbindende Schutzeinrichtungen, z.B. Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung.

    Die Gefahrstellen zwischen Lastaufnahmemittel und Zugangsebene an Hub- und Kippeinrichtungen für Bottiche können auch durch eine der folgenden Maßnahmen gesichert sein:

    • Eine feststehende oder verriegelte Schutzeinrichtung,

    • eine Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung. Während der letzten 500 mm der Abwärtsbewegung darf die Absenkgeschwindigkeit höchstens 0,2 m/s betragen.

    Siehe auch DIN EN 13 288 "Nahrungsmittelmaschinen; Hub- und Kippeinrichtungen für Bottiche; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    Hub- und Kippeinrichtungen müssen so gebaut sein, dass sie unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen ausreichend stabil sind und benutzt werden können, ohne dass die Gefahr eines unbeabsichtigten Umstürzens, Herabfallens oder Verrückens besteht.

  3. 3.

    Die tragenden Teile von Hub- und Kippeinrichtungen müssen für die bei bestimmungsgemäßer Verwendung auftretenden Beanspruchungen bemessen sein.

    Es müssen Sicherheitseinrichtungen vorhanden sein, die so wirken, dass sich bei einem Schaden an den Antriebs- oder Hubelementen das Lastaufnahmemittel um nicht mehr als 100 mm bewegen kann.

    Dies wird z.B. erreicht durch

    • Fangvorrichtungen bei Spindelantrieb, z.B. Fangmutter,

      oder

    • Schlaffseilsicherung und Fangvorrichtung bei Einseil- bzw. Einkettenaufhängung des Lastaufnahmemittels.

    Die Steuerung muss so eingerichtet sein, dass jede Bewegung des Lastaufnahmemittels nur bei Stillstand der Last eingeleitet werden kann; ein direktes Umschalten von Heben auf Senken darf nicht möglich sein.

  4. 4.

    Das Lösen des Bottichs vom Lastaufnahmemittel muss durch eine mechanische formschlüssige Verbindung verhindert sein.

  5. 5.

    Die Bewegungen des Lastaufnahmemittels müssen in den Endstellungen mechanisch begrenzt sein. Unter Kraftantrieb verlaufende Bewegungen müssen vor Erreichung der Endstellung durch Abschalten der Antriebskraft zum Stillstand kommen, z.B. durch Betriebsendschalter und durch nachgeordnete Not-Endschalter. Not-Endschalter sind nicht erforderlich, wenn eine Überbeanspruchung der Konstruktionsteile beim Anfahren der Endstellung verhindert ist.

  6. 6.

    Hub- und Kippeinrichtungen für Bottiche müssen so aufgestellt werden, dass

    • eine Beschickung und Bedienung unter ergonomischen Vorgaben möglich ist,

    • die Standsicherheit der Hub- und Kippeinrichtung gewährleistet ist,

    • durch die Verlegung bzw. Führung der Anschlussleitung keine Stolperstellen entstehen,

    • der Bedienperson ausreichend Bewegungsfläche zur Verfügung steht,

    • Verkehrswege und Arbeitsbereiche nicht eingeengt werden

      und

    • zwischen bewegten Teilen der Hub- und Kippeinrichtungen und baulichen Einrichtungen keine Gefahrstellen entstehen.

1.4.2
Teigvorratsbehälter (Pufferbehälter mit kraftbetätigtem Bodenschieber)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen kraftbetriebenem Bodenschieber und Teigvorratsbehälter

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Unterkante des Teigvorratsbehälters und der Oberkante der zu beschickenden Maschine

  3. 3.

    Unzureichende Standsicherheit

Maßnahmen:

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen dem kraftbetriebenen Bodenschieber und der Auslauföffnung des Teigvorratsbehälters müssen gesichert sein, z.B. durch Verriegelung des Teigvorratsbehälters mit der zu beschickenden Maschine, so dass Schieberbewegungen nur möglich sind, wenn die Gefahrstellen durch die Kombination Teigvorratsbehälter und Maschine nicht erreicht werden können.

    Befindet sich der Teigvorratsbehälter nicht in Arbeitsstellung, z.B. beim Reinigen, müssen gefahrbringende Bewegungen des Bodenschiebers ausgeschlossen sein.

  2. 2.

    Die Quetsch- und Scherstellen zwischen Unterkante des Teigvorratsbehälters und der Oberkante der zu beschickenden Maschine müssen gegen Zugriff gesichert sein, z.B. durch

    • geeignete Verdeckungen

      oder

    • ausreichende Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen.

    Siehe auch DIN EN 294.

  3. 3.

    Teigvorratsbehälter müssen so gebaut sein, dass sie unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen ausreichend stabil sind und benutzt werden können, ohne dass die Gefahr eines unbeabsichtigten Umstürzens, Herabfallens oder Verrückens besteht.

1.4.3
Teigteilmaschinen mit Einfülltrichter

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen der Teigteileinrichtung und Auspressschnecke

  2. 2.

    Ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Quetsch- und Scherstellen der Teigteileinrichtung muss von oben her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • eine sicherheitsgerechte Konstruktion des Einfülltrichters

      oder

    • eine verriegelte Schutzeinrichtung.

    Das Eingreifen in den Einfülltrichter, z.B. zum Ankratzen, Einölen oder Reinigen, ist nur bei abgeschalteter Teigteileinrichtung zulässig.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen der Teigteileinrichtung muss von der Teigausstoßseite her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • verriegelte

      oder

    • tunnelförmige Schutzeinrichtungen.

    Die Wartung und Reinigung der Teigteileinrichtung und des Einfülltrichters müssen gefahrlos und leicht ausgeführt werden können.

    Dies kann erreicht werden z.B. durch

    • gute Zugänglichkeit der Teigteileinrichtung

      oder

    • abklappbaren, verriegelten Einfülltrichter.

    DIN EN 12 042 "Nahrungsmittelmaschinen; Teigteilmaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    Teigteilmaschinen müssen so aufgestellt werden, dass

    • eine Beschickung und Bedienung unter ergonomischen Vorgaben möglich ist,

      Dies kann erreicht werden, z.B. durch

      • niedrige Beschickungshöhen,

      • Zuführbänder, Hebekipper

        oder

      • Füllstandsüberwachung, z.B. Deckenspiegel.

    • die Standsicherheit der Maschine gewährleistet ist,

    • durch die Verlegung bzw. Führung der Anschlussleitung keine Stolperstellen entstehen,

    • der Bedienperson ausreichend Bewegungsfläche zur Verfügung steht,

    • Verkehrswege und Arbeitsbereiche nicht eingeengt werden

      und

    • zwischen bewegten Teilen der Teigteilmaschine und baulichen Einrichtungen keine Gefahrstellen entstehen.

1.4.4
Teigteilmaschinen nach dem Druckteilersystem

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Kolben und festen Maschinenteilen bzw. der Auslauföffnung

  2. 2.

    Zerknall des Druckraumes bei Maschinen, die nach dem Druckluftsystem arbeiten

Maßnahmen:

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Kolben und festen Maschinenteilen müssen gegen Zugriff gesichert sein, z.B. durch verriegelten Behälterdeckel.

    Der Deckel darf sich nur im drucklosen Zustand öffnen lassen.

    Gefahrstellen zwischen Kolben und Auslauföffnung müssen gegen Zugriff gesichert sein, z.B. durch sicherheitsgerechtes Gestalten des Auslaufes oder Verkleidung.

    Siehe auch DIN EN 12 042.

  2. 2.

    Druckräume müssen der EG-Richtlinie über Druckgeräte (97/23/EG) entsprechen.

1.4.5
Teigteilmaschinen für vorportionierte Teigmengen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Unkontrollierte Deckelbewegung

  2. 2.

    Pressstempel und Teilmesser

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Deckel muss gegen Zufallen gesichert sein, z.B. durch

    • Federn

      oder

    • Gegengewicht.

    Ein unkontrolliertes Aufschlagen des Deckels muss wirkungsvoll verhindert sein. Der Zustand des Verschlusses muss regelmäßig überprüft werden.

    Deckel und Deckelgriff müssen so angeordnet und gestaltet sein, dass ein ordnungsgemäßes und gefahrloses Öffnen und Schließen möglich ist.

  2. 2.

    Der Pressstempel mit dem Messerkopf muss gegen Herabfallen gesichert sein, z.B. durch

    • Federn

      oder

    • Gegengewicht.

1.4.6
Teigteil- und -wirkmaschinen für vorportionierte Teigmengen

Gefährdung durch

Quetsch- und Scherstellen zwischen Pressstempel und festen bzw. beweglichen Maschinenteilen

Maßnahmen:

An teilkraftbetriebenen Maschinen muss der Pressstempel mit dem Messerkopf gegen Herabfallen gesichert sein, z.B. durch

  • Federn

    oder

  • Gegengewicht.

Gefahrstellen zwischen beweglicher Wirkeinrichtung und festen Maschinenteilen müssen vermieden oder gegen Zugriff gesichert sein.

Die Vermeidung von Quetschstellen kann durch Einhalten eines Sicherheitsabstandes von mindestens 25 mm erreicht werden.

Kraftbetriebene Maschinen müssen so gestaltet sein, dass die Gefahrstellen am Pressstempel und den Teilmessern während der gefahrbringenden Schließbewegung nicht erreicht werden können.

Dies kann erreicht werden, z.B. durch

  • bewegliche, verriegelte Verkleidungen oder Verdeckungen,

  • einen voreilenden Teigumfassungsring, wobei die Schließenergie auf eine ungefährliche Größe reduziert ist

    oder

  • Zweihandschaltungen Typ III B nach DIN EN 574.

Gefahrstellen zwischen beweglicher Wirkeinrichtung und festen Maschinenteilen müssen vermieden oder gegen Zugriff gesichert sein.

Dies kann erreicht werden, z.B. durch

  • Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von mindestens 25 mm

    oder

  • Verkleidungen.

Siehe auch DIN EN 12 042.

1.4.7
Kontinuierlich arbeitende Teigteil- und -wirkmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an der Teigteileinrichtung

  2. 2.

    Einzugsstellen an den Teigzuführwalzen

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Quetsch- und Scherstellen an der Teigteileinrichtung muss von oben her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • eine sicherheitsgerechte Konstruktion des Einfülltrichters

      oder

    • eine verriegelte Schutzeinrichtung.

    Das Eingreifen in den Einfülltrichter, z.B. zum Ankratzen, Einölen oder Reinigen ist nur bei abgeschalteter Teigteileinrichtung zulässig.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen der Teigteil- bzw. -wirkeinrichtung muss von der Auslaufseite her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • Einhalten ausreichender Sicherheitsabstände

      oder

    • Verkleidungen.

    Die Wartung und Reinigung der Teigteil- bzw. -wirkeinrichtung und des Einfülltrichters müssen gefahrlos und leicht ausgeführt werden können.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • gute Zugänglichkeit der Teigteileinrichtung

      oder

    • abklappbaren, verriegelten Einfülltrichter.

    Siehe auch DIN EN 12 042.

  2. 2.

    Einzugsstellen an den Teigzuführwalzen müssen vermieden oder gesichert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • sicherheitsgerechte Konstruktion der Einlauföffnung

      oder

    • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, z.B. Lichtschranken, Schaltleisten.

1.4.8
Teigstrangformmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an der Teigzuführeinrichtung und an der Teigtransportschnecke

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen an der Teigteileinrichtung

  3. 3.

    Quetsch- und Scherstellen an der Teigstrangabwurfeinrichtung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen an der Teigzuführeinrichtung und an der Teigtransportschnecke müssen gesichert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • einen Schutztrichter in Verbindung mit Schaltrahmen

      oder

    • Schutzleisten entlang der Trichteroberkante.

  2. 2.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen der Teigteileinrichtung muss von der Teigauslaufseite her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch bewegliche, verriegelte, tunnelförmige Schutzhauben.

  3. 3.

    Die Gefahrstellen an der Teigstrangabwurfeinrichtung müssen vermieden oder gesichert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • konstruktive Maßnahmen

      oder

    • tunnelförmige Verdeckungen, deren Auslauf mindestens 230 mm von der Gefahrstelle entfernt ist.

    Im Bereich der Teigstrangabwurfeinrichtung muss ein Not-Halt-Befehlsgerät vorhanden sein.

1.4.9
Langwirkmaschinen

Gefährdung durch

Einzugsstellen an Walzen und Wirkbändern

Maßnahmen:

Einzugsstellen an Walzen und Wirkbändern müssen vermieden oder gegen Zugriff gesichert sein.

Dies kann erreicht werden, z.B. durch

  • trichterförmige Verdeckungen in Verbindung mit einem 150 mm vor den Gefahrstellen angeordneten Schaltrahmen bzw. Schaltleisten

    oder

  • beweglich gelagerte Walzen, wobei eine Flächenpressung von 50 N/cm2, bzw. eine Kraft von 150 N, nicht überschritten wird und die Walzen bis zu einem Spalt von mindestens 60 mm ausweichen müssen.

Siehe auch DIN EN 12 041 "Nahrungsmittelmaschinen; Langwirkmaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

1.4.10
Kegel- und Zylinderrundwirkmaschinen

Gefährdung durch

Einzug- und Quetschstellen zwischen rotierenden und festen Maschinenteilen

Maßnahmen:

Die Gefahrstellen zwischen dem rotierenden Kegel und festen Maschinenteilen müssen vermieden oder gegen Zugriff gesichert sein.

Dies kann erreicht werden, z.B. durch

  • sicherheitsgerechte Konstruktion

    oder

  • Verdeckungen.

1.4.11
Balkenwirkmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetschstellen zwischen bewegtem Wirkbalken und festen Maschinenteilen

  2. 2.

    Ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Gefahrstellen zwischen bewegtem Wirkbalken und festen Maschinenteilen müssen vermieden oder gegen Zugriff gesichert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • Einhaltung ausreichender Sicherheitsabstände

      oder

    • Verdeckungen.

  2. 2.

    Balkenwirkmaschinen müssen so aufgestellt werden, dass

    • eine Beschickung und Bedienung unter ergonomischen Vorgaben möglich ist,

    • die Standsicherheit der Maschine gewährleistet ist,

    • durch die Verlegung bzw. Führung der Anschlussleitung keine Stolperstellen entstehen,

    • der Bedienperson ausreichend Bewegungsfläche zur Verfügung steht

      und

    • Verkehrswege und Arbeitsbereiche nicht eingeengt werden.

1.4.12
Exzenterrundwirkmaschinen (Schüsselrundwirker)

Gefährdung durch

Quetsch- und Scherstellen zwischen Wirkeinrichtung und festen Maschinenteilen

Maßnahmen:

Quetschstellen zwischen der exzentrisch bewegten Wirkeinrichtung und dem Schüsselboden bzw. Schüsselrand müssen vermieden sein.

Dies wird z.B. durch Einhaltung ausreichender Sicherheitsabstände erreicht.

Scherstellen zwischen der exzentrisch bewegten Wirkeinrichtung und der Auswurföffnung müssen gesichert sein.

Dies wird z.B. durch Verdeckungen, die den unmittelbaren Zugriff verhindern, erreicht.

1.4.13
Brötchenformmaschinen (Stüpfelmaschinen)

Gefährdung durch

Quetsch und Scherstellen zwischen

  • Stüpfelwerkzeug und Teigstückträger (Palette),

  • Teigstückträger und festen Maschinenteilen

    und

  • Stüpfelwerkzeug und festen Maschinenteilen.

Maßnahmen:

An Maschinen, bei denen die Teigstücke einzeln von Hand aufgegeben werden, müssen die Gefahrstellen der Form-/Stüpfelstation gesichert sein, z.B. durch

  • Verdeckungen mit Ein- und Auslauföffnungen, deren Maße nachstehender Tabelle entsprechen,

    oder

  • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion.

An Maschinen, bei denen Teigstückträger (Paletten) von Hand aufgegeben werden, müssen die Gefahrstellen der Form-/Stüpfelstation gesichert sein, z.B. durch

  • Verdeckungen mit Ein- und Auslauföffnungen, deren Maße nachstehender Tabelle entsprechen,

    und

  • Verriegelung der Teigstückträger (Paletten) durch zwei unabhängig voneinander wirkende Positionsschalter; die Schalter müssen so angeordnet sein, dass der Steuerbefehl nicht versehentlich von Hand eingegeben werden kann,

    oder

  • Zweihandschaltungen Typ III B nach DIN EN 574.

An der Bedienungsseite der Maschine muss ein Not-Halt-Befehlsgerät vorhanden sein.

Sicherheitsmaße für Ein- und Auslauföffnungen:

A <=303540
B >=200225250

Maße in mm

  1. A =

    Öffnungsweite, gemessen vom Teigstückträger bis Oberkante der Ein- bzw. Auslauföffnung

  2. B =

    Abstand Vorderkante der Ein- bzw. Auslauföffnung bis Gefahrstelle der Form-/Stüpfelstation

An Maschinen mit automatischer Teigstückträgerzuführung, z.B. aus einem Palettenmagazin, muss der Paletteneinlauf so gestaltet sein, dass ein Zugriff unter die laufende Stüpfelstation verhindert ist, z.B. durch Verkleidungen.

Für die Auslauföffnung gelten die Maße der vorstehenden Tabelle.

1.4.14
Wickelmaschinen

Gefährdung durch

Einzugsstellen zwischen Walzen

Maßnahmen:

Die Gefahrstellen am Walzeneinzug müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

  • glatte, nicht verformbare Walzenpaare, wobei das Summenmaß der Walzenpaardurchmesser 40 mm oder bei polierten Walzen 100 mm nicht übersteigt und die Spaltweite sich nicht über 3 mm verstellen lässt,

  • beweglich gelagerte Walzenpaare, sofern die Walzen bis zu einer Spaltweite von mindestens 80 mm ausweichen können und die Anpresskraft höchstens 150 N beträgt,

  • beweglich gelagerte Walzenpaare in Verbindung mit einem Not-Halt-Befehlsgerät, sofern die Walzen bis zu einer Spaltweite von mindestens 60 mm ausweichen können und die Anpresskraft höchstens 150 N beträgt,

    oder

  • eine zwangsläufig wirkende Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion vor der Einzugsstelle, z.B. Schaltleiste.

1.4.15
Teigausrollmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Einzugsstellen zwischen Walzen

  2. 2.

    Auflaufstellen der Zuführbänder

  3. 3.

    Zu hohe Mehlstaubemission

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Walzeneinzugsstellen müssen gesichert sein, z.B. durch

    • eine Schutzeinrichtung mit Annäherungsreaktion, die folgende Anforderungen erfüllen muss:

      • Die Maße der nachstehenden Tabelle müssen eingehalten werden,

      • die Gefahrstelle muss auch dann beobachtet werden können, wenn sich die Schutzeinrichtung in Schutzstellung befindet,

      • beim Zugriff zur Gefahrstelle muss die Schutzeinrichtung durch leichtes Anheben die gefahrbringende Bewegung abschalten oder umsteuern

        und

      • die Schutzeinrichtung und ihre Verriegelung muss so ausgeführt sein, dass sich der Schaltweg während der Nutzungsdauer nicht verändern kann

      oder

    • eine bewegliche, verriegelte, tunnelförmige Schutzhaube, die folgende Anforderungen erfüllen muss:

      • Die Maße der nachstehenden Tabelle müssen eingehalten werden

        und

      • die Gefahrstelle muss auch dann beobachtet werden können, wenn sich die Schutzeinrichtung in Schutzstellung befindet.

      A max.3540455055606570105
      B min.200225250300350400450500550
      C min. 300300300
      D min.EN 294, Tabelle 4
    1. A:

      Abstand zwischen dem Förderband und der Oberkante der trennenden Schutzeinrichtung, wenn deren Verriegelungseinrichtung gerade abschaltet;

    2. B:

      Abstand zwischen der Vorderkante der trennenden Schutzeinrichtung und der Vertikalebene der Walzenachsen;

    3. C:

      Abstand zwischen der Vorderkante der trennenden Schutzeinrichtung und dem Ende des Förderbandes;

    4. D:

      Abstand zwischen der Unterkante der trennenden Schutzeinrichtung und dem Förderband.

    Bei Verwendung eines Schleppnetzes als Wirkeinrichtung muss eine eventuelle Arretierung der Schutzeinrichtung beim Entfernen des Schleppnetzes zwangsläufig aufgehoben sein.

    Siehe auch DIN EN 1674 "Nahrungsmittelmaschinen; Teigausrollmaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    Die Auflaufstellen der Zuführbänder müssen gesichert sein.

  3. 3.

    Die Verwendung von Mehl als Trennmittel ist nur dann zulässig, wenn

    • das Aufbringen des Mehles durch Mehlstreuer erfolgt, welche durch Teigerkennung und teigstückabhängige Streubreite die Staubentstehung minimieren,

    • Mehl auf die Teigstücke aufgelegt und von Hand verrieben wird,

    • Mehl mit einer Rolle aufgebracht wird

      oder

    • der Mehlstaub an der Entstehungsstelle abgesaugt wird.

1.4.16
Teigformpressmaschinen

Gefährdung durch

Pressstempel

Maßnahmen:

Gefahrstellen am Pressstempel müssen gesichert sein, z.B. durch

  • Verkleidungen

    oder

  • bei Maschinen, die nur im Eintaktverfahren arbeiten, durch eine Zweihandschaltung Typ III B nach DIN EN 574.

1.4.17
Gebäckformmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Einzugsstellen zwischen Walzen

  2. 2.

    Scherstellen zwischen Messer und Formwalze

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Walzen-Einzugsstellen müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Einfülltrichter mit Schutzstäben,

    • Einfülltrichter mit Drehkreuz

      oder

    • Schutztrichter.

    Nach DIN EN 294 muss die Höhe des Einfülltrichters von der Standfläche bis zur Trichteroberkante mindestens 1400 mm betragen. Der Abstand von der Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle muss mindestens 850 mm betragen.

    Nach DIN EN 294 muss die Höhe des Einfülltrichters in Verbindung mit einem Schaltrahmen von der Standfläche bis zur Trichteroberkante mindestens 1 400 mm betragen. Zwischen Trichteroberkante und Schaltrahmen muss der Abstand 70 bis 100 mm und der Abstand zwischen Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle mindestens 550 mm betragen.

  2. 2.

    Die Gefahrstellen zwischen Messer und Formwalze müssen von der Auslaufseite her durch Verdeckungen gesichert sein. Diese Anforderungen gelten auch für handbetriebene Maschinen.

1.4.18
Dressiermaschinen, Spritzgebäckformmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an Zuführwalzen und -schnecken

  2. 2.

    Bewegungen des Dressier- bzw. Spritzkopfes oder der Transporteinrichtung

  3. 3.

    Ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Quetsch- und Scherstellen an Zuführwalzen und -schnecken muss von oben her verhindert sein.

    Dies wird erreicht, z.B. durch

    • eine sicherheitsgerechte Konstruktion des Einfülltrichters

      oder

    • eine verriegelte Schutzeinrichtung.

    Nach DIN EN 294 muss die Höhe des Einfülltrichters von der Standfläche bis zur Trichteroberkante mindestens 1400 mm betragen. Der Abstand von der Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle muss mindestens 850 mm betragen.

    Nach DIN EN 294 muss die Höhe des Einfülltrichters in Verbindung mit einem Schaltrahmen von der Standfläche bis zur Trichteroberkante mindestens 1400 mm betragen. Zwischen Trichteroberkante und Schaltrahmen muss der Abstand 70 bis 100 mm und der Abstand zwischen Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle mindestens 550 mm betragen.

    Das Eingreifen in den Einfülltrichter, z.B. zum Ankratzen, Einölen und Reinigen, ist nur bei abgeschalteter Zuführeinrichtung zulässig.

    Sieht die bestimmungsgemäße Verwendung die Verarbeitung von Massen vor, die erfahrungsgemäß ein Ankratzen des Einfülltrichters bei laufender Maschine notwendig macht, muss (z.B. durch eine Füllstandsüberwachung, die sicherstellt, dass im Einfülltrichter über der Oberkante der Gefahrstellen eine Produkthöhe von mindestens 120 mm vorhanden ist) ein gefahrloses Arbeiten ermöglicht sein.

    Der Zugriff zu den Gefahrstellen der Zuführeinrichtung muss von der Auslaufseite her verhindert sein.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch

    • Einhalten ausreichender Sicherheitsabstände,

    • geeignete Verdeckungen

      oder

    • geeignete Schutzhaube.

  2. 2.

    Gefahrbringende Bewegungen des Dressier- bzw. Spritzkopfes müssen verhindert sein, z.B. durch

    • konstruktive Sicherheit

      oder

    • verriegelte Schutzeinrichtungen.

  3. 3.

    Dressier- und Spritzgebäckformmaschinen müssen so aufgestellt werden, dass

    • eine Beschickung und Bedienung unter ergonomischen Vorgaben möglich ist,

    • die Standsicherheit der Maschine gewährleistet ist,

    • durch die Verlegung bzw. Führung der Anschlussleitung keine Stolperstellen entstehen,

    • der Bedienperson ausreichend Bewegungsfläche zur Verfügung steht,

    • Verkehrswege und Arbeitsbereiche nicht eingeengt werden

      und

    • zwischen bewegten Teilen der Dressier- und Spritzgebäckformmaschinen und baulichen Einrichtungen keine Gefahrstellen entstehen.

1.4.19
Belaugungsgeräte

Gefährdung durch

  1. 1.

    Einzugs-, Quetsch- und Scherstellen an Umlenkrollen der Transportbänder und mechanischen Hubeinrichtungen

  2. 2.

    Natronlauge (Brezellauge)

  3. 3.

    Überschwappen der Lauge beim Transport des Belaugungsgerätes

Maßnahmen:

  1. 1.

    Einzugsstellen an den Umlenkrollen der Transportbänder müssen gegen Zugriff gesichert sein.

    Quetsch- und Scherstellen an mechanischen Hubeinrichtungen müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • Einhalten von Sicherheitsabständen

      oder

    • Anbringen von Verdeckungen zwischen bewegten und festen Teilen.

    Siehe auch DIN EN 349.

  2. 2.

    Beim Umgang mit Natronlauge muss geeignete persönliche Schutzausrüstung getragen werden, z.B.:

    • Schutzbrille,

    • Schutzhandschuhe,

    • Schürze

      und

    • Schutzschuhe.

    Für den Umgang mit der Lauge muss eine Betriebsanweisung erstellt werden, die insbesondere beinhaltet, dass Lauge nur in eine Wasservorlage gefüllt werden darf. Geeignete Umfüllvorrichtungen, z.B. Ballonkipper, Heber und Dosiereinrichtungen, müssen hierbei benutzt werden.

    Das Eintauchen und Herausnehmen der Tauchbleche muss gefahrlos möglich sein.

    Dies wird erreicht z.B. durch

    • geeignete Gestaltung der Griffe an den Tauchblechen,

    • Einrichtungen, die ein kontinuierliches Heben und Absenken ermöglichen,

      oder

    • Einrichtungen, die Tauchbleche in angehobener Stellung sicher halten.

    Laugeablassvorrichtungen müssen gegen unbeabsichtigtes Öffnen der Hähne oder Schieber gesichert sein.

  3. 3.

    Verfahrbare Belaugungsgeräte müssen mit einem dicht schließenden Deckel ausgerüstet sein.

    Der Deckel ist vor dem Transport zu schließen.

1.4.20
Gärschränke und Gärräume mit eingebauten Fördereinrichtungen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an der Ein- und Ausgabestation

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Fördereinrichtungen und festen Maschinenteilen

  3. 3.

    Einzugsstellen an den Kettentrieben der Fördereinrichtungen

  4. 4.

    Schimmelbefall an den Gärgutträgern

  5. 5.

    Ultraviolette Strahlung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Gefahrstellen an der Ein- und Ausgabestation müssen gesichert sein, z.B. durch Verdeckungen, die den direkten Zugriff verhindern.

    Siehe auch DIN EN 12 043 "Nahrungsmittelmaschinen; Zwischengärschrank; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Fördereinrichtungen und festen Maschinenteilen müssen gesichert sein, z.B. durch fest angebrachte oder bewegliche, verriegelte Verdeckungen, die den direkten Zugriff verhindern.

    An Gärschränken und begehbaren Gärräumen mit eingebauten, ungesicherten Fördereinrichtungen müssen die Zugangstüren oder Einsteigöffnungen so eingerichtet sein, dass sie nur mit Werkzeug oder Schlüssel geöffnet werden können.

    An den Zugängen begehbarer Gärräume mit eingebauten, ungesicherten Fördereinrichtungen müssen Schlüsselschalter installiert sein, mit denen die Fördereinrichtungen abgeschaltet und gegen unbeabsichtigtes Ingangsetzen gesichert werden können.

    Gänge in begehbaren Gärräumen mit eingebauten ungesicherten Fördereinrichtungen müssen mindestens 1,00 m breit sein.

    Die Fördereinrichtungen sind über die gesamte Länge mit einem Not-Halt-Befehlsgerät, z.B. Schaltleine, auszurüsten.

  3. 3.

    Die Auflaufstellen der Förderketten müssen gesichert sein.

  4. 4.

    Gärgutträger müssen so behandelt werden, dass ein Befall mit Schimmel und Vorratsschädlingen, z.B. Reismehlkäfer, Kornkäfer, ausgeschlossen ist. Geeignete Maßnahmen sind z.B. trockene und luftige Aufbewahrung der Arbeitsmittel, Einstreuen mit Kartoffelstärke. Desinfizierende Maßnahmen an Gärgutträgern sind vorbeugend zu ergreifen, da ein schon stattgefundener sichtbarer Befall mit Schimmel die Auswechslung der betroffenen Gegenstände zur Folge haben muss.

    Siehe auch Abschnitt 2.1 des Anhangs I zur EG-Maschinenrichtlinie 98/37/EG und DIN EN 1672-2 "Nahrungsmittelmaschinen; Allgemeine Gestaltungsleitsätze; Teil 2: Hygieneanforderungen".

  5. 5.

    Werden zur Desinfektion Ultraviolett-Strahler eingesetzt, müssen diese so angeordnet und betrieben werden, dass die Augen und die Haut der Versicherten nicht geschädigt werden und eine gesundheitsgefährdende Einwirkung von Ozon ausgeschlossen ist. Der Einschaltzustand von Ultraviolett-Strahlern muss eindeutig erkennbar sein.

1.4.21
Temperiergeräte

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen Rührwerk und festen Maschinenteilen

  2. 2.

    Ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen zwischen Rührwerk und festen Maschinenteilen müssen verhindert oder gesichert sein, z.B. durch

    • Einhalten ausreichender Sicherheitsabstände

      oder

    • eine mit dem Antrieb des Rührwerks verriegelte Abdeckung.

  2. 2.

    Temperiergeräte müssen so aufgestellt werden, dass

    • eine Beschickung und Bedienung unter ergonomischen Vorgaben möglich ist

      und

    • durch die Verlegung bzw. Führung der Anschlussleitung keine Stolperstellen entstehen.

1.4.22
Herde

Gefährdung durch

  1. 1.

    Brand und Explosion

  2. 2.

    heiße Oberflächen, Flüssigkeiten, Dämpfe

Maßnahmen:

  1. 1.

    Versicherte sind im Rahmen der Unterweisung insbesondere darauf hinzuweisen, dass

    • Herde unbeaufsichtigt nur dann betrieben werden dürfen, wenn sichergestellt ist, dass keine Brand- oder Explosionsgefahr entstehen kann

      und

    • ein Aufheizen von leerem Kochgeschirr, z.B. Töpfe, Pfannen, nur unter Beaufsichtigung erfolgen darf.

  2. 2.

    Heiße Oberflächen an Herden, die nicht unmittelbar für den Arbeitsfortgang erforderlich sind, müssen, soweit technisch möglich, vermieden sein.

Siehe auch DIN EN 563 "Sicherheit von Maschinen; Temperaturen berührbarer Oberflächen; Ergonomische Daten zur Festlegung von Temperaturgrenzwerten für heiße Oberflächen" und DIN EN 13 202 "Ergonomie der thermischen Umwelt - Temperaturen berührbarer heißer Oberflächen; Leitfaden zur Festlegung der Temperaturgrenzwerte von heißen Oberflächen in Produktnormen unter Anwendung von EN 563".

Zur Vermeidung von Verbrennungen bei Arbeiten an Herden müssen geeignete Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt und benutzt werden. Geeignete Schutzausrüstungen sind z.B. Schutzhandschuhe, Topflappen, geschlossenes Schuhwerk, Schürze.

1.4.23
Gasbeheizte Hockerkocher

Gefährdung durch

Brand und Explosion

Maßnahmen:

Gasbeheizte Hockerkocher dürfen unbeaufsichtigt nur dann betrieben werden, wenn sichergestellt ist, dass keine Brand- oder Explosionsgefahr entstehen kann.

Sie dürfen nicht auf oder in unmittelbarer Nähe von brennbaren Materialien aufgestellt werden.

Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Verwendung von Flüssiggas" (BGV D34) und DVGW Arbeitsblatt G 634 "Installation von Gasgeräten in gewerblichen Küchen in Gebäuden; Besondere Anforderungen an Verbrennungsluftversorgung und Abgasabführung".

1.5
Anlagen zum Frosten und Kühlen

1.5.1
Räume mit Kühleinrichtungen(Kühlmittel wird in den Raum eingebracht)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Kältemittel, z.B. Kohlendioxid, Stickstoff

  2. 2.

    Eingeschlossen werden durch Unterdruck

Maßnahmen:

  1. 1.

    Kühleinrichtungen müssen nach der Betriebssicherheitsverordnung so beschaffen sein, dass das Einfüllen oder Einbringen erstickend wirkender Kühlmittel ohne Betreten des gekühlten Raumes vorgenommen werden kann.

    Räume mit direkter Einsprüh- und Einblaseeinrichtung dürfen erst betreten werden können, nachdem die Einsprüh- und Einblaseeinrichtung zwangsläufig ausgeschaltet und verriegelt ist.

    Eine Entriegelung darf nur von Hand und von außen möglich sein.

    Bei direktem Einlass des Kühlmittels in den Kühlraum muss ein Not-Halt-Befehlsgerät zum Stillsetzen der Kühleinrichtung vorhanden sein. Ein Not-Halt-Befehlsgerät muss bei begehbaren Räumen mit einer Grundfläche über 2 m2 auch von innen betätigt werden können.

    Türen von begehbaren Räumen, die selbsttätig ins Schloss fallen können, müssen jederzeit von innen zu öffnen sein.

    Vor dem Öffnen des Raumes muss sichergestellt sein, dass die Kühlmittelkonzentration im Kühlraum auf ein ungefährliches Maß reduziert ist.

    Kühlmittelrestmengen dürfen beim Öffnen des Kühlraumes nicht zu einer gefährlichen Ansammlung in angrenzenden Betriebsräumen führen.

  2. 2.

    Zwischen dem direkt gekühlten Raum und der ihn umgebenden Atmosphäre muss ein selbsttätig wirkender Druckausgleich vorhanden sein, z.B. durch eine Druckentlastungsklappe.

1.5.2
Durchlauffroster

Gefährdung durch

Kältemittel, z.B. Kohlendioxid, Stickstoff

Maßnahmen:

Durchlauffroster müssen so beschaffen oder mit Einrichtungen ausgerüstet sein, dass Versicherte durch austretende Kältemittel nicht gefährdet werden, z.B. durch

  • geschlossene Anlagen,

  • Absaugeinrichtungen an den Ein- und Auslauföffnungen, die mit der Kühlmittelzufuhr verriegelt und deren Wirksamkeit durch volumenstromabhängige Sicherheitseinrichtungen überwacht sein muss,

    oder

  • Warneinrichtungen vor zu hohen Konzentrationen von Kältemitteln im Arbeitsbereich, die weiterführende Maßnahmen einleiten.

Das abgesaugte Kühlmittel muss unmittelbar in einen ungefährdeten Bereich geleitet werden.

Die Umweltschutzbelange müssen dabei berücksichtigt werden.

Weiterführende Maßnahmen beim Ansprechen der Warneinrichtung sind in einer Betriebanweisung zu regeln.

Weiterführende Maßnahmen sind z.B.

  • Verlassen des Gefahrbereichs,

  • Unterbrechen der Kältemittelzufuhr

    oder

  • zusätzliche Lüftungsmaßnahmen.

1.6
Maschinen und Geräte zum Backen

1.6.1
Backöfen

Dampfbacköfen, Etagenbacköfen, Durchlaufbacköfen (Netz-, Glieder- und Plattenbandöfen), Heißumluftöfen, Stikkenöfen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Brand und Explosion

  2. 2.

    Sauerstoffmangel infolge unzureichender Verbrennungsluft

  3. 3.

    Überhitzung von Wärmeträgern

  4. 4.

    Quetsch-, Scher- und Auflaufstellen

  5. 5.

    Wrasen und Schwaden

  6. 6.

    Heiße Oberflächen

  7. 7.

    Eingeschlossen werden von Personen

  8. 8.

    Elektrischen Strom

  9. 9.

    Zerknall von Warmwasserbereitern

  10. 10.

    Ungünstige Beschickungshöhen

  11. 11.

    Unzureichende und ungeeignete Reinigung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Zur Vermeidung von Brand- und Explosionsgefahren an gas- oder ölbeheizten Backöfen sind folgende Maßnahmen erforderlich:

    • Gas oder Öl darf nicht unverbrannt ausströmen können.

    • Brennerflammen müssen durch eine Schauöffnung beobachtet werden können.

    • Sind in der Abgasanlage Ventilatoren oder Absperreinrichtungen, z.B. Abgasschieber, vorhanden, müssen diese so verriegelt sein, dass die Feuerung automatisch oder von Hand nur in Betrieb gesetzt oder gehalten werden kann, wenn der Ventilator läuft und die Absperreinrichtung ausreichend geöffnet ist.

    • Bei Backöfen, in denen die Heizgase mit einem Ventilator umgewälzt werden, muss die Funktion des Ventilators durch eine geeignete Einrichtung, z.B. Differenzdruckwächter oder Fliehkraftschalter, überwacht werden. Bei Ausfall der Umwälzung muss die Brennstoffzufuhr zum Brenner unterbrochen werden.

    • Brenner, die ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen herausschwenkbar sind, dürfen nicht außerhalb der Brennkammer oder des Feuerraumes weiterbrennen oder eingeschaltet werden können.

    • Ölrücklaufleitungen müssen so eingerichtet sein, dass Öl nicht über die Rücklaufleitung zur Brennerdüse gelangen kann, z.B. bei Überfüllung des Lagertanks.

    • Die Brenner müssen im Gefahrfall von einer Stelle außerhalb des Gefahrbereichs ausgeschaltet werden können. Diese Stelle muss leicht zugänglich und als solche gekennzeichnet sein.

  2. 2.

    Das Lüftungskonzept der Backstube muss so bemessen sein, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Zu- und Abluft besteht. Insbesondere muss dabei die erforderliche Verbrennungsluft für die Brenner der Backöfen sichergestellt sein.

  3. 3.

    Zur Vermeidung der Überhitzung von Wärmeträgern sind folgende Maßnahmen erforderlich:

    • Bei Backöfen mit Umlaufheizung durch einen flüssigen Wärmeträger muss sichergestellt sein, dass bei Ausfall oder Störung des Flüssigkeitsumlaufes im Erhitzer die Brennstoffzufuhr unterbrochen wird.

    • Das Flüssigkeitsumlaufsystem muss mit Einrichtungen versehen sein, die ein Überschreiten des zulässigen Druckes im System oder der zulässigen Temperatur des Wärmeträgers verhindern.

    • Backöfen, die über geschlossene, mit Flüssigkeit gefüllte Rohre beheizt werden (Dampfbacköfen), müssen mit einer Sicherheitseinrichtung ausgerüstet sein, die eine Drucküberschreitung infolge überhöhter Temperaturen verhindert.

      Dies wird z.B. erreicht durch einen Sicherheitstemperaturbegrenzer, der beim Erreichen der Grenztemperatur von 300 C im Herd die Feuerung abschaltet und ein Wiedereinschalten nur von Hand ermöglicht.

    • Jeder Herd eines Dampfbackofens muss mit einer Temperaturmesseinrichtung ausgerüstet sein, deren Anzeigebereich bis mindestens 360 C reichen muss.

  4. 4.

    Zur Vermeidung von Quetsch-, Scher- und Auflaufstellen sind folgende Maßnahmen erforderlich:

    • Ofentüren müssen in geöffneter Stellung sicher gehalten werden, z.B. durch

      • Arretierung oder Gewichtsausgleich.

    • Bei Ausziehherden müssen die Rollen mit Fußabweisern ausgerüstet sein, deren Bodenabstand höchstens 10 mm betragen darf.

    • Auflaufstellen an den Umlenkrollen von Durchlaufbacköfen müssen gesichert sein.

  5. 5.

    Backöfen müssen durch integrierte Absaugeinrichtungen oder Absaughauben über den Beschickungsöffnungen so betrieben werden, dass Wrasen und Schwaden möglichst nicht in den Atembereich von Versicherten gelangen.

    Integrierte Absaugeinrichtungen und Absaughauben müssen willentlich nach Ende der Backzeit, also vor dem Öffnen der Backofentüren, eingeschaltet werden.

    Integrierte Absaugeinrichtungen sind den Absaughauben vorzuziehen.

    Absauganlagen für Wrasen und Schwaden dürfen nicht mit einer Mehlstaubabsauganlage verbunden sein.

  6. 6.

    Heiße Oberflächen an Backöfen, die nicht unmittelbar für den Arbeitsfortgang erforderlich sind, müssen - soweit technisch möglich - vermieden sein.

    Siehe auch DIN EN 563 und DIN EN 13 202.

    Zur Vermeidung von Verbrennungen beim Umgang mit heißen Blechen, Gestellen und Einschubteilen müssen geeignete Schutzhandschuhe oder Hilfseinrichtungen zur Verfügung stehen und benutzt werden.

  7. 7.

    Bei Backöfen mit begehbaren Backräumen müssen Türen, die von selbst ins Schloss fallen können, so eingerichtet sein, dass sie jederzeit von innen geöffnet werden können.

  8. 8.

    Bewegliche Leuchten an Backöfen müssen mit Schutzkleinspannung betrieben werden.

    Leuchten sind beweglich, wenn ihre Lage unter Spannung verändert werden kann.

  9. 9.

    Werden an Backöfen Warmwasserbereiter eingebaut, müssen diese nach DIN 4753-1 "Wassererwärmer und Wassererwärmungsanlagen für Trink- und Betriebswasser; Anforderungen, Kennzeichnung, Ausrüstung und Prüfung" ausgeführt sein.

  10. 10.

    Bei manuell beschickten Backöfen soll die Höhe der oberen Beschickungsebene so gewählt sein, dass von der Zugangsebene der Bedienperson aus die Beschickungsebene eingesehen werden kann.

    Dies wird z.B. erreicht, wenn das Maß von 1,60 m zwischen Zugangsebene und Unterkante der obersten Beschickungsebene eingehalten wird.

  11. 11.

    Die Backflächen von Etagenbacköfen müssen, um ein vermehrtes Auftreten von Pyrolyseprodukten zu verhindern, regelmäßig gereinigt werden. Zur Reinigung sind geeignete Reinigungsverfahren, z.B. feuchte Tücher oder ein geeigneter Staubsauger, einzusetzen.

1.6.2
Ofenbeschickungseinrichtungen

DIN EN 13 591 "Nahrungsmittelmaschinen; Ofenbeschickungseinrichtungen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

1.6.2.1
Halbautomatische Ofenbeschickungseinrichtungen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen beweglichen und festen Teilen der Beschickungseinrichtung und baulichen Einrichtungen.

  2. 2.

    Absturz des Lastaufnahmemittels.

  3. 3.

    Unzureichende Durchgangshöhe in oberer Parkstellung der Beschickungseinrichtung.

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Quetsch- und Scherstellen zwischen Beschickungseinrichtung und Backofen müssen bei kraftbetätigter Bewegung gesichert sein, z.B. durch

    • seitliche Verdeckungen,

    • berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen,

    • Schaltleisten, Schaltbügel,

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster,

      oder

    • Zweihandschaltung Typ III B nach DIN EN 574.

    Die Gefahrstellen zwischen beweglichen und festen Teilen der Beschickungseinrichtung, z.B. zwischen Trägern und Beschickungsband, müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Verdeckungen, die einen direkten Zugriff zu den Gefahrstellen verhindern,

    • berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen,

    • Schaltleisten, Schaltbügel,

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster,

      oder

    • Zweihandschaltung Typ III B nach DIN EN 574.

    Die Gefahrstellen zwischen Beschickungseinrichtung und Fußboden müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Schaltleisten, Schaltbügel,

    • berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen, (BWS),

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tipptaster,

      oder

    • Einhalten eines Sicherheitsabstandes zwischen Beschickungseinrichtung und Fußboden von mindestens 120 mm.

  2. 2.

    Das Herabfallen des Lastaufnahmemittels muss wirksam verhindert sein, z.B. durch

    • Ausgleichsfedern,

    • Mutter und Kontermutter,

    • selbsthemmendes Getriebe,

    • Schlaffseilsicherung und Fangvorrichtung bei Einseil- bzw. Einkettenaufhängung des Lastaufnahmemittels

      oder

    • hydraulische Kolben mit Durchflussbegrenzung.

  3. 3.

    Der Durchgangsbereich unter der in Parkstellung befindlichen Beschickungseinrichtung muss ausreichend hoch sein.

    Die lichte Mindesthöhe sollte bei Personenverkehr 2,0 m betragen.

1.6.2.2
Vollautomatische Ofenbeschickungseinrichtungen

Gefährdung durch

Quetsch- und Scherstellen zwischen beweglichen und festen Teilen der Beschickungseinrichtung sowie der Umgebung.

Maßnahmen:

An vollautomatischen Ofenbeschickungseinrichtungen muss der gesamte Arbeitsbereich gesichert sein, z.B. durch

  • Verdeckungen aus durchsichtigem Material, die das Erreichen der Gefahrstellen durch Herumgreifen, Übergreifen oder Untergreifen verhindern (Umzäunungen),

    oder

  • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, z.B. Lichtschranken, Kontaktplatten.

Umzäunungen müssen an geeigneten Stellen mit verriegelten Zugängen, z.B. Türen, ausgestattet sein.

Arbeitsbereiche, die nicht vom Bedienpult aus eingesehen werden können, müssen an den Zugängen mit Vorort-Freigabeschalter (Quittierschaltern) ausgestattet sein. Diese müssen den Eingestiegenen vor unbeabsichtigtem Ingangsetzen durch Dritte sichern. Sie müssen in der Nähe des Zuganges so angebracht sein, dass sie vom Gefahrbereich aus nicht betätigt werden können.

Wird der Arbeitsbereich (Gefahrbereich) durch Einweg-Lichtschranken mit Testung (BWS-T) gesichert, müssen diese in 400 mm und 900 mm Höhe über der Zugangsebene angeordnet sein.

Wird der Arbeitsbereich (Gefahrbereich) durch Reflexions-Lichttaster (Laser-Scanner) gesichert, müssen diese so wirken, dass die gefahrbringende Bewegung vor Erfassen der Person zum Stillstand kommt.

1.6.3
Fettbackgeräte

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an mechanischen Hubeinrichtungen

  2. 2.

    Zufallen von Deckeln

  3. 3.

    Brand und Explosion

  4. 4.

    Heißes Fett, heiße Oberflächen

  5. 5.

    Fettdünste

  6. 6.

    ungeeignete Aufstellung

Maßnahmen:

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an mechanischen Hubeinrichtungen müssen vermieden oder gesichert sein, z.B. durch Einhalten von Sicherheitsabständen oder Anbringen von Verdeckungen zwischen bewegten und festen Teilen.

    Siehe auch DIN EN 349.

  2. 2.

    Deckel mit Scharnieren müssen gegen Zufallen gesichert sein, z.B. durch Arretierung, Anschlag, Gewichtsausgleich.

    Abnehmbare Deckel müssen so abgelegt werden, dass ein unbeabsichtigtes Hineinfallen in das heiße Fett verhindert ist.

    Dies kann z.B. erreicht werden durch ausreichend bemessene Ablage- oder Haltevorrichtungen.

  3. 3.

    Jedes Fettbackgerät muss mit einem Regelthermostaten und einem davon unabhängigen Temperaturbegrenzer ausgerüstet sein. Der Regelthermostat darf sich nur bis höchstens 200 C Fetttemperatur einstellen lassen.

    Der Temperaturbegrenzer muss bei einer Fetttemperatur von höchstens 230 C ansprechen.

    Gasbeheizte Fettbackgeräte müssen an allen Brennstellen mit Flammenüberwachungseinrichtungen ausgerüstet sein.

    Siehe auch Gasverbrauchseinrichtungsverordnung.

    Zusätzlich zu der Grundausstattung von Backbetrieben mit Feuerlöschern müssen Feuerlöscheinrichtungen mit nachgewiesener Eignung zum Löschen von Speiseöl- und Speisefettbränden vorhanden sein:

    • Füllmenge bis 50 l mindestens ein Feuerlöscher.

    • Füllmenge von mehr als 50 l eine ortsfeste Feuerlöscheinrichtung.

    Auf eine ortsfeste Feuerlöscheinrichtung kann bei einer Füllmenge bis 100 l verzichtet werden, wenn die nachfolgenden Maßnahmen getroffen sind:

    1. a)

      Für den Betrieb der Fettbackgeräte muss eine Betriebsanweisung erstellt werden und am Betriebsort jederzeit zugänglich sein.

      Die Betriebsanweisung muss mindestens folgende Inhalte umfassen:

      • Angaben aus den Betriebsanleitungen der Gerätehersteller, soweit sie für den sicheren Betrieb erforderlich sind.

      • Maßnahmen und Verhalten bei Störungen an Fettbackgeräten.

      • Kontrolle der Becken auf Leckagen und der Sicherheitseinrichtungen auf Beschädigungen

      • Angaben zu den Eigenschaften der verwendeten Fette.

      • Handhabung der Feuerlöscheinrichtungen.

      • Maßnahmen und Verhalten im Brandfall.

    2. b)

      Alle Bedienpersonen sind auf Grundlage der Betriebsanweisung zu unterweisen und haben die Betriebsanweisung zu beachten.

    3. c)

      In Betrieb befindliche Fettbackgeräte müssen ständig unter Beobachtung bleiben.

    4. d)

      Ab 50 l Füllmenge sind mindestens drei Feuerlöscher mit entsprechend nachgewiesener Eignung bereitzustellen.

    Im Einzelfall können zusätzliche, besondere Maßnahmen auf Grund von Brandrisiken bzw. Risikoanalysen erforderlich sein, z.B. ein Brandsicherheitsdienst durch die Feuerwehr.

    Die Eignung des Feuerlöschers und der ortsfesten Feuerlöscheinrichtung zum Löschen von Speiseöl- und Speisefettbränden muss durch eine Herstellerbescheinigung nachgewiesen sein.

    Feuerlöscher nach DIN EN 3 mit einer Löschmittel-Füllmenge von 6 kg bzw. 6 l sind zu bevorzugen.

    Das Löschen von Öl- und Fettbränden mit Löschdecken kann nach den bisherigen Erfahrungen nicht mehr zugelassen werden, weil dies mit einem unakzeptablen Verbrennungsrisiko für den Benutzer verbunden ist.

    Bei mehreren Becken errechnet sich die Füllmenge aus der Addition der einzelnen Füllmengen. Auf eine Addition kann verzichtet werden, sofern der Abstand der Becken 600 mm beträgt. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einem Abstand von 600 mm keine Brandübertragung mehr stattfindet.

    Auf eine Addition der einzelnen Füllmengen kann ebenfalls verzichtet werden, sofern sich zwischen den Becken eine mindestens 350 mm hohe nicht brennbare Abtrennung befindet.

    Die Füllmenge ergibt sich aus der "Nutzfüllmenge" nach DIN 18 856 und der Füllmenge unterhalb der Heizeinrichtung.

    Bei der Verwendung von Fetten, die bei Raumtemperatur fest sind, muss das Fett so eingebracht werden, dass die Brandgefahr vermieden wird.

    Dies wird erreicht, z.B. durch

    • externes Vorschmelzen

      oder

    • Verwendung von Fettbackgeräten mit Schmelzeinrichtung.

  4. 4.

    Das Eintauchen und Herausnehmen der Backkörbe muss gefahrlos möglich sein.

    Dies wird z.B. erreicht durch

    • geeignete Gestaltung der Griffe an den Backkörben,

    • Einrichtungen, die ein kontinuierliches Heben und Absenken ermöglichen,

    • Einrichtungen, die Backkörbe in angehobener Stellung sicher halten.

    Ausschwenkbare Heizungen müssen in oberer Stellung sicher gehalten werden. Heizkörper dürfen außerhalb des Fettbackraumes nicht betrieben werden können.

    An Fettbackgeräten muss der mindestens erforderliche und der höchstzulässige Füllstand deutlich erkennbar und dauerhaft gekennzeichnet sein.

    Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein gefahrloses Ablassen von Fett ermöglichen. Die Ablasseinrichtung muss gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sein, z.B. durch verdeckten Einbau, Klapp- oder Drehgriff.

    Zum Ablassen von Fett müssen geeignete, ausreichend bemessene Behälter vorhanden sein und benutzt werden.

    Geeignet sind z.B. Behälter aus temperatur- und formbeständigem Material, mit Einrichtungen gegen Überschwappen und zum Ausgießen in gebundenem Strahl.

    Fettbackgeräte mit heißem Fett dürfen nur dann transportiert werden, wenn durch einen dicht schließenden Deckel sichergestellt ist, dass kein heißes Fett austreten kann.

    Diese Forderung beinhaltet, dass der Deckel fest verschlossen werden kann, z.B. durch Riegel, Bajonettverschluss, Klammer.

  5. 5.

    Fettbackgeräte müssen so betrieben werden, dass Fettdünste nicht von Personen eingeatmet werden können.

    Dies wird z.B. erreicht durch wirksame Dunstabzugsanlagen möglichst nahe an den Entstehungsstellen der Fettdünste.

    Die Dunstabzugsanlage kann anlehnend an die VDI 2052 "Raumlufttechnische Anlagen für Küchen" ausgeführt werden.

    Beim Betreiben von Fettbackgeräten entstehen durch Erhitzen von Fett und Öl Produkte oder Schadstoffe, die in fester, flüssiger und gasförmiger Form als Aerosole, Schwaden oder Dünste entweichen.

  6. 6.

    Fettbackgeräte müssen so aufgestellt werden, dass eine ausreichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Bei der Aufstellung ist die mögliche Wärmebelastung für die Bedienpersonen zu berücksichtigen.

    Eine ausreichende Bewegungsfläche am Arbeitsplatz steht zur Verfügung, wenn die Tiefe der freien Bewegungsfläche an keiner Stelle weniger als 1,00 m beträgt.

    Eine Behinderung der Bedienperson ist nicht zu erwarten, wenn das Fettbackgerät so aufgestellt wird, dass ein Durchqueren des Bedienraumes durch weitere Personen vermieden ist.

    Sofern dieses aus technischen Gründen nicht möglich ist, muss die Tiefe der freien Bewegungsfläche mindestens 1,20 m betragen.

    Bei der Aufstellung von Fettbackgeräten ist darauf zu achten, dass der Gefahrbereich im Brandfall schnell verlassen werden kann.

    Aus Sprinkleranlagen darf kein Wasser in das heiße Fett gelangen können.

1.6.4
Waffelbackgeräte, -öfen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an Backformen

  2. 2.

    Brand- und Explosionsgefahr an gas- und ölbeheizten Öfen

Maßnahmen:

  1. 1.

    Gefahrstellen an Backformen müssen gesichert sein, z.B. durch Verkleidungen oder Verdeckungen. Im Bereich des Teigauftrages ist eine Sicherung durch Verkleidungen oder Verdeckungen nicht erforderlich, wenn Befehlseinrichtungen zum Stillsetzen vor dem gesamten Gefahrbereich angeordnet sind.

    Befehlseinrichtungen zum Stillsetzen sind z.B.

    • Schaltstangen,

    • Schaltleisten

      oder

    • Reißleinen.

  2. 2.

    Zur Vermeidung von Brand- und Explosionsgefahren an gas- oder ölbeheizten Öfen sind folgende Maßnahmen erforderlich:

    • Gas und Öl dürfen nicht unverbrannt ausströmen können.

    • Brennerflammen müssen durch eine Schauöffnung beobachtet werden können.

    • Sind in der Abgasanlage Ventilatoren oder Absperreinrichtungen, z.B. Abgasschieber, vorhanden, so müssen diese so verriegelt sein, dass die Feuerung automatisch oder von Hand nur in Betrieb gesetzt oder gehalten werden kann, wenn der Ventilator angelaufen und die Absperreinrichtung ausreichend geöffnet ist.

    • Bei Öfen, in denen die Heizgase mit einem Ventilator umgewälzt werden, muss die Funktion des Ventilators durch eine geeignete Einrichtung, z.B. Differenzdruckwächter oder Fliehkraftschalter, überwacht werden. Bei Ausfall der Umwälzung muss die Brennstoffzufuhr zum Brenner unterbrochen werden.

    • Brenner, die ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen herausschwenkbar sind, dürfen nicht außerhalb der Brennkammer oder des Feuerraumes weiterbrennen oder eingeschaltet werden können.

    • Ölrücklaufleitungen müssen so eingerichtet sein, dass Öl nicht über die Rücklaufleitung zur Brennerdüse gelangen kann, z.B. bei Überfüllung des Lagertanks.

    • Die Brenner müssen im Gefahrfall von einer Stelle außerhalb des Gefahrbereichs ausgeschaltet werden können. Diese Stelle muss leicht zugänglich und als solche gekennzeichnet sein.

1.7
Maschinen und Geräte für die Backwarenbearbeitung

1.7.1
Kuchenschneidemaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen bewegten und festen Teilen

  2. 2.

    Schneidwerkzeuge

Maßnahmen:

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen bewegten und festen Teilen an Kuchenschneidemaschinen müssen durch Verkleidungen bzw. Verdeckungen gesichert sein.

  2. 2.

    Die Gefahrstellen an Schneidwalzen, Messerbalken und Gattermessern müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Verkleidungen und Verdeckungen, die ein Um-, Über- und Untergreifen zur Gefahrstelle verhindern,

    • ortsbindende Schutzeinrichtungen, z.B. Zweihandschaltung Typ III B nach DIN EN 574,

      oder

    • Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, z.B. Lichtschranken.

1.7.2
Brötchenschneidemaschinen

Gefährdung durch

Messer

Maßnahmen:

Die Gefahrstellen an dem Schneidwerkzeug müssen von der Einfüllseite her gesichert sein, z.B. durch

  • Einhaltung der Sicherheitsabstände nach DIN EN 294

    oder

  • Einhaltung der Maße entsprechend der nachstehenden Zeichnung.

Die Gefahrstellen am Schneidwerkzeug müssen von der Auslaufseite her gesichert sein, z.B. durch

  • Einhaltung der Sicherheitsabstände nach DIN EN 294

    oder

  • einem Spaltkeil in der Auslauföffnung, der die Schneidkante von der Rückseite her vollständig verdeckt.

Das sichere Entfernen der beim Schneiden entstehenden Krümel muss gewährleistet sein, z.B. durch

  • Öffnungen im Boden, deren Abmessungen DIN EN 294 entsprechen,

    oder

  • eine verriegelte Reinigungsklappe.

1.7.3
Gatterbrotschneidemaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Gattermesser

  2. 2.

    Quetsch- und Scherstellen zwischen festen Maschinenteilen und dem Vorschubbalken, den Gatterrahmen untereinander und den Gatterrahmen und festen Maschinenteilen

  3. 3.

    Vernachlässigen hygienischer Prinzipien

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gattermesser müssen auf der Einlaufseite durch Verdeckungen gesichert sein. Der Abstand vom Gattermesser bis zur Vorderkante der Verdeckung muss mindestens 120 mm betragen.

    An Maschinen mit kraftbetriebenem Vorschubbalken muss über dem Einschubkanal eine Schalteinrichtung, z.B. Schaltleiste oder Lichtschranke, vorhanden sein, die bei Betätigung den Vorschub stillsetzt oder in die Gegenrichtung steuert.

    An Maschinen mit kraftbetriebenem Vorschubbalken und einem Messerabstand (Schnittstärke) von mehr als 25 mm muss an der Auslaufseite eine bewegliche, verriegelte, tunnelförmige Schutzhaube vorhanden sein. Bei einer Öffnungshöhe von nicht mehr als 250 mm muss der Abstand bis zum Gatter 550 mm betragen; bei größeren Öffnungshöhen muss der Sicherheitsabstand 850 mm betragen.

  2. 2.

    Gefahrstellen zwischen festen Maschinenteilen und dem Vorschubbalken, Gatterrahmen untereinander und den Gatterrahmen und festen Maschinenteilen müssen gesichert sein, z.B. durch Einhaltung ausreichender Sicherheitsabstände.

    Gefahrstellen, die hinter Reinigungsöffnungen liegen, müssen gesichert sein, z.B. durch

    • Verdeckungen

      oder

    • mit dem Antrieb verriegelte Reinigungsklappen bzw. Krumenschalen.

    Siehe auch DIN EN 13 954 "Nahrungsmittelmaschinen; Brotschneidemaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

  3. 3.

    Filze zur Ölung der Messer müssen entsprechend den Angaben in der Betriebsanleitung gereinigt bzw. ausgetauscht werden.

    Bei der Beschaffung von Gatterbrotschneidemaschinen sollte darauf geachtet werden, dass Filze zur Ölung der Messer, zwecks Reinigung und zum Austausch, leicht ein- und ausgebaut werden können.

    Schneidgutreste müssen regelmäßig entfernt werden.

1.7.4
Brotschneidemaschinen mit Sichelmesser oder Exzenter-Rundmesser

Gefährdung durch

Messer

Maßnahmen:

Der Zugriff zu den Gefahrstellen am Messer muss bei laufender Maschine verhindert sein, z.B. durch bewegliche verriegelte Verkleidungen oder bei kontinuierlich arbeitenden Maschinen mit integrierten Transporteinrichtungen an der Ein- und Auslaufseite eine tunnelförmige Schutzhaube. Der Abstand von der Vorderkante der Schutzhaube bis zum Messer muss mindestens 850 mm und die Höhe der Schutzhaube darf höchstens 250 mm betragen.

Die Transporteinrichtungen müssen mindestens 500 mm länger sein als die Schutzhauben.

Es müssen folgende steuerungstechnische Maßnahmen getroffen sein:

  • Positionsschalter in zwangsöffnender Öffner-Schließer-Kombination

    oder

  • berührungslos wirkende, zweifach-fehlersichere Positionsschalter jeweils mit Selbstüberwachung von Steuer- und Hauptstromkreis.

  • Die Bewegung des Messers muss beendet sein, bevor nach dem Entfernen oder Öffnen der Schutzeinrichtung die Gefahrstelle erreicht werden kann.

  • Das Messer darf sich bei geöffneter Schutzeinrichtung nicht unbeabsichtigt bewegen können.

  • Bei betriebsmäßigem Ausschalten muss das Messer außerhalb des Schneidekanals zum Stillstand kommen.

Gefahrstellen, die hinter Reinigungsöffnungen liegen, müssen gesichert sein, z.B. durch

  • Verdeckungen

    oder

  • mit dem Antrieb verriegelte Reinigungsklappen bzw. Krumenschalen.

Siehe auch DIN EN 13 954 "Nahrungsmittelmaschinen; Brotschneidemaschinen; Sicherheits- und Hygieneanforderungen".

1.7.5
Restbrotzerkleinerer

Gefährdung durch

Zerkleinerungswerkzeuge

Maßnahmen:

Die Gefahrstellen der Werkzeuge müssen gesichert sein. Dies kann an der Einlaufseite erreicht werden, z.B. durch

  • Schutztrichter,

  • Einfülltrichter mit verriegeltem Schutzdeckel

    oder

  • Einbauten (Schikanen) im Einfülltrichter.

Nach DIN EN 294 beträgt die Höhe des Einfülltrichters von der Standfläche bis zur Trichteroberkante mindestens 1400 mm.

Der Abstand von der Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle beträgt mindestens 850 mm.

Nach DIN EN 294 beträgt die Höhe des Einfülltrichters in Verbindung mit einem Schaltrahmen von der Standfläche bis zur Oberkante mindestens 1400 mm.

Zwischen Trichteroberkante und Schaltrahmen beträgt der Abstand 70 bis 100 mm und der Abstand zwischen Trichteroberkante bis zur Gefahrstelle mindestens 550 mm.

Gefahrstellen an der Auslaufseite müssen gesichert sein, z.B. durch

  • sicherheitsgerechte Gestaltung des Auslaufes

    oder

  • Schutzgitter bzw. Schutzstäbe.

Ohne Werkzeug lösbare Schutzeinrichtungen müssen mit dem Antrieb verriegelt sein.

1.8
Maschinen zum Spülen und Reinigen

1.8.1
Spülmaschinen

Gefährdung durch

  1. 1.

    Quetsch- und Scherstellen an Transporteinrichtungen und Hubtüren

  2. 2.

    heißes Wasser

  3. 3.

    Reinigungsmittel

  4. 4.

    Wrasen und Spülmitteldämpfe

Maßnahmen:

  1. 1.

    Die Gefahrstellen an den Transporteinrichtungen und Hubtüren müssen vermieden oder gesichert sein.

    Gefahrstellen an Transporteinrichtungen sind z.B. an Umlenkrollen, Spannrollen und Mitnehmern vorhanden.

    Siehe auch DIN EN 60 335-1 "Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke; Teil 1: Allgemeine Anforderungen" und DIN EN 60 335-2-58 "Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke; Teil 2: Besondere Anforderungen für elektrische Spülmaschinen für den gewerblichen Gebrauch".

  2. 2.

    Es muss sichergestellt sein, dass heißes Wasser nicht strahlartig aus Öffnungen der Maschine austritt.

  3. 3.

    Reinigungsmittel müssen so zugeführt werden können, dass eine Gefährdung von Personen vermieden wird.

    Dies kann erreicht werden, z.B. durch automatische Dosieranlagen oder durch Verwendung von Tabs.

    Bei der Dosierung der Reinigungsmittel müssen die vom Hersteller vorgegebenen und eingestellten Werte eingehalten werden.

  4. 4.

    Ist an Spülmaschinen mit erhöhtem Auftreten von Schwaden zu rechnen, müssen diese an der Entstehungs- bzw. Austrittsstelle abgesaugt werden.

1.8.2
Blechputzmaschinen (mechanische Reinigung)

Gefährdung durch

  1. 1.

    Einzugsstellen zwischen Walzen und Bürsten

  2. 2.

    gehörschädigenden Lärm

Maßnahmen:

  1. 1.

    Der Zugriff zu den Einzugsstellen zwischen Walzen und Bürsten muss vermieden oder gesichert sein, z.B. durch

    • Verkleidungen

      oder

    • Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung, z.B. Tippschalter.

  2. 2.

    Blechputzmaschinen müssen so konzipiert und gebaut sein, dass sie den in der Praxis bewährten Regeln der Lärmminderungstechnik entsprechen.

    Impulshaltiger Lärm, der durch große Fallhöhen der gereinigten Bleche auf den Blechstapel erzeugt wird, muss vermieden werden, z.B. durch Blechwagen, deren Aufnahmeplatte federnd gelagert ist.

    Siehe auch Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung.