DGUV Regel 109-001 - Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von...

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Abschnitt 4.9.1, 4.9 Organisatorische Maßnahmen 4.9.1 Reinig...
Abschnitt 4.9.1
Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Titel: Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.9.1 – 4.9 Organisatorische Maßnahmen
4.9.1 Reinigung und Wartung

4.9.1.1

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Reinigungs- und Wartungsarbeiten regelmäßig durchgeführt werden. Hierzu hat er einen Reinigungs- und Wartungsplan aufzustellen, in dem die Vorgehensweise, die erforderlichen Reinigungs- und Wartungsintervalle und die Verantwortlichkeiten festgelegt sind.

4.9.1.2

Die Angaben zur Reinigung und Wartung in den Betriebsanleitungen der Hersteller der Bearbeitungsmaschinen und zugehörigen Einrichtungen sind vorrangig zu beachten.

4.9.1.3

Der Reinigungsplan sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  1. 1.

    Reinigung der Arbeitsplätze und des unmittelbaren Bearbeitungsbereiches sowie der Umgebung von bestimmungsgemäßen Austragsstellen für trockenen Aluminiumstaub, z.B. nach Beendigung jeder Schicht,

  2. 2.

    Reinigung der Schutz- und Absaughauben der benutzten Bearbeitungsmaschinen, z.B. wöchentlich,

  3. 3.

    Reinigung der schlammführenden Leitungen, der in Nassabscheidern integrierten Schlammauffangeinrichtungen, gegebenenfalls andere, in Räumen befindliche Schlammauffangeinrichtungen und Luftrückführungen, z.B. wöchentlich,

  4. 4.

    Reinigung der gesamten Absaugeinrichtung einschließlich gegebenenfalls vorhandener Schallschutzeinrichtungen sowie aller Sammelrinnen nach Bedarf, z.B. vierteljährlich,

  5. 5.

    Reinigung von außerhalb des Arbeitsraumes befindlichen Schlammbecken, z.B. halbjährlich,

  6. 6.

    Reinigung der Arbeitsräume und Aufstellungsbereiche (alle Flächen, auf denen sich Staub ablagern kann), z.B. jährlich.

Umfang und Häufigkeit der Reinigungsarbeiten richten sich im Wesentlichen nach dem jeweiligen Bearbeitungsverfahren und dem Grad der Verschmutzung. Die Angaben zur Häufigkeit der Reinigungsarbeiten unter Nummern 1 bis 6 sind orientierungswerte aus der bisherigen Praxis. Sie sind vom Unternehmer an die jeweiligen betrieblichen Verhältnisse anzupassen.

Besondere Aufmerksamkeit ist den Verschmutzungen beim Staubbeseitigungsverfahren "Trockenverfahren mit Nassabscheidung durch sofortiges Benetzen" zu widmen; Staubanbackungen sind zu vermeiden.

Beispiel eines Reinigungs- und Wartungsplan siehe Anhang 4.

4.9.1.4

Der Wartungsplan sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  1. 1.

    Tägliche Wasserstandskontrolle der Nassabscheider,

  2. 2.

    Kontrolle aller bewegten Teile in explosionsgefährdeten Bereichen auf Funktionsfähigkeit und Reibungsfreiheit, z.B. monatlich,

  3. 3.

    Sichtkontrolle der gesamten Anlage, insbesondere der Sammelbehälter für Aluminiumstaub/-schlamm auf Roststellen und gegebenenfalls deren Beseitigung, z.B. monatlich,

  4. 4.

    Sicht- und Funktionskontrolle aller der Sicherheit dienenden Einrichtungen, z.B. monatlich.

Die Kontrolle aller bewegten Teile sollte sich z.B. auf Lager und Ventilatoren erstrecken.

Der Sicherheit dienende Einrichtungen sind z.B.

  • Überwachungseinrichtungen des Luftdurchsatzes von Absaugeinrichtungen,

  • Überwachungseinrichtungen der Flüssigkeitsversorgung.

Die Angaben zur Häufigkeit der Wartungsarbeiten unter Nummern 1 bis 4 sind Orientierungswerte aus der bisherigen Praxis. Sie sind vom Unternehmer an die jeweiligen betrieblichen Verhältnisse anzupassen.

Beispiel eines Reinigungs- und Wartungsplan siehe Anhang 4.

Reinigung und Instandhaltung lufttechnischer Anlagen siehe auch Abschnitt 3.6.4 der BG-Regel "Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen" (BGR 121).

4.9.1.5

Die Durchführung der Reinigungs- und Wartungsarbeiten, mit Ausnahme der nach Abschnitt 4.9.1.3 Nr. 1, ist zu dokumentieren.

Beispiel zur Dokumentation von durchgeführten Reinigungs- und Wartungsarbeiten siehe Anhang 4.

4.9.1.6

Bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten in feuergefährdeten Bereichen sind Zündgefahren zu vermeiden.

4.9.1.7

Bei Reinigungs- und Wartungsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen Besen und Bürsten aus funkenreißenden Werkstoffen nicht verwendet werden.

4.9.1.8

Bei Reinigungsarbeiten ist das Aufwirbeln von Staub zu vermeiden.

Dies bedeutet auch, dass in Bereichen, in denen Staubablagerungen zu erwarten sind, keine Druckluftdüsen benutzt werden dürfen.

4.9.1.9

Zum Aufsaugen abgelagerter Stäube dürfen nur geeignete Staubsauger verwendet werden.

Geeignete Staubsauger sind z.B.

  • handgeführte Sauger, die an einer stationären Absaugeinrichtung mit Nassabscheider angeschlossen sind,

  • Staubsauger der Bauart 1 oder Bauart 22.

Siehe auch Sicherheitstechnisches Informations- und Arbeitsblatt 510 220 "Einsatz von Industriestaubsaugern und Entstaubern in Zone 11 (Bauart 1)" im BGIA-Handbuch sowie DIN EN 60 335-2-69/A1 "Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke; Teil 2-69: Besondere Anforderungen für Staub- und Wassersauger einschließlich kraftbetriebener Bürsten für industrielle und gewerbliche Zwecke".

4.9.1.10

Beim Einsatz von Reinigungsmitteln dürfen nur solche Verwendung finden, die nicht gefährlich mit Aluminium reagieren.

Die hierzu erforderlichen Informationen sind beim Hersteller einzuholen.

Siehe Sicherheitsdatenblatt nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 220 "Sicherheitsdatenblatt".

Beim Einsatz von Chlorkohlenwasserstoffen und chlorkohlenwasserstoffhaltigen Lösemittel-Gemischen als Reinigungsmittel können im Kontakt mit Aluminium in reaktiver Form (z.B. als Staub) gefährliche Reaktionen auftreten. Aus diesem Grunde sollte auf eine Verwendung dieser Stoffe verzichtet werden. Andernfalls ist eine vorherige Beurteilung durch eine sachverständige Stelle (z.B. Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung - BAM) erforderlich.

Siehe auch

  • § 7 der Gefahrstoffverordnung,

  • § 22 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1),

  • BG-Information "Gefahrstoffe; Chlorkohlenwasserstoffe" (BGI 767).