DGUV Regel 110-007 - Errichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen (bisher: B...

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Abschnitt 3.2, 3.2 Anforderungen an Aufstellungsräume für di...
Abschnitt 3.2
Errichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen (bisher: BGR/GUV-R 228)
Titel: Errichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen (bisher: BGR/GUV-R 228)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 110-007
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – 3.2 Anforderungen an Aufstellungsräume für die Druckgasversorgung

3.2.1
Allgemeines

3.2.1.1

Aufstellungsräume für die Druckgasversorgung müssen unter anderem nach den Vorschriften des Baurechts sowie der Arbeitsstättenverordnung errichtet werden.

3.2.1.2

Der Fußboden in Aufstellungsräumen muss so beschaffen sein, dass die Druckgasflaschen und Druckbehälter sicher stehen.

3.2.1.3

Der Raum für Druckgasflaschen und Druckbehälter muss als Gaslagerraum gekennzeichnet sein. Im Zugangsbereich des Raumes, vorzugsweise auf der Tür selbst, ist deutlich erkennbar und dauerhaft durch das Warnzeichen W18 "Warnung vor gesundheitsschädlichen Stoffen" und einem Zusatzzeichen mit der folgenden Aufschrift

auf eine mögliche Gefahr vor dem Betreten des Raumes hinzuweisen.

Hinsichtlich der Größe und Kennzeichnung siehe Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz" (BGV/GUV-V A8).

3.2.2
Aufstellungsräume für Druckgasflaschen

In Aufstellungsräumen für Druckgasflaschen sind durch wirksame Maßnahmen Gefahren zu vermeiden, da sich unkontrolliert austretendes Schankgas in gefahrdrohender Menge ansammeln kann.

Solche Maßnahmen können z.B. sein

  • Gewährleistung einer ausreichenden natürlichen Be- und Entlüftung der Räume,

  • Einbau einer technischen Lüftung (Zu- und Abluftanlage),

  • Installation eines Gaswarngerätes.

Falls die angeschlossene Gasmenge im Verhältnis zur Raumgröße so gering ist, dass eine gefährliche Gaskonzentration - bei CO2 siehe nachstehende Tabelle - selbst bei Austreten der Gasmenge der größten angeschlossenen Einheit (Druckgasflasche, Flaschenbatterie, Druckbehälter) nicht entstehen kann, brauchen keine weiteren Maßnahmen getroffen werden.

CO2-Anteil in der AtemluftGefährdung und Auswirkung bei zunehmender CO2-Einwirkung
ca. 0,5 bis 1 Vol.%Bei nur kurzzeitiger Einatmung generell noch keine besonderen Beeinträchtigungen der Körperfunktionen.
ca. 2 bis 3 Vol.%Zunehmende Reizung des Atemzentrums mit Aktivierung der Atmung und Erhöhung der Pulsfrequenz.
ca. 4 bis 7 Vol.%Verstärkung der vorgenannten Beschwerden; zusätzlich Durchblutungsprobleme im Gehirn, Aufkommen von Schwindelgefühl, Brechreiz und Ohrensausen.
ca. 8 bis 10 Vol.%Verstärkung der vorgenannten Beschwerden bis zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit mit kurzfristig folgendem Tod.
über 10 Vol.%Tod tritt kurzfristig ein.

Kohlendioxid (CO2)

Zur Berechnung der Raumluftkonzentrationsberechnung in % bei CO2 ist folgende Formel anzuwenden:

  

Raumgröße in m3:Länge mal Breite mal Höhe,
Flaschen(gas)inhalt:pro kg Füllgewicht etwa 0,5 m3

Stickstoff (N2) oder Stickstoff/Kohlendioxid-Gemische

Auch bei der Verwendung von Stickstoff oder Mischgasen (Stickstoff/Kohlendioxid-Gemischen) kommt es zu Gefährdungen.

Stickstoff (N2) ist mit 78 % Hauptbestandteil der Atemluft. Es ist ein reaktionsträges, ungiftiges, unsichtbares und geruchloses Gas.

In Konzentrationen über 88 % führt Stickstoff zum Ersticken. Symptome: Verlust der Bewegungsfähigkeit und des Bewusstseins. Betroffene Personen bemerken das Ersticken nicht.

Bei der Aufstellung der Druckgasflaschen ist es wichtig, alle Räume durch die Gasleitungen verlaufen, insbesondere die Getränke und Grundstofflagerräume, in die Gefährdungsbeurteilung mit einzubeziehen, denn die Ursache der meisten Unfälle durch austretendes Gas waren undichte Verbindungsstellen an Gasleitungen, z.B. am Leitungsanschlussteil, sodass Druckgas in den Getränkelagerraum (Getränkekühlraum) ausströmen konnte.

3.2.2.1
Technische Lüftung

Beim Einbau einer technischen Lüftung sind folgende Anforderungen zu erfüllen:

  • Mindestens zweifacher Luftwechsel pro Stunde bei ständig laufender Lüftung (für ausreichende Zu- und Abluft sorgen),

Mit der Planung und Installation sollte eine Fachfirma beauftragt werden.

  • Störungsanzeige durch rote Warnleuchte oder Hupe.

Bei der Anordnung der technischen Lüftung und der Auslegung des Luftwechsels pro Stunde sind immer die räumlichen Bedingungen des entsprechenden Raumes/Bereiches und der darin befindlichen Einrichtungen zu berücksichtigen. Auf Grund der unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten ist in jedem Fall auch zu prüfen, an welcher Stelle des Raumes/Bereiches die Installation der Absaugung vorzusehen ist.

3.2.3
Aufstellung von Druckgasflaschen

3.2.3.1

Druckgasflaschen dürfen nicht zur Entleerung bereitgestellt oder angeschlossen werden:

  • In Treppenräumen, Haus und Stockwerksfluren, engen Höfen sowie Durchgängen und Durchfahrten,

  • an Treppen von Freianlagen,

  • an besonders gekennzeichneten Rettungswegen,

  • in Arbeitsräumen (Ausnahme: an Getränkeschankanlagen zur Entleerung angeschlossener Druckgasflaschen).

3.2.3.2

Zur Entleerung an die Getränkeschankanlage angeschlossene Druckgasflaschen müssen senkrecht aufgestellt werden.

3.2.3.3

Druckgasflaschen sind gegen Umfallen oder Herabfallen zu sichern. Ist mit einer Beschädigung durch Anfahren zu rechnen, sind die Behälter, z.B. durch Abschrankung oder Aufbewahrung in einem Flaschenschrank, zu sichern.

3.2.3.4

Der Aufstellungsort für Druckgasflaschen ist so zu wählen, dass keine gefährliche Erwärmung durch Wärmequellen, z.B. Heizkörper oder Kühlaggregate, auftreten kann. Am Aufstellungsort dürfen keine brennbaren Stoffe gelagert werden.

3.2.3.5

Druckgasflaschen, die nicht angeschlossen sind, müssen fest verschlossen und mit den vorgesehenen Schutzeinrichtungen, z.B. Ventilschutzkappen versehen sein.

3.2.3.6

Für jede angeschlossene Druckgasflasche darf höchstens eine weitere bereitgestellt werden.

3.2.3.7

Auf Schiffen dürfen Druckgasflaschen in Bilgen, Wohn- und Schlafräumen und besonders engen Räumen nicht zur Entleerung angeschlossen oder bereitgestellt werden.

3.2.4
Aufstellung stationärer Druckbehälter

3.2.4.1

Für den Betrieb von stationären Druckbehältern zur Gasversorgung einer Getränkeschankanlage gilt Abschnitt 3 der Betriebssicherheitsverordnung. Insbesondere ist § 14 "Prüfung vor der Inbetriebnahme" dieser Verordnung zu beachten.

Danach gilt, dass eine überwachungsbedürftige Anlage erstmalig und nach Änderung nur in Betrieb genommen werden darf, wenn die Anlage unter Berücksichtigung der vorgesehenen Betriebsweise durch eine zugelassene Überwachungsstelle, z.B. TÜV, auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hinsichtlich

  • der Montage,

  • der Installation,

  • der Aufstellungsbedingungen (einschließlich der Lüftungsbedingungen)

    und

  • der sicheren Funktion

geprüft worden ist.

Bei Druckbehältern, die bereits an einem anderen Aufstellungsort betrieben worden sind und an einem neuen Standort aufgestellt werden, kann die dann noch erforderliche Aufstellungsprüfung durch eine befähigte Person nach der Betriebssicherheitsverordnung (mit besonderen Fachkenntnissen) vorgenommen werden.

Befähigte Person siehe § 2 Abs. 7 der Betriebssicherheitsverordnung und Technische Regel für Betriebssicherheit "Befähigte Personen - Besondere Anforderungen - Druckgefährdungen" (TRBS 1203-2).

3.2.4.2

Das Ergebnis der Prüfung muss bescheinigt werden. Es ist auf Verlangen der Behörde vorzulegen.