DGUV Regel 109-001 - Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von...

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Abschnitt 4.6, 4.6 Vermeidung von Zündquellen
Abschnitt 4.6
Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Titel: Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.6 – 4.6 Vermeidung von Zündquellen

4.6.1

Geräte und Schutzsysteme, Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen in explosionsgefährdeten Bereichen müssen der Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV) entsprechen.

Siehe auch Abschnitt E 2 der BG-Regel "Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)" (BGR 104).

Bei der Auswahl elektrischer Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen mit brennbarem Staub ist nach DIN EN 61 241-14 "Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen mit brennbarem Staub; Teil 14: Auswahl und Errichten" der spezifische elektrische Widerstand (Leitfähigkeit) des Staubes zu berücksichtigen. Gemäß dieser Norm gilt ein Staub als leitfähig, wenn der spezifische elektrische Widerstand ≤ 103 Ωm ist. Trockener Aluminiumstaub vom Schleifen, Bürsten und Polieren kann bei Zugrundelegung dieses Grenzwertes im Allgemeinen als nicht leitfähig angesehen werden.

4.6.2

In explosionsgefährdeten Bereichen müssen alle elektrisch leitfähigen Anlagenteile elektrostatisch geerdet sein.

Solche Anlagenteile sind z.B. Absaughauben und Absaugkanäle.

Siehe auch BG-Regel "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen" (BGR 132).

4.6.3

Oberflächentemperaturen in explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nicht so hoch sein, dass gefährliche explosionsfähige Atmosphäre aus Stäuben oder auf Oberflächen abgelagerter Staub entzündet werden kann. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  1. 1.

    Die Oberflächentemperatur darf 2/3 der Mindestzündtemperatur in C des jeweiligen Staub/Luft-Gemisches nicht überschreiten.

  2. 2.

    An Flächen, auf denen Ablagerungen von Stäuben nicht wirksam verhindert sind, darf die Oberflächentemperatur die um 75 K verminderte Glimmtemperatur des jeweiligen Staubes nicht überschreiten; bei Schichtdicken über 5 mm gelten niedrigere Temperaturen.

  3. 3.

    Maßgeblich für Stäube ist der niedrigere der nach den Nummern 1 und 2 ermittelten Werte.

  4. 4.

    Bei Oberflächentemperaturen unter 135 C sind die Bedingungen nach Nummern 1 und 2 für Aluminiumstäube als erfüllt anzusehen; bei höheren Oberflächentemperaturen ist ein Nachweis der Glimm- und Zündtemperatur des im Einzelfall vorliegenden Staubes erforderlich.

Siehe auch Abschnitt E 2 der BGR 104, DIN EN 61 241-14 und DIN EN 60 079. Bei nicht verunreinigten Aluminiumstäuben sind die Bedingungen nach den Nummern 1 und 2 als erfüllt anzusehen bei Oberflächentemperaturen unter 300 C Verunreinigungen können sich z.B. bei Polierstäuben durch Polierpaste, Flusen oder Paraffinzusätze ergeben.

4.6.4

Geräte und Schutzsysteme, Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen in feuergefährdeten Bereichen entsprechen mindestens der Schutzart IP 5X. Für Oberflächentemperaturen in feuergefährdeten Bereichen gelten die Bedingungen nach Abschnitt 4.6.3.

Schutzarten siehe DIN EN 60 529 "Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)".

4.6.5

In feuergefährdeten Bereichen sind offene Heizungsanlagen nicht zulässig.

Offene Heizungsanlagen sind z.B. Heizstrahler.

4.6.6

In feuergefährdeten Bereichen ist Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten.

Hinsichtlich Kennzeichnung siehe Abschnitt 4.7.5.

4.6.7

In feuergefährdeten Bereichen dürfen keine Arbeiten mit Zündgefahr vorgenommen werden.

Siehe § 22 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).

4.6.8

Abweichungen von Abschnitt 4.6.7 sind zulässig, wenn besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden und der Unternehmer eine schriftliche Erlaubnis erteilt hat.

Siehe auch Abschnitt 3.8 des Kapitels 2.26 der BG-Regel "Betreiben von Arbeitsmitteln" (BGR 500).

4.6.9

In der Nähe von feuergefährdeten Bereichen dürfen Arbeiten mit Zündgefahr nur ausgeführt werden, wenn sichergestellt ist, dass keine Zündquellen in die gefährdeten Bereiche gelangen können.

4.6.10

Absaug- und Schutzhauben an Schleifarbeitsplätzen und Schleifmaschinen sind aus nicht zur Funkenbildung neigenden Werkstoffen oder mit solchen Werkstoffen ausgekleidet, sofern mit dem Auftreten von Schlag- und Schleiffunken zu rechnen ist.

Nicht zur Funkenbildung neigen z.B. Kupfer, Aluminium.

Mit dem Auftreten von Schlag- und Schleiffunken ist zu rechnen, z.B. an Bandschleifmaschinen mit manueller Werkstückführung oder im Falle eines Bandrisses.