DGUV Regel 114-016 - Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)

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Abschnitt 4.9, 4.9 Markierungsarbeiten
Abschnitt 4.9
Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Titel: Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.9 – 4.9 Markierungsarbeiten

Die Durchführung von Markierungsarbeiten ist für die Beschäftigten oftmals mit folgenden Gefährdungen verbunden:

  • Aufenthalt in der Nähe des fließenden Verkehrs,

  • Umgang mit Gefahrstoffen,

  • Lärmbelastung durch Verkehr und Maschinen.

Auch die Belastung durch nicht ergonomische Arbeitsabläufe sind, z.B. durch häufigeren Bedienerwechsel, zu berücksichtigen.

Um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen, sind insbesondere folgende Maßnahmen zu beachten:

Sicherung der Arbeitsstelle

Vor der Durchführung der Markierungsarbeiten ist zu prüfen, ob die Arbeiten unter Sperrung des Straßenabschnittes durchgeführt werden können. Sofern dies nicht möglich ist, sollten die Arbeiten in verkehrsarme Zeiten verlegt werden.

Werden Markierungsarbeiten unter Aufrechterhaltung des öffentlichen Verkehrs ausgeführt, müssen die Sicherungsmaßnahmen den Schutz der Beschäftigten an der Arbeitsstelle, der Verkehrsteilnehmer und auch der nicht sofort befahrbaren Fahrbahnmarkierung gewährleisten.

Bei Markierungsarbeiten handelt es sich i.d.R. um bewegliche Arbeitsstellen, die sich in Verkehrsrichtung kontinuierlich fortbewegen. Nach den "Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen" (RSA 95) sind derartige Arbeitsstellen nach Regelplänen für Arbeitsstellen kürzerer Dauer zu sichern. Dies kann erfolgen z.B. nach Regelplan:

  • B IV/2 mit Arbeitsfahrzeug als Sicherungsfahrzeug oder mit fahrbarer Absperrtafel,

  • C II/3 mit fahrbarer Absperrtafel,

  • C II/4 mit Markierungsmaschine mit kleinen Blinkpfeilen,

  • D III/1 bis 7 in Abhängigkeit der Sichtweite, der ständigen Geschwindigkeitsbegrenzung und der Fahrstreifenanzahl.

Markierungsmaschinen, die sich unmittelbar im oder am Verkehrsbereich bewegen oder eingesetzt werden, nehmen Sonderrechte in Anspruch. Gemäß RSA 95 Teil A 7.3 sind sie daher mit einer rot-weiß-roten Sicherheitskennzeichnung nach RSA 95 Teil A 7.1 auszustatten. Darüber hinaus sollten sie zusätzlich mit zwei Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) und/oder einem kleinen Blinkpfeil gemäß RSA 95 Bild A-6 in Verbindung mit Zeichen 222 (Rechts und/oder links vorbei) ausgestattet sein. Damit soll die Maschine nach vorn und hinten deutlich erkennbar und gesichert sein. Diese Ausstattung entspricht dem Regelplan C II/4, der überwiegend zur Ausführung kommt und ebenso innerorts angewendet werden kann. Zu diesem Regelplan wird aber in der RSA 95 darauf verwiesen, dass er nur anzuwenden ist, wenn beidseitig der Markierungsmaschine eine Restfahrbahnbreite von mindestens 2,50 m gewährleistet wird. Ansonsten wird eine einseitige Sperrung der Fahrbahn erforderlich.

Besondere Gefährdung durch Fahren auf der Gegenfahrbahn bzw. rechts vorbeiziehenden Verkehr sind zu vermeiden.

Maßnahmen für den Umgang mit Markierungsfarben

Lösemittelhaltige Straßenmarkierungsfarben sind leichtentzündlich und bilden Dämpfe, die im Gemisch mit Luft explosionsfähig sind. Außerdem können sie akute Rauschzustände verursachen und bei längerer Einwirkung das Nervensystem sowie Leber und Nieren schädigen.

Das Einatmen von Farb- oder Essigsäureaerosolen, Ammoniakdämpfen oder anderer flüchtiger Inhaltsstoffe ist zu vermeiden (Sicherheitsdatenblatt beachten). Deshalb sollten nur lösemittelfreie Markierungsfarben verwendet werden. Die Verwendung von Primern, Trocknungsbeschleunigern ist mit zusätzlichen Gesundheitsgefahren verbunden. Für die verwendeten Markierungsfarben, Primer und Trocknungsbeschleuniger sind die Schutzmaßnahmen gemäß Herstellerangaben (Sicherheitsdatenblatt) zu beachten. Bei Einbau von Kaltplastik ist auf einen ausreichenden Luftaustausch zu achten.

Bei Bedarf ist hautbedeckende Kleidung und geeignete persönliche Schutzausrüstung zu tragen (Schutzhandschuhe, Schutzbrille).

Spritznebel sind durch Abschirmung des Spritzkopfes zu vermeiden. Bei Markierungsarbeiten von Hand kann die Schadstoffbelastung in der Atemluft durch Auswahl des Arbeitsverfahrens (Streichen statt Spritzen) reduziert werden.

Maßnahmen gegen Lärmbelastung

Bei zu hoher Lärmbelastung (siehe Abschnitt 3.3 dieser Regel) durch die Arbeitsmittel sind entsprechende Lärmminderungsmaßnahmen durchzuführen (lärmarme Aggregate, Kapselung, lärmarme Düsen). Gegebenenfalls ist geeigneter Gehörschutz zu verwenden (siehe Abschnitt 3.8 dieser Regel).