DGUV Regel 114-016 - Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)

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Abschnitt 3.8, 3.8 Persönliche Schutzausrüstungen
Abschnitt 3.8
Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Titel: Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.8 – 3.8 Persönliche Schutzausrüstungen

Gemäß § 2 PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) in Verbindung mit §§ 23, 29, 30 ,31 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1) hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung zu stellen. Durch Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen sowie durch ordnungsgemäße Lagerung trägt der Arbeitgeber dafür Sorge, dass die persönlichen Schutzausrüstungen während der gesamten Benutzungsdauer gut funktionieren und sich in einem hygienisch einwandfreien Zustand befinden. Deren Benutzung ist zu überwachen.

Bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung sind die Beschäftigten einzubinden.

Beschädigte oder in ihrer Funktion beeinträchtigte persönliche Schutzausrüstungen dürfen nicht benutzt werden.

Die Beschäftigten sind verpflichtet, die für die jeweiligen Arbeiten erforderlichen persönlichen Schutzausrüstungen zu tragen bzw. zu benutzen und sachgemäß zu behandeln.

Für Arbeiten im Straßenunterhaltungsdienst sind auf Grund der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung je nach Tätigkeit und Gefährdung die persönliche Schutzausrüstung festzulegen. In den Abschnitten im Kapitel 4 dieser Regel sind für die jeweiligen Tätigkeiten spezielle Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung beschrieben. Folgende Übersicht gibt für persönliche Schutzausrüstungen, die häufig zum Einsatz kommen, weiterführende Hinweise:

  • Schutzhelm nach DIN EN 397 "Industrieschutzhelme" z.B. beim Baumfällen und Entasten, beim Freiholzen, bei Arbeiten in und an Felswänden, bei Arbeiten im Einsatzbereich von Hebezeugen sowie bei Bauarbeiten, wenn Gefahr durch Anstoßen, pendelnde oder herabfallende Gegenstände besteht.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Kopfschutz" (BGR/GUV-R 193).

  • Augen- und/oder Gesichtsschutz nach DIN EN 166 "Persönlicher Augenschutz: Anforderungen", DIN EN 175 "Persönlicher Schutz - Geräte für Augen- und Gesichtsschutz beim Schweißen und bei verwandten Verfahren" und DIN EN 1731 "Persönlicher Augenschutz - Augen- und Gesichtsschutzgeräte aus Gewebe" z.B. beim Umgang mit Gefahrstoffen, beim Ausspritzen heißer Bindemittel, bei Schleifarbeiten, beim Schweißen, bei allen Arbeiten mit Häcksler, Motorsäge und Freischneider (hierbei: Augen- und Gesichtsschutz), beim Ausasten und Heckenschneiden sowie beim Bearbeiten von Steinen.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz" (BGR/GUV-R 192).

  • Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 "Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen" und DIN EN 388 "Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken" z.B. bei Arbeiten mit heißen Bindemitteln, bei Ladearbeiten, bei allen Arbeiten mit der Motorsäge, beim Ausasten und Heckenschneiden, beim Beseitigen von Hindernissen (Abfälle, Tierkadaver, Steinschlag), bei Pflasterarbeiten, bei der Handhabung von Drahtseilen.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Schutzhandschuhen" (BGR/GUV-R 195).

  • Sicherheitsschuhe nach DIN EN ISO 20345 "Persönliche Schutzausrüstung - Sicherheitsschuhe":

    • Ausführung S 3, Schuhform B nach DIN EN ISO 20345, da grundsätzlich mit Eintreten in spitze oder scharfkantige Gegenstände sowie Umknicken oder Ausrutschen zu rechnen ist.

    • Ausführung S 4 nach DIN EN ISO 20345 z.B. bei Arbeiten in feuchten und nassen Bereichen.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Fuß- und Knieschutz" (BGR/GUV-R 191).

  • Sicherheitsschuhe oder -stiefel nach DIN EN ISO 17249 "Sicherheitsschuhe mit Schutz gegen Kettensägenschnitte" z.B. bei Arbeiten mit der Motorsäge.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Fuß- und Knieschutz" (BGR/GUV-R 191).

  • Gehörschutz (Otoplastiken, Gehörschutzkapseln, -stöpsel) bei allen Arbeiten, bei denen auf die Beschäftigten ein Lärmpegel von 80 dB(A) oder mehr einwirkt wie z.B. bei Arbeiten mit Mähmaschinen, Motorsägen, Freischneider, Rammen, Bodenverdichtungsmaschinen, Häckselmaschinen oder Bodenfräsen, Arbeiten an viel befahrenen Autobahnen oder in/an Bauwerken (Tunnel, Lärmschutzwand).

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Gehörschutz" (BGR/GUV-R 194).

  • Schutzkleidung (Hosen, Beinlinge und ggf. Jacken) mit nach DIN EN 381 geprüften Schnittschutzeinlagen z.B. Arbeiten mit Motorsägen.

  • Körperschutz (Schutzschürze, Schutzanzug) entsprechend Regel "Benutzung von Schutzkleidung" (BGR/GUV-R 189) bei allen Arbeiten, die zu Hautverbrennungen oder -verätzungen führen können, wie z.B. Arbeiten mit heißen Bindemitteln, Umgang mit Batteriesäure. Der Schutzanzug kann zugleich als Warnkleidung ausgeführt sein.

  • Atemschutz (Schutzhaube, Atemschutzgeräte) entsprechend Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten" (BGR/GUV-R 190) z.B. bei Arbeiten mit Strahlgeräten für körnige Strahlmittel und Farbspritzgeräten sowie bei Arbeiten in gesundheitsschädlicher Umgebungsatmosphäre (z.B. Schächten, Abwasserleitungen).

  • Wetterschutzkleidung nach DIN EN 343 "Schutzkleidung - Schutz gegen Regen". Bei Arbeiten, die überwiegend einen Aufenthalt im Freien erfordern, wenn der Arbeitsplatz nicht gegen Kälte, Wind, Niederschlag oder Bodennässe geschützt ist. Als Schutzkleidung gegen Kälte und Niederschläge gelten insbesondere entsprechende Überziehjacken oder -mäntel, Überziehhosen, Handschuhe, Schuhwerk, Ohren- und Kopfschutz. Wetterschutzkleidung ist ggf. als Warnkleidung auszuführen.

    Siehe hierzu auch Regel "Benutzung von Schutzkleidung" (BGR/GUV-R 189).

  • Warnkleidung nach DIN EN 471 "Warnkleidung" in der Ausführung mindestens Klasse 2 (empfohlen Klasse 3) gem. Tabelle 1, in der Farbe fluoreszierendes Orange-Rot oder Gelb gem. Tabelle 2 und mit Mindestrückstrahlwerten entsprechend Klasse 2 gem. Tabelle 5 z.B. bei Arbeiten im Bereich öffentlicher Verkehrswege. § 35 Abs. 6 Satz 4 StVO: "Personen, die hierbei (bei Bau, Unterhaltung oder Reinigung im Verkehrsraum) eingesetzt sind oder Straßen oder in deren Raum befindliche Anlagen zu beaufsichtigen haben, müssen bei ihrer Arbeit außerhalb von Gehwegen und Absperrungen auffällige Warnkleidung tragen."

    Bei der Auswahl der Warnkleidung sind die auszuführenden Tätigkeiten, Körperhaltungen und Umgebungsbedingungen zu berücksichtigen. Häufig werden auch Teile der Warnkleidung bei der Bedienung von Arbeitsmitteln oder dem Transport von Gegenständen verdeckt. Für den Bereich der Straßenunterhaltung kommt daher zumeist nur Warnkleidung nach Klasse 3 (z.B. Weste und Hose, Jacke und Hose) zur Anwendung.

    Siehe dazu auch Information "Warnkleidung" (BGI/GUV-I 8591).

  • Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz bei Arbeiten, wenn die Gefahr des Abstürzens besteht. Die Gefahr des Abstürzens besteht z.B. bei Arbeiten an steilen Böschungen, in und an Bauwerken, in Schächten. Auffangsysteme bestehen aus Auffanggurten mit Verbindungsmitteln (z.B. Seile mit Karabinerhaken) und zusätzlichen Bestandteilen (Seilkürzer, Falldämpfer, Höhensicherungsgeräte, Steigschutzeinrichtungen). Als persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz für Arbeiten in und an Felswänden sind Auffanggurte mit Halteseil, Höhensicherungsgeräte etc. geeignet

    Siehe auch Regel "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" (BGR/GUV-R 198).

  • Rettungswesten: Für Arbeiten, bei denen die Gefahr des Ertrinkens oder des Versinkens besteht, sind mindestens Rettungswesten mit einem Eigenauftrieb von 150 N gemäß DIN EN ISO 12402-3 "Persönliche Auftriebsmittel -Teil 3: Rettungswesten, Stufe 150" zu benutzen. Sofern persönliche Schutzausrüstungen gegen Ertrinken zusammen mit anderen Ausrüstungen (z.B. Wetterschutzkleidung) verwendet werden, kann eine Rettungsweste mit einem höheren Auftrieb erforderlich werden.