DGUV Grundsatz 314-003 - Prüfung von Fahrzeugen durch Sachkundige (bisher: BGG 9...

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Abschnitt M, M Ergänzungs-Prüfliste "Arbeitssicherheit - Pan...
Abschnitt M
Prüfung von Fahrzeugen durch Sachkundige (bisher: BGG 916)
Titel: Prüfung von Fahrzeugen durch Sachkundige (bisher: BGG 916)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 314-003
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt M – M Ergänzungs-Prüfliste "Arbeitssicherheit - Pannenhilfsfahrzeuge"

Diese Prüfliste gilt für

  1. (1)

    Abschleppwagen

  2. (2)

    Bergungsfahrzeuge

  3. (3)

    Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung vornehmlich zur Behebung von technischen Störungen an Ort und Stelle

  4. (4)

    Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung vornehmlich zur Behebung von Reifenpannen an Ort und Stelle

im Sinne § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO

In den Anwendungsbereich der Maschinenverordnung fallen z. B. nach dem 31. Dezember 1994 in den Verkehr gebrachte an- bzw. aufgebaute

  • Verschiebeplateaus,

  • Winden,

  • Hubarme und Hubbrillen,

  • Ladekrane.

Jede dieser Einrichtungen ist als eigenständige Maschine zu betrachten.

M 1
Arbeitsplätze auf dem Fahrzeug

Siehe § 24 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 1 und Ergänzungs-Prüfliste K 1 für Bergungsfahrzeuge, soweit zutreffend.

Zusätzlich:

M 1.1 Ladeflächen auf Plateaus haben rutschhemmende Oberflächen, z. B. Korundbeschichtung.

Falls für Ladevorgänge erforderlich, kann auf rutschhemmende Oberflächen im Bereich der Fahrspuren verzichtet werden. Nicht versenkbare bzw. nicht feststellbare Rollen im Bereich der Fahrspuren sind nicht zulässig.

M 1.2 Die Laufflächen in der Mitte der Ladefläche und im Bereich der Winden sind mindestens 400 mm breit.

M 1.3 Vorhandene Arbeitsscheinwerfer sind unbeschädigt und funktionsfähig.

M 2

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 2.

M 3
Betätigungseinrichtungen

Siehe § 10 Abs. 1 und § 22 Abs. 4 und 10 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und § 11 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 3.

Zusätzlich:

M 3.1 Betätigungseinrichtungen sind außerhalb der Reichweite zu Gefahrstellen angeordnet,

M 4

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 4, soweit zutreffend.

M 5
Abnehmbare An- und Aufbauteile

Siehe § 22 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

M 5.1 Abnehmbare An- und Aufbauteile, wie

  • Auffahrrampen,

  • Umlenkrollen,

  • Aufnahmegabeln,

  • Traversen,

können gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert werden.

M 5.2 Sicherungen sind unbeschädigt, Verschleiß ist unbedenklich.

M 5.3 Auffahrrampen können für den Verladevorgang sicher befestigt und arretiert werden.

M 5.4 Auffahrrampen und Arretierungen sind unbeschädigt und funktionsfähig.

M 6

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 6, soweit zutreffend.

M 7
Kipp- oder anhebbare Aufbauten

Siehe § 22 Abs. 5 bis 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 7.

Zusätzlich:

M 7.1 Beim kippbaren Plateau ist eine selbsttätig wirkende formschlüssige Sicherung gegen unbeabsichtigtes Absinken - z. B. hydraulisch entsperrbares Rückschlagventil - vorhanden und funktionsfähig.

M 8

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 8, soweit zutreffend.

M 9
Hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hub- und Kippeinrichtungen

Siehe §§ 3, 5, 8, 9, 12, 14, 17 und 22 der Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8), § 5 Abs. 3 Nr. 2 und § 22 Abs. 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 9.

Zusätzlich:

M 9.1 Die zulässigen Belastungen des Hubarmes/der Hubbrille sind für den Einsatz im Hub- und Abschleppbetrieb für die möglichen Betriebszustände angegeben, z. B. Tragfähigkeitsangaben für mindestens drei Betriebszustände.

M 10
Gefahrstellen und Gefahrquellen

Siehe §§ 3 bis 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Kraftbetriebene Arbeitsmittel" (VBG 5) in Verbindung mit DIN EN 294 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen", DIN EN 349 "Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen", DIN EN 811 "Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den unteren Gliedmaßen".

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 10.

Zusätzlich:

M 10.1 Quetsch- und Scherstellen durch an- oder aufgebaute Einrichtungen, z. B. Ladekran, Verschiebeplateau, Auffahrrampen, Bergstütze, sind vermieden bzw. mit Schutzeinrichtungen gesichert.

M 11 bis M 13

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 11 bis A 13, soweit zutreffend.

M 14
Ladungssicherung

Siehe § 22 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (BGV D29, bisherige VBG 12) und VDI-Richtlinie 2700 Blatt 8 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Sicherung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autotransportern".

Prüfpunkte wie Ergänzungs-Prüfliste K 14.

Zusätzlich:

M 14.1 Es sind geeignete Hilfsmittel vorhanden, um Fahrzeuge während des Abschleppens mit dem Hubarm bzw. mit der Hubbrille sicher zu verbinden, z. B. Zurrgurte.

M 14.2 Staukästen oder Befestigungsmöglichkeiten zum Sichern mitgeführter Hilfsmittel, z. B. Radroller, Radgreifer, Aufnahmegabeln, Absicherungsmaterial, gegen Verlieren während der Fahrt sind vorhanden.

M 15 bis M 21

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 15 bis A 21, soweit zutreffend.

M 22
Elektrische Anlage

Siehe §§ 3 und 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A2, bisherige VBG 4) und Abschnitt 4.26 der BG-Regel "Fahrzeug-Instandhaltung" (BGR 157, bisherige ZH 1/454).

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 22, soweit zutreffend.

Zusätzlich:

M 22.1 Starthilfegeräte sind so ausgerüstet, dass ein stromloses An- und Abklemmen der Anschlussleitungen möglich ist, z. B. mechanischer Schalter.

M 22.2 Kurzschluss durch unbeabsichtigtes Berühren von unter Spannung stehenden Teilen der Starthilfegeräte, z. B. an Anschlusszangen, an offenen Steckvorrichtungen, ist verhindert.

M 23 bis M 25

Prüfpunkte wie Basis-Prüfliste A 23 bis A 25, soweit zutreffend.

M 26
Druckgasflaschen

Siehe Nummer 5.2a "Druckgasflaschen in geschlossenen Kraftfahrzeugen" (DVS-Merkblatt 0211).

Der geschlossene Aufbau oder der besondere Aufstellraum, der für den Transport von Druckgasflaschen bestimmt ist, hat mindestens zwei unverschließbare Lüftungsöffnungen, eine in Boden-, die andere in Deckennähe, mit je einem freien Querschnitt von mindestens 100 cm2.

M 27
Angebaute Einrichtungen und Geräte

Siehe Unfallverhütungsvorschrift "Krane" (BGV D6, bisherige VBG 9), Unfallverhütungsvorschrift "Winden, Hub- und Zuggeräte" (BGV D8, bisherige VBG 8) und Unfallverhütungsvorschrift "Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb" (VBG 9a).

M 27.1 Ladekran, Hubarm, Hubbrille, Winde und Seilrollen sind geprüft und ohne augenscheinliche Mängel; schriftliche Prüfnachweise liegen vor.

M 27.2 Seil- und Umlenkrollen verfügen über Einrichtungen, die das seitliche Ablaufen und Herausspringen der Seile verhindern, z. B. Aussetzbügel.

M 27.3 Lastaufnahmeeinrichtungen, z. B. Anschlagmittel, Traversen, sind geprüft und ohne augenscheinliche Mängel.

M 27.4 Ketten in Lastaufnahmeeinrichtungen sind kurzgliedrig.

Hinweis:

Geräte, die Lasten auf Grund eines über die Standfläche des Fahrzeuges hinausragenden Hubarmes/Auslegers in Verbindung mit über Seilrollen geführten Windenseilen anheben können, gelten als Krane im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift "Krane" (BGV D6, bisherige VBG 9).

Zusätzlich

für Einsatzfahrzeuge gemäß BG-Information "Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten" (BGI 800):

M 28
Anerkennung als Pannenhilfsfahrzeug

Siehe Abschnitt 4.1.1 der BG-Information "Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/ Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten" (BGI 800, bisherige ZH 1/208).

Das Fahrzeug, das für Einsatzarbeiten gemäß der vorstehend genannten BG-Information (BGI 800) verwendet wird (Einsatzfahrzeug), ist als Pannenhilfsfahrzeug nach § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO anerkannt (Eintragung im Fahrzeugschein).

M 29
Lichttechnische Ausrüstung

Siehe Abschnitt 4.1.2 der BG-Information "Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/ Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten" (BGI 800, bisherige ZH 1/208).

Das Einsatzfahrzeug ist mit einer oder, wenn die horizontale und vertikale Sichtbarkeit (geometrische Sichtbarkeit) es erfordert, mit mehreren Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) ausgerüstet.

Zusätzlich sollte das Fahrzeug mit fest angebrachten (netzabhängigen) Warnleuchten mit einer Hauptausstrahlrichtung nach § 53a Abs. 3 StVZO ausgerüstet sein, wobei ihre Hauptausstrahlrichtung nach hinten gerichtet ist.

M 30
Kennzeichnung

Siehe Abschnitt 4.1.3 der BG-Information "Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/ Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten" (BGI 800, bisherige ZH 1/208).

Das Einsatzfahrzeug ist - soweit zulässig - mit Konturmarkierungen ausgestattet.

Siehe § 53 Abs. 10 StVZO.

Anzuwenden für Fahrzeuge, die ab April 2001 erstmalig in Betrieb genommen worden sind.

M 31
Absicherungsmaterial

Siehe Abschnitt 4.1.4 der BG-Information "Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-/ Unfallhilfe, Bergungs- und Abschlepparbeiten" (BGI 800, bisherige ZH 1/208).

M 31.1 Das Einsatzfahrzeug ist mindestens mit folgenden Ausrüstungsgegenständen zur Absicherung von Unfall- oder Arbeitsstellen ausgerüstet:

  • 1 Warnflagge weiß-rot gestreift,

  • 3 Warndreiecke und 2 Warnleuchten, jeweils in amtlich genehmigter Bauart,

  • 5 Leitkegel ("Lübecker Hüte").

Das gilt für alle Einsatzfahrzeuge gemäß der vorstehend genannten BG-Information (BGI 800), also Pannenhilfsfahrzeuge nach Nummern (1) bis (4) gemäß Richtlinien zu § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO.

Zusätzlich

für Einsatzfahrzeug bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse (ausgenommen Kastenwagen):

  • 1 Warndreieck (Faltdreieck) mit Kantenlänge der retroreflektierenden Signalbespannung 900 mm,

  • 1 mobile (netzunabhängige) Warnleuchte,

für Einsatzfahrzeug über 3,5 t zulässiger Gesamtmasse und Kastenwagen:

  • 5 Leitkegel (750 mm hoch),

  • 1 Warndreieck (Faltdreieck) mit Kantenlänge der retroreflektierenden Signalbespannung 900 mm oder 1100 mm,

  • 3 mobile (netzunabhängige) Warnleuchten.

An Stelle von Warnleuchten nach § 53a Abs. 1 StVZO können auch tragbare Blinkleuchten nach § 53b Abs. 5 Satz 7 StVZO mitgeführt werden.

Warnleuchten bzw. Blinkleuchten sind nur geeignet, wenn sie eine Bauartgenehmigung oder eine ECE-Genehmigung haben und das jeweilige Prüfzeichen tragen (nicht anzuwenden auf solche Warn- oder Blinkleuchten, die vor Oktober 2001 beschafft wurden).

M 31.2 Das Absicherungsmaterial ist unbeschädigt und funktionsfähig.