DGUV Regel 110-004 - Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)

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Abschnitt 2, 2 Begriffsbestimmungen
Abschnitt 2
Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)
Titel: Arbeiten in Backbetrieben (bisher: BGR 112)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 110-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser BG-Regel werden folgende Begriffe bestimmt:

  1. 1.

    Backbetriebe sind Herstellungsbetriebe für Backwaren.

    Der Begriff "Backbetriebe" umfasst sämtliche Räume und Einrichtungen, die zur handwerklichen und industriellen Herstellung, zur Lagerung und zum Vertrieb von Backwaren, Dauerbackwaren, Pizzeria- und Konditoreierzeugnissen dienen. Dies sind z.B. Lagerräume für Roh- und Hilfsstoffe, Teigherstellungs- und -bearbeitungsräume, Backstube und Backbereiche, Kühlbereiche, Fertigwarenlager, Schneide- und Verpackungsräume, Expedition und Verkaufsstellen.

  2. 2.

    Arbeitsmittel sind nach § 2 Abs. 1 der Betriebssicherheitsverordnung Werkzeuge, Geräte, Maschinen oder Anlagen, die bei der Arbeit benutzt werden, einschließlich der überwachungsbedürftigen Anlagen.

    Arbeitsmittel sind z.B. Aufzugsanlagen, Flüssiggasanlagen mit ortsbeweglichen Druckgeräten (Flüssiggasflaschen), Maschinen zur Teigherstellung und -bearbeitung, Backöfen.

    Zu den Arbeitsmitteln zählen z.B. auch die Elektroinstallation, die Heizungs- und Klimatechnik, Rolltore, soweit sie zur Arbeit benötigt bzw. benutzt werden.

  3. 3.

    Basismaßnahmen sind grundlegende Maßnahmen zur Verminderung des Risikos, eine Berufskrankheit nach BK-Nr. 4301 zu erleiden. Zu den Basismaßnahmen gehören z.B. alle Maßnahmen zur Verringerung

    • von Mehlstaub,

    • des Risikos durch Mikroorganismen,

    • der Einwirkung von Schadstoffen,

    • des Risikos durch Vorratsschädlinge und deren Stoffwechselprodukte,

    • der Einwirkung durch Wärmebestrahlung,

    • der Gefährdungen durch mangelhafte Organisation der Arbeitsabläufe.

  4. 4.

    Spezielle Maßnahmen sind solche Maßnahmen, die ausschließlich die weitere Senkung der Mehlstaubkonzentration am Arbeitsplatz betreffen. Sie sind durchzuführen, wenn auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung festgestellt wurde, dass Basismaßnahmen nicht ausreichend sind.

    Spezielle Maßnahmen sind z.B. Mehlstaubabsauganlagen, Kapselung sowie die Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen.

  5. 5.

    Mehlstaub ist Staub aus Weizen-, Roggen- oder Sojamehl sowie aus Backmitteln, auch wenn diese Bestandteil von Fertigmehlmischungen sind.

  6. 6.

    Trennmittel sind Substanzen, die ein Ankleben von Teigen an Arbeitstischen und Maschinenteilen verhindern sollen.

    Trennmittel sind Mehle oder Öle. Bei der Verwendung von Mehlen besteht die Gefahr der Entstehung hoher Staubkonzentrationen im Atembereich der Beschäftigten, wobei Mehlstäube mit allergenen Eigenschaften ein besonderes Risiko darstellen. Aus diesen Gründen werden Trennmittel gefordert, die staubarm sind oder als Ersatz für gewöhnliches Mehl zum Backen aus Mehlen bestehen, die keine oder nur geringe allergene Eigenschaften besitzen.

  7. 7.

    Punktuell wirkende Absaugeinrichtungen sind maschinenbezogene Einrichtungen, die geeignet sind, den entstehenden Staub abzusaugen.

  8. 8.

    Mehlstaubabsauganlagen sind raumlufttechnische Anlagen, die geeignet sind, Mehlstaub an den Entstehungsstellen und in der Raumluft zu erfassen und gefahrlos abzuführen.

    Mehlstaubabsauganlagen bestehen in der Regel aus Stauberfassungselementen, Rohrleitungen, Filtern und Lüfter.