DGUV Grundsatz 304-002 - Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdien...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.2, 3.2 Personelle Voraussetzungen
Abschnitt 3.2
Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdienst (DGUV Grundsatz 304-002)
Titel: Aus- und Fortbildung für den betrieblichen Sanitätsdienst (DGUV Grundsatz 304-002)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 304-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.2 – 3.2 Personelle Voraussetzungen

3.2.1
Medizinischer und pädagogischer Hintergrund

Bei Antragsstellung ist nachzuweisen, dass die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften für den Betriebssanitätsdienst unter der Verantwortung einer hierfür geeigneten Pädagogin bzw. eines hierfür geeigneten Pädagogen steht.

Geeignet sind Pädagoginnen oder Pädagogen mit einem abgeschlossenen Studium, die besondere Erfahrung im Bereich der Konzipierung und Umsetzung von Bildungsgängen für die Erwachsenenbildung nachweisen können.

Antragstellende haben nachzuweisen, dass die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften für den Betriebssanitätsdienst unter der Verantwortung einer hierfür geeigneten Ärztin bzw. eines hierfür geeigneten Arztes steht.

Geeignet sind Ärztinnen oder Ärzte mit dem Fachkundenachweis Rettungsdienst oder der Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin oder vergleichbarer Qualifikation. Ferner müssen sie eingehende Kenntnisse über Empfehlungen für die Erste Hilfe des Deutschen Beirates für Erste Hilfe und Wiederbelebung bei der Bundesärztekammer besitzen.

Als Ärztinnen bzw. als Ärzte mit einer vergleichbaren Qualifikation sind Fachärzte für Anästhesiologie zu nennen.

Die Ärztin oder der Arzt ist für die medizinischen Inhalte der Ausbildung verantwortlich. Insbesondere hat sie oder er dort, wo Grundlagen für die Aus- und Fortbildung entwickelt, beraten und zur Umsetzung vorbereitet werden, einen direkten Bezug zum notfallmedizinischen Standard zu gewährleisten.

3.2.2
Lehrbeauftragte und weiteres Personal

Um eine reibungslose Durchführung der Lehrkräfteschulung zu gewährleisten, muss folgendes Personal in der Bildungseinrichtung vorgehalten werden:

  • Lehrpersonal: Lehrbeauftragte und gegebenenfalls weitere Fachreferentinnen bzw. Fachreferenten,

  • Verwaltungspersonal, das als Ansprechperson bei Anmeldung und organisatorischen Fragen im Lehrgangsverlauf zur Verfügung steht.

Qualifikation der Lehrbeauftragten:

Medizinisch-fachliche Qualifikation

Mindestens rettungsdienstliche Ausbildung im Umfang von mindestens 160 Unterrichtseinheiten inkl. dokumentierter und erfolgreich abgeschlossener Prüfung.

Pädagogische Qualifikation

Lehrkraft für die Aus- und Fortbildung von Betriebssanitätern gemäß Abschnitt 2.2.2 dieses DGUV Grundsatzes und pädagogische Schulung im Umfang von mindestens 120 Unterrichtseinheiten, die zur Durchführung komplexer Lehrgangsformen in Lerngruppen befähigen und die inhaltlich den besonderen Bedingungen der Aus- und Fortbildung von Betriebssanitätern gerecht werden. Diese pädagogische Qualifikation kann auch in modularen oder ergänzenden Schulungen erworben werden. Eine Konkretisierung der Lehrinhalte enthält zum Beispiel die Publikation des Fachbereiches Erste Hilfe "Anforderungen an die Qualifikation von Lehrbeauftragten mit Schwerpunkt Erste Hilfe/betrieblicher Sanitätsdienst", welche unter www.dguv.de/fb-erstehilfe zu finden ist.

Medizinisch-fachliche und pädagogische Fortbildung

Kontinuierliche medizinische wie pädagogische Fortbildung. Diese muss höherwertiger als eine "Fortbildung für Lehrkräfte Betriebssanitäter oder Betriebssanitäterinnen" bzw. eine sinnvolle Ergänzung der pädagogischen Kompetenz sein.

3.2.3
Erfahrung im Rettungsdienst und in der Durchführung von Betriebssanitäter-Schulungen

Die Bildungseinrichtung bzw. deren Träger muss:

  • selbst entsprechende Konzeptionen für die Aus- und Fortbildung von Betriebssanitätern einschließlich korrespondierender Unterrichtsmittel, z. B. Medien, durch pädagogisches und ärztliches Fachpersonal entwickeln und kontinuierlich fortschreiben bzw. nachweislich an deren Entwicklung/Fortschreibung beteiligt sein,

  • selbst oder durch ihr bzw. sein Lehrpersonal Aus- und Fortbildung für Betriebssanitäterinnen oder Betriebssanitäter durchführen,

  • in der Regel im öffentlichen oder betrieblichen Rettungsdienst tätig sein und mindestens seit drei Jahren Einsatzerfahrung nachweisen.

Die Erfahrung im öffentlichen oder betrieblichen Rettungsdienst ist auch gegeben, wenn einer der Lehrbeauftragten seit mindestens drei Jahren in diesem Bereich tätig ist und Einsatzerfahrung nachweisen kann.

3.2.4 Versicherungsschutz

Bei Antragsstellung ist nachzuweisen, dass eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen wurde, die eventuelle Personen- und Sachschäden, die im Zusammenhang mit der Aus- und Fortbildung stehen, abdeckt.

Eine Haftpflichtversicherung muss Ansprüche der Lehrgangsteilnehmenden abdecken, die diese auf Grund von Schäden geltend machen können, welche im Zusammenhang mit der Ausbildung entstanden sind.