DGUV Regel 114-014 - Wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Arbeiten (bisher: ...

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Anhang 3, Hinweise für die Erste Hilfe bei Unterkühlungen
Anhang 3
Wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Arbeiten (bisher: BGR/GUV-R 2102)

Anhangteil

Titel: Wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Arbeiten (bisher: BGR/GUV-R 2102)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 114-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Hinweise für die Erste Hilfe bei Unterkühlungen

Jeder, der aus dem Wasser geborgen wird, ist verdächtig, an einer lebensbedrohlichen Unterkühlung zu leiden. Der Grad der Unterkühlung hängt von der Wassertemperatur, der Verweildauer im Wasser, der Beschaffenheit der Kleidung und der Konstitution ab. Bei winterlichen Wassertemperaturen ist bereits nach 10 bis 15 Minuten mit lebensbedrohlicher Unterkühlung zu rechnen.

Bergung

  • Der Unterkühlte soll sich an der Bergung möglichst wenig beteiligen, da aktive Bewegungen zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen.

  • Die Bergung des Verunglückten soll möglichst in waagerechter Lage erfolgen.

  • Der Unterkühlte darf nach der Bergung nur wenig bewegt werden. Er darf nicht gehen, sondern soll sofort in die waagerechte Lage gebracht und getragen werden.

Behandlung des Unterkühlten

  1. a)

    Muskelzittern ist noch vorhanden, d.h. die Wärmeregulation des Körpers ist noch intakt:

    • Den Unterkühlten vorsichtig entkleiden, abtrocknen und mit warmer Kleidung versehen.

    • Möglichst große Mengen heißen, gesüßten Tees verabreichen.

  2. b)

    Muskelzittern ist nicht mehr vorhanden, d.h. die Wärmeregulation des Körpers hat versagt; akute Lebensgefahr!

    • Nasse Kleidung belassen - nicht entkleiden!

    • In möglichst warmer Umgebung unterbringen, zumindest windgeschützt lagern.

    • Wärmepackung nach Hibler anlegen.

    • Ständige Überwachung des Unterkühlten.

    • Nach Wiedereinsetzen des Muskelzitterns verfahren wie unter a) beschrieben.

   Streng verboten:

  • Heißes Abduschen im Stehen,

  • Trinken von Alkohol,

  • Rauchen,

  • Frottieren der Gliedmaßen,

  • Warmlaufen,

  • Zuführen von Flüssigkeiten bei Bewusstlosen.

Ausführung der Wärmepackung nach Hibler

Hilfsmittel:

2 Wolldecken,

aluminiumbedampfte Folie,

großes Tuch (z.B. Tischdecke),

heiße Flüssigkeit.

  1. 1.

    Tuch mit heißer Flüssigkeit (60 C bis 70 C) tränken. Diesen Vorgang alle 10 bis 15 Minuten wiederholen.

  2. 2.

    Tuch auf den bekleideten Brustkorb des Unterkühlten legen, nicht auf die bloße Haut.

  3. 3.

    Wolldecken und Folie so ausbreiten, dass die Decken sich ca. 1/3 überlappen und die silberne Seite der Folie oben liegt.

  4. 4.

    Den Verunglückten in Folie hüllen, sodass die Arme und Füße frei bleiben.

  5. 5.

    Mit der ersten Decke die untere Körperhälfte bis unter die Achseln einhüllen.

  6. 6.

    Mit der zweiten Decke die obere Körperhälfte einhüllen. Den Bewusstlosen anschließend in stabiler Seitenlage lagern.

Nach Anlegen der Wärmepackung bitte prüfen:

  1. 1.

    Pulsschläge pro Minute (Halsschlagader),

  2. 2.

    Atemzüge pro Minute.