DGUV Regel 109-001 - Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von...

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Abschnitt 4.2.5, 4.2.5 Trockenverfahren und Trockenabscheidu...
Abschnitt 4.2.5
Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Titel: Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium Vermeiden von Staubbränden und Staubexplosionen (bisher: BGR 109)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-001
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2.5 – 4.2.5 Trockenverfahren und Trockenabscheidung

4.2.5.1

Beim Trockenverfahren mit Trockenabscheidung des Staubes wird der anfallende trockene Staub an der Entstehungsstelle möglichst vollständig abgesaugt und einem Trockenabscheider zugeführt.

4.2.5.2

Durch Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes werden die möglichen Auswirkungen einer Explosion im Abscheider auf ein unbedenkliches Maß begrenzt.

Eine geeignete Maßnahme für den konstruktiven Explosionsschutz ist z.B.: Explosionsdruckstoßfeste Bauweise für den reduzierten Explosionsdruck in Kombination mit Explosionsdruckentlastung oder -unterdrückung; siehe auch

  • VDI 3673 "Druckentlastung von Staubexplosionen"

  • DIN EN 14 491 "Schutzsysteme zur Druckentlastung von Staubexplosionen"

  • VDI 2263 Blatt 3 "Staubbrände und Staubexplosionen; Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen; Explosionsdruckstoßfeste Behälter und Apparate; Berechnung, Bau und Prüfung"

  • DIN EN 14 460 "Explosionsfeste Geräte"

    sowie

  • DIN EN 14 373 "Explosions-Unterdrückungssysteme".

4.2.5.3

Zusätzlich zu den Maßnahmen nach 4.2.5.2 sind geeignete Schutzsysteme vorhanden, die eine Explosionsübertragung aus dem Abscheider in angrenzende Bereiche, z.B. in den Arbeitsraum verhindern (explosionstechnische Entkopplung).

Geeignete Schutzsysteme können z.B. sein: Entlastungsschlot, Rückschlagklappen, Zellenradschleuse, Schnellschlussschieber, Explosionsschutzventile, Löschmittelsperren; siehe auch

  • Abschnitt 10 der VDI 3673,

  • Abschnitt 5.7.4 der VDI 2263,

  • DIN EN 1127-1 "Explosionsfähige Atmosphären; Explosionsschutz; Teil 1: Grundlagen und Methodik"

    und

  • DIN EN 15 089 "Explosionsentkopplungs-Systeme".

Schutzsysteme gelten als geeignet, wenn eine Bestätigung ihrer Übereinstimmung mit den einschlägigen Vorschriften der Richtlinie 94/9/EG (Explosionsschutzverordnung - 11. GPSGV) von einer benannten Stelle vorliegt und die bestimmungsgemäße Verwendung für den Einzelfall gewährleistet ist.

In der Praxis haben sich z.B. bewährt:

  • Rohluftseite mit Schnellschlussschieber oder Entlastungsschlot,

  • Staubaustrag über explosionsfeste und flammendurchschlagsichere Zellenradschleuse,

  • Reinluftseite mit Explosionsschutzventil.

4.2.5.4

Anstelle der konstruktiven Explosionsschutzmaßnahmen nach den Abschnitten 4.2.5.2 und 4.2.5.3 kann durch Feststoffinertisierung das Entstehen von explosionsfähiger Atmosphäre im Abscheider vermieden werden.

Bei diesem Verfahren wird ein staubförmiger Inertstoff, z.B. Calciumcarbonat (Kalk), in den Abscheider eingebracht, so dass der Aluminiumstaub-Gewichtsanteil so weit reduziert wird, dass ein Entzünden des Gemisches nicht mehr stattfinden kann. Das zulässige Mischungsverhältnis Inertstoff/Aluminiumstaub wird durch eine geeignete Überwachung sichergestellt.

Dieses Verfahren eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen geringe Mengen an Aluminiumstaub anfallen und zur Reduzierung der Brandgefahr.

4.2.5.5

Die Bearbeitungsmaschinen können nur betrieben werden, wenn die Absaugung und Trockenabscheidung wirksam sind.

Eine Überwachung der Absaugung ist z.B. durch Druckwächter möglich.

4.2.5.6

Die Ventilatoren sind auf der Reinluftseite (Abluftseite) angeordnet und laufen nach Abschalten der Bearbeitungsmaschine solange nach, dass Ablagerungen in den Rohrleitungen weitestgehend vermieden werden.