DGUV Regel 114-016 - Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)

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Abschnitt 3.4, 3.4 Arbeitsmedizinische Vorsorge, Gesundheits...
Abschnitt 3.4
Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Titel: Straßenbetrieb Straßenunterhalt (bisher: BGR/GUV-R 2108)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – 3.4 Arbeitsmedizinische Vorsorge, Gesundheitsschutz

Allgemeines

Der Unternehmer hat gemäß § 3 "Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge" (ArbMedVV) auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen. Bei den arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist zu unterscheiden zwischen:

Lärm

Gemäß Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, Teil 3, sind Pflichtuntersuchungen durchzuführen, wenn bei Lärmexposition die oberen Auslösewerte (LEX, 8h = 85 dB(A) bzw. LpC, peak = 137 dB(C)) erreicht oder überschritten werden.

Beim Überschreiten der unteren Auslösewerte (LEX, 8h = 80 dB(A) bzw. LpC, peak = 135 dB(C)) sind Angebotsuntersuchungen erforderlich.

Bei den genannten Untersuchungen kann der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G20 "Lärm" zur Anwendung kommen.

Vibrationen

Gemäß Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, Teil 3, sind Pflichtuntersuchungen durchzuführen, wenn durch Vibrationen die Expositionsgrenzwerte

  • bei Hand-Arm-Vibrationen

    1.  

      A(8) = 5,0 m/s2,

  • bei Ganzkörpervibrationen in x-, y-Richtung

    1.  

      A(8) = 1,15 m/s2 oder

  • bei Ganzkörpervibrationen in z-Richtung

    1.  

      A(8) = 0,8 m/s2

erreicht oder überschritten werden.

Angebotsuntersuchungen sind erforderlich, wenn die Exposition durch Vibrationen den Auslösewert

  • bei Hand-Arm-Vibrationen

    1.  

      A(8) = 2,5 m/s2 oder

  • bei Ganzkörper-Vibrationen

    1.  

      A(8) = 0,5 m/s2

übersteigt.

Bei den genannten Untersuchungen kann der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G46 "Belastungen des Muskel- und Skelettsystems" zur Anwendung kommen.

Infektionsgefährdung

Bei Tätigkeiten im Straßenunterhaltungsdienst, insbesondere bei Grün- und Gehölzpflegearbeiten oder Erdarbeiten, kann die Gefahr bestehen, z.B. an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Borreliose oder Tetanus zu erkranken:

  • Die Borreliose ist überall verbreitet, während FSME auf Endemiegebiete beschränkt ist. Bei bestehender Gefährdung sind für diese beiden Krankheiten arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. In Endemiegebieten wird eine FSME-Schutzimpfung empfohlen.

  • Der Tetanusimpfschutz ist im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu überprüfen und ggf. eine Auffrischung zu empfehlen.

Bei Tätigkeiten an abwassertechnischen Anlagen, Reinigung von WC-Anlagen oder der Entsorgung von Abfällen sind bzgl. Infektionsgefährdungen (z.B. Hepatitis A und B) arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Gegebenenfalls wird eine Schutzimpfung empfohlen.

Als Orientierung bietet sich der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung" an.

Hautschutz

Der Arbeitgeber muss ermitteln, welche hautgefährdenden Tätigkeiten vorliegen. Hierbei sind die gesundheitsgefährdenden Eigenschaften der Gefahrstoffe, die Tätigkeiten und Arbeitsverfahren und die sonstigen Arbeitsbedingungen einschließlich UV-Strahlung zu berücksichtigen.

Es wird empfohlen, die ausgewählten Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel in einem Hautschutzplan festzulegen und diesen an geeigneten Stellen, z.B. an Handwaschplätzen, auszuhängen.

Im Rahmen der arbeitsmedizinischen Betreuung sollte über die Gefährdung der Haut durch UV-Strahlung aufgeklärt und über entsprechende Schutzmaßnahmen beraten werden (siehe Abschnitt 3.3 dieser Regel).

Bei Feuchtarbeit oder Exposition gegenüber hautgefährdenden Gefahrstoffen sind entsprechend der Gefährdungsermittlung Pflicht- oder Angebotsuntersuchungen zu veranlassen.

Anhaltspunkte für die erforderliche arbeitsmedizinische Vorsorge gibt der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz G24 "Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)"