DGUV Regel 114-016 - Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)

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Abschnitt 3.9, 3.9 Erste Hilfe
Abschnitt 3.9
Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Titel: Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.9 – 3.9 Erste Hilfe

Erste-Hilfe-Material

Auf der Grundlage § 25 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass das erforderliche Erste-Hilfe-Material in der notwendigen Menge zur Verfügung steht.

Bei jedem Arbeitstrupp ist das notwendige Erste-Hilfe-Material vorrätig zu halten und bei Bedarf zu ergänzen. Mindestens ist ein kleiner Verbandkasten nach DIN 13 157 "Erste Hilfe-Material; Verbandkasten C" bereitzuhalten.

Für die Tätigkeiten im Außendienst, insbesondere für die Mitführung von Erste-Hilfe-Material in Werkstattwagen und Kraftfahrzeugen, kann auch der Kraftwagen-Verbandkasten nach DIN 13164 "Erste Hilfe-Material; Verbandkasten B" als kleiner Verbandkasten verwendet werden.

Verbandskästen müssen jederzeit schnell erreichbar sein und sachgemäß, besonders gegen Verunreinigung und Witterungseinflüsse geschützt, aufbewahrt werden.

Eine "Anleitung zur Hilfe bei Unfällen" und die Anschrift eines schnell erreichbaren Arztes oder Durchgangsarztes sind an Arbeitsstellen von längerer Dauer auszuhängen.

Meldung von Unfällen

Alle Unfälle sind der zuständigen betrieblichen Stelle unverzüglich zu melden. Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unfällen sind in das Verbandbuch einzutragen. Auch geringste Verletzungen sind dem Aufsicht Führenden zu melden und im Verbandbuch zu dokumentieren.

Handlungshilfen bieten die Informationen "Dokumentation der Erste-Hilfe-Leistung (Verbandbuch)" (BGI 511-1) oder "Verbandbuch" (GUV-I 511-1).

Wenn ein Beschäftigter an einem Arbeitsplatz oder auf dem Weg von oder zur Arbeit einen Unfall erleidet und so verletzt ist, dass er mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist, so hat der Unternehmer dem Unfallversicherungsträger binnen drei Tagen eine Anzeige zu erstatten.

Ersthelfer

Auf Grundlage von § 10 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in Verbindung mit § 26 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass für die Erste-Hilfe-Leistung aus- und fortgebildete Ersthelfer in der erforderlichen Zahl zur Verfügung stehen. Dies bedeutet in der Regel, dass bei jedem Arbeitstrupp mindestens ein Ersthelfer anwesend sein muss. Dabei ist der Abwesenheit von Ersthelfern, z.B. durch Urlaub, Krankheit oder Schichtdienst, Rechnung zu tragen.

Siehe auch Regel "Grundsätze der Prävention" (BGR/GUV-R A1).

Ersthelfer ist, wer hierfür eine spezielle Ausbildung bei einer vom Unfallversicherungsträger ermächtigten Stelle (z.B. Erste-Hilfe-Organisation) erhalten hat und regelmäßig fortgebildet wird. Die Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen nach § 19 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) reicht als Erste-Hilfe-Ausbildung nicht aus.

Arbeiten in abgelegenen und schlecht zugänglichen Bereichen

Auf Grundlage § 25 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1) hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse unverzüglich die notwendige Hilfe herbeigerufen und an den Einsatzort geleitet werden kann.

Bei Arbeiten in abgelegenen und schlecht zugänglichen Bereichen sind geeignete Notrufeinrichtungen wie z.B. Funkgeräte oder Telefone mitzuführen. Erforderlichenfalls sind Festlegungen für den Meldeweg, den Abtransport von Verletzten, das Heranführen von Erste-Hilfe-Organisationen oder den Notarzt zu treffen. Um die Wirksamkeit tragbarer Funkgeräte und Funktelefone zu gewährleisten, ist es notwendig, vor Aufnahme der Arbeiten eventuell vorhandene Funkschattenbereiche zu ermitteln und ihnen auszuweichen.

Bei Arbeiten in grenznahen Bereichen ist die Telefonnummer der jeweiligen Rettungsleitstelle den Beschäftigten bekanntzugeben.

Rettung und Erste Hilfe bei Arbeiten mit Absturzgefahr

Vor dem Einsatz persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz ist ein Rettungskonzept zu erstellen, um eine unverzügliche Rettung im Fall eines Absturzes zu gewährleisten. Das Rettungsverfahren ist auf konkrete Absturzsituationen sowie die örtlichen Gegebenheiten auszurichten. Beispiele dazu sowie zur Leistung der Ersten Hilfe nach einem Absturz sind in der Information "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen" (BGR/GUV-R 199) zu finden. Im Rahmen der durchzuführenden Unterweisungen sind die Benutzung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz sowie die möglichen Rettungsverfahren praktisch zu üben.