DGUV Grundsatz 315-390 - Grundsätze für die Prüfung maschinentechnischer Einrich...

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Anhang 3, Anforderungen an die Dokumentation von Prüfungen
Anhang 3
Grundsätze für die Prüfung maschinentechnischer Einrichtungen in Bühnen und Studios (bisher: BGG/GUV-G 912)

Anhangteil

Titel: Grundsätze für die Prüfung maschinentechnischer Einrichtungen in Bühnen und Studios (bisher: BGG/GUV-G 912)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 315-390
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Anforderungen an die Dokumentation von Prüfungen

Die Dokumentation der Prüftätigkeit ist in einer Prüfbescheinigung (allgemeiner Teil mit zusammenfassendem Prüfergebnis und Prüffrist) und gegebenenfalls zusätzlich in einem Prüfbericht (Dokumentation der durchgeführten Prüfungen) festzuhalten.

Die Prüfbescheinigung sollte mindestens folgende Angaben beinhalten:

  • Wiedergabe des Prüfauftrages:

    • gesetzliche Grundlage, z. B. GPSG, BetrSichV, BGV/GUV-V C1,

    • Angaben zum Auftraggeber Betreiber (Name, postalische Anschrift),

    • Standort der maschinentechnischen Einrichtung (Identifikation, betriebsinterne Bezeichnung und eventuelle Kennzeichnung sowie, falls erforderlich, genaue Beschreibung der Anlagenschnittstellen bzw. Angabe, ob eine Gesamtanlage oder eine Teilanlage als maschinentechnische Einrichtung geprüft wurde),

    • Art der Prüfung,

    • Prüfdatum und gegebenenfalls Prüfzeitraum,

    • eindeutige Angabe des Prüfers.

  • Prüfungen im Rahmen der Bereitstellung:

    • Prüfungen beim Hersteller,

      • Bewertung der Gefahren- und Risikoanalyse,

      • Prüfung der Konstruktions- und Fertigungsunterlagen,

      • Prüfung der Bemessungsnachweise,

      • Prüfung auf Übereinstimmung der maschinentechnischen Einrichtung mit der Dokumentation (Konstruktions- und Fertigungsunterlagen),

      • Prüfung der Konstruktion und der Tragfähigkeit,

      • Prüfung der Sicherheitseinrichtungen,

      • Prüfung der elektrischen Ausrüstung und der Steuerung,

      • Prüfung der Benutzerinformationen,

    • Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme,

      • ordnungsgemäße Errichtung (Aufstellung und Montage),

      • Vollständigkeit der Ausrüstung und Benutzerinformation sowie

      • bestimmungsgemäße Funktionsabläufe (Betriebsbereitschaft) der maschinentechnischen Einrichtung.

  • Prüfungen im Rahmen der Benutzung:

    • Prüfungen bei Aufbau und Gebrauch,

    • Sicht- und Funktionsprüfung,

      • Prüfung auf äußere Schäden und Verschleiß sowie

      • Feststellung des betriebssicheren Zustandes und der Funktionsfähigkeit der Schutzeinrichtungen,

      • Berücksichtigung der besonderen Umgebungsverhältnisse und

      • den ordnungsgemäßen Aufbau,

    • Wiederkehrende Prüfung.

  • Außerordentliche Prüfung:

    • nach Unfällen und oder Störfällen,

    • nach längeren Zeiträumen der Nichtbenutzung,

    • bei wesentlichen Änderungen an der maschinentechnischen Einrichtung,

    • nach Schäden verursachenden Einflüssen,

    • nach Änderung, wesentlicher Veränderung oder Instandsetzung.

  • Zusammenfassende Bewertungen und Ergebnisse:

    • eindeutige Identifikation der Prüfbescheinigung,

    • Prüfergebnis, gegebenenfalls mit Hinweis auf Mängel,

    • Freigabe zur Inbetriebnahme bzw. zum Weiterbetrieb,

    • Prüffristen,

    • Unterschrift/Signatur des Prüfers.

    Anmerkung:

    Die Anzahl der Prüfbescheinigungen pro Teil- bzw. Gesamtanlage bleibt dem Prüfer überlassen.

Der Prüfbericht sollte mindestens folgende Angaben beinhalten:

  • Angabe von Art und Umfang der Prüfung, z. B.

    • Ordnungsprüfung (Prüfumfang und Dokumentation ergeben sich aus der Betriebssicherheitsverordnung und dem anzuwendenden technischen Regelwerk), oder

    • Technische Prüfung (Prüfkonzept bzw. Prüfvorschrift müssen festgelegt und dokumentiert sein, z. B. in Form von Verfahrens- oder Arbeitsanweisungen; die Prüfungen müssen dokumentiert werden und als Anlage mit dem Messergebnis und der Identifikation des Messgerätes enthalten sein),

  • bei Messungen bzw. Protokollen von anderen Personen/Institutionen sind Art und Umfang zu dokumentieren und deren eindeutige Zuordnung vorzunehmen,

  • festgestellte Mängel und Hinweise müssen bewertet und in die Prüfbescheinigung aufgenommen werden,

  • Angabe der eingesetzten Prüfmittel,

  • eindeutige Zuordnung zur Prüfbescheinigung,

  • Datum und Ort der Prüfung,

  • eindeutige Angabe des Prüfers mit Bewertung,

  • Unterschrift/Signatur des Prüfers.

Anmerkungen:

Auf den Prüfbericht kann bei einfachen überschaubaren maschinentechnischen Einrichtungen, bei denen Prüfungen ohne besonderen Dokumentationsaufwand durchgeführt werden, verzichtet werden. Der Prüfer stellt den Prüfbericht und die Prüfbescheinigung entsprechend der Vertragsabsprache dem Auftraggeber zur Verfügung.

Mindestangaben in gutachterlichen Äußerungen

Eine gutachterliche Äußerung muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  • gesetzliche Grundlagen, technisches Regelwerk,

  • Anlass der gutachterlichen Äußerung,

  • Stammdaten des Gutachters (Name, postalische Anschrift; Identifizierung als befähigte Person aufgrund besonderer Sachkunde),

  • Angaben zum Auftraggeber (Name, postalische Anschrift),

  • Standort der maschinentechnischen Einrichtung (Identifikation, betriebsinterne Bezeichnung und eventuelle Kennzeichnung),

  • Beschreibung der maschinentechnischen Einrichtung mit Benennung der wesentlichen Komponenten,

  • Erstelldatum des Gutachtens, Datum der Ortsbesichtigung und besichtigter Umfang der maschinentechnischen Einrichtung bzw. Einrichtung,

  • Prüfgrundlagen,

  • eingesehene Prüfunterlagen,

  • eindeutige Identifikation der gutachterlichen Äußerung,

  • Beurteilung der Komponenten bzw. der maschinentechnischen Einrichtung,

  • Beurteilungsergebnis, gegebenenfalls mit Auflagen und Vorschlägen,

  • Eindeutige Angabe des Gutachters,

  • Unterschrift/Signatur des Gutachters.