DGUV Grundsatz 310-006 - Auswahl, Ausbildung und Befähigungsnachweis von Persone...

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Anhang 3, Muster-Prüfungsordnung
Anhang 3
Auswahl, Ausbildung und Befähigungsnachweis von Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen (bisher: BGG/GUV-G 946)

Anhangteil

Titel: Auswahl, Ausbildung und Befähigungsnachweis von Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen (bisher: BGG/GUV-G 946)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 310-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Muster-Prüfungsordnung

Leitfaden für die Ausbildung von Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen

Inhaltsangabe
1Vorbemerkung
2Anwendungsbereich
3Rechtsgrundlagen
4Begriffsbestimmungen
5Ausbildungslehrgänge
6Prüfungsausschuss
7Zulassung zur Prüfung
8Prüfung
9Bewertung der Prüfung
10Wiederholung der Prüfung
11Prüfungszeugnis/Prüfungszertifikat
Anlagen
  1. 1

    Vorbemerkung

    Eine sach- und fachgerechte Ausbildung von "Prüfpersonen" ist die Grundlage für eine qualifizierte, sicherheitstechnische, wiederkehrende Prüfung von Flüssiggasanlagen. Zur Ausbildung gehört eine theoretische und praktische Wissensabfrage der Lehrgangsteilnehmer, inwieweit das vermittelte Fachwissen am Ende der Ausbildung vorhanden ist. Ziel dieser Prüfungsordnung ist es, die Wissensabfrage transparent und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen.

  2. 2

    Anwendungsbereich

    Dieser Leitfaden findet Anwendung auf

    • die Ausbildung von Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen,

    • die theoretische und praktische Prüfung des Auszubildenden

      sowie

    • das Erteilen der Bescheinigung gemäß Anhang 2 BGG/GUV-G 946.

  3. 3

    Rechtsgrundlagen

    • Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV/GUV-V A1),

    • Unfallverhütungsvorschrift "Verwendung von Flüssiggas" (BGV/GUV-V D34),

    • Grundsatz "Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen" (BGG/GUV-G 946),

    • TRBS 1203 "Befähigte Personen".

  4. 4

    Begriffsbestimmungen

    Im Sinne dieses Leitfadens werden unter "Flüssiggasanlagen" verstanden: Flüssiggasanlagen bestehend aus Verbrauchsanlagen für Brennzwecke und zur Entleerung aufgestellte und angeschlossene ortsbewegliche Druckgeräte (Druckgasbehälter).

  5. 5

    Ausbildungslehrgänge

    Die Träger der Ausbildung bieten z. B. durch geeignetes Fachpersonal, geeignete technische Einrichtungen sowie geeignete Räumlichkeiten die Gewähr dafür, dass den Teilnehmern ausreichende Kenntnisse für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen vermittelt werden können.

    Die Ausbildungslehrgänge entsprechen den Anforderungen der BGG/GUV-G 946 in allen Punkten. Insbesondere sind die in Abschnitt 6 und Anhang 1 BGG/GUV-G 946 aufgeführten Ausbildungsinhalte vollständig umgesetzt.

    Die in Abschnitt 7 BGG/GUV-G 946 genannte Dauer der Ausbildung wird als Mindestwert verstanden und eingehalten.

    Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Ausbildungslehrgang sind:

    • Berufsausbildung in einem einschlägigen technischen Beruf oder mind. 5-jährige Erfahrung im Umgang mit Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen,

    • Mind. 1-jährige Erfahrung in Bau, Instandhaltung oder Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen,

    • Zeitnahe berufliche Tätigkeit in o. a. Gebiet,

      und

    • Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung des Unternehmers.

    Die Verantwortung für das Entsenden geeigneter Personen zu einem Ausbildungslehrgang liegt in erster Linie beim Unternehmer. Die Teilnahme an einem Ausbildungslehrgang für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.

  6. 6

    Prüfungsausschuss

    Der Prüfungsausschuss besteht mindestens aus

    • dem Leiter des Ausbildungsträgers

    und

    • dem Lehrgangsleiter.

  7. 7

    Zulassung zur Prüfung

    Zur Prüfung werden Personen zugelassen,

    • die das 18. Lebensjahr vollendet haben,

    • von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben als Personen für die Prüfung von Flüssiggasanlagen/Flüssiggasverbrauchsanlagen zuverlässig erfüllen werden

    und

    • die die deutsche Sprache in Wort und Schrift beherrschen.

  8. 8

    Prüfung

    In der Prüfung hat der Lehrgangsteilnehmer die erworbenen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten nachzuweisen. Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen theoretischen und einen praktischen Teil.

    Der schriftliche Teil besteht aus Fragebögen mit mind. 30 "Multiple Choice"-Fragen. Es werden mind. zwei unterschiedliche Fragebögen bei der Prüfung eingesetzt, so dass jeder Lehrgangsteilnehmer allein die Fragen bearbeiten kann. Die Fragebögen verbleiben beim Ausbildungsträger und werden nicht dem Prüfungsteilnehmer mitgegeben.

    Die Zeit für die schriftliche Prüfung soll 60 Minuten nicht überschreiten.

    In der praktischen Prüfung muss der Prüfungsteilnehmer nachweisen, dass er die sicherheitstechnische Prüfung einer Flüssiggasanlage/Flüssiggasverbrauchsanlage einschließlich der erforderlichen Dokumentation sach- und fachgerecht durchführen kann.

  9. 9

    Bewertung der Prüfung

    Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer die schriftliche theoretische und die praktische Prüfung bestanden hat.

  10. 9.1

    Theoretische Prüfung

    Zum Bestehen der schriftlichen Prüfung müssen mind. 60 % aller Fragen richtig beantwortet werden. Dazu werden bei der Auswertung die Anzahl der falschen Antworten von der Anzahl der richtigen Antworten abgezogen. Das Ergebnis muss größer oder gleich 60 % der max. erreichbaren Punktzahl sein.

    Werden in der schriftlichen Prüfung mindestens 55 % der erreichbaren Punktzahl erbracht, kann im Einzelfall der Prüfungsausschuss eine mündliche Nachprüfung durchführen.

  11. 9.2

    Praktische Prüfung

    Die Bewertung der praktischen Prüfung erfolgt durch einen Bewertungsbogen.

  12. 10

    Wiederholung der Prüfung

    Eine nicht bestandene Prüfung oder ein nicht bestandener Prüfungsteil kann zweimal wiederholt werden.

    Bestandene Teile der Prüfung werden anerkannt, wenn sie nicht länger als 1 Jahr zurückliegen.

  13. 11

    Prüfungszeugnis/Prüfungszertifikat

    Über die bestandene Prüfung erhält der Lehrgangsteilnehmer eine vom Ausbildungsträger unterzeichnete Bescheinigung.

    _______________________________________________________

    Ort, Datum

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    Unterschrift Lehrgangsleiter

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    Unterschrift Leiter Ausbildungsträger