DGUV Grundsatz 305-002 - Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr ...

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Abschnitt 16.2, 16.2 Prüfanordnung
Abschnitt 16.2
Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr (bisher: BGG/GUV-G 9102)
Titel: Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr (bisher: BGG/GUV-G 9102)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Grundsatz 305-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 16.2 – 16.2 Prüfanordnung

Die Prüfungen sind nach der Prüfanleitung des Herstellers oder nach den Abschnitten 16.2.1 bis 16.2.3.1 durchzuführen, sofern die Hersteller-Prüfanleitung nichts anderes bestimmt.

16.2.1 Sichtprüfung

Es sind zu prüfen:

  • Verbindung Fahrgestell zum Leitersatz,

  • Leitersatz (Untergurte, Holme, Streben, Obergurte, Führungen usw. ferner Sprossen einschließlich Belag), Schweißnähte,

  • vordere Auflage,

  • Seile, Zahnräder, Federringe, Splinte, Schrauben, Muttern, Bolzen einschließlich sonstiger Sicherungen,

  • Lesbarkeit von Bedienungshinweisen,

  • Federverriegelung,

  • Abstützung,

  • Zubehör auf Vollständigkeit.

16.2.2 Funktionsprüfung

Es sind zu prüfen:

  • Wirksamkeit der selbsttätigen Sicherung gegen unbeabsichtigtes Ausfahren der Leiterteile in Fahrstellung,

  • Bewegungen der Abstützeinrichtungen,

  • elektrisch leitende Verbindung zwischen Leitersatz und Standfläche (Unterlegklötze mit Eisenbändern),

  • Federabstelleinrichtung einschließlich Anzeige,

  • Bewegungen von Aufrichten, Neigen, Ausfahren, Einfahren, Drehen links und rechts,

  • Geländeausgleich links und rechts,

  • Wirksamkeit der zwangsläufigen Sprossenüberdeckung (soweit vorhanden) bzw. der Anzeige für die Sprossenüberdeckung,

  • Funktionsfähigkeit der Fallhaken oder anderer Sperrwerke,

  • Wirksamkeit der selbsttätigen Endbegrenzungen für "Aufrichten", "Neigen", "Ausfahren" und "Einfahren",

  • Wirksamkeit der Antriebssperren bei unbeabsichtigten Bewegungen (Aufrichten und Neigen, Ausfahren und Einfahren, Drehen links und rechts, Geländeausgleich links und rechts),

  • Wirksamkeit der Geländeausgleichseinrichtungen, die das Einrichten des Leitersatzes in der Sprossenebene gegenüber dem Aufrichtrahmen bis zu 6 (entspricht bis zu 10%) ermöglicht,

  • Betriebsfähigkeit der stromabhängigen Sicherheitseinrichtungen, die durch Abziehen des Schaltschlüssels nicht außer Betrieb gesetzt werden dürfen,

  • Wirksamkeit und Wahrnehmbarkeit der Betriebsüberwachungseinrichtungen,

  • Wirksamkeit der Lastmomentwarneinrichtung (soweit vorhanden),

  • akustisches Signal für beendeten Leiterauszug,

  • Anzeige der Leiterlänge oder Markierung auf dem Leitersatz,

  • Anzeige des Längs- und Querneigungswinkels,

  • Gradmesser-Anzeige für positive Aufrichtwinkel ≥ 10 und Seitenneigung mit Skalen für zulässige

    Leiterlängean der Freistandsgrenze
    Ausladung
    Rettungshöhe
    Belastung
  • Benutzungsfeldschild mit Angaben für zulässige

    Leiterlängean der Benutzungsgrenze
    Ausladung
    Rettungshöhe

16.2.3 Belastungsprüfung

Belastungsprüfung nur durchführen, wenn bei Sicht- und Funktionsprüfung keine Mängel festgestellt worden sind, welche die Durchführung der Belastungsprüfung verbieten.
Die Belastungsprüfung ist als statische Prüfung zum Teil mit Funktionsprüfung durchzuführen.
Prüfungen möglichst bei Windstille und aufsss festem, ebenem Untergrund vornehmen.
Bei jeder Prüfung sollte möglichst die gleiche Standfläche benutzt werden. Eine vergleichende Beurteilung der Drehleiter über einen längeren Zeitraum wird so begünstigt.

16.2.3.1 Statische Prüfung

Die Belastung kann entweder mit Mehrzweckzug oder mit Gewichten aufgebracht werden. Abstützungen ausfahren; Federabstelleinrichtung einrücken. (Beachten, dass die Abstützungen Bodenpressung haben.)

In Mitte der letzten Leitersprosse Stahlseil und Bandmaß befestigen.

Leitersatz in Fahrzeuglängsrichtung auf 16 m Nenn-Rettungshöhe und 4 m Nenn-Ausladung (Freistandsgrenze) aufrichten und ausfahren.

Leitersatz kurzzeitig mit 150% der jeweiligen Nennlast vorbelasten.

Rettungshöhe (Messwert 1) und Ausladung messen; Daten im Prüfnachweis eintragen.

Leitersatz mit 150% der jeweiligen Nennlast lotrecht belasten (bei Belastung durch Mehrzweckzug, Prüflast durch Nachziehen konstant halten).

Nach ca. 10 Minuten Belastungsdauer Rettungshöhe des noch belasteten Leitersatzes messen; Daten im Prüfnachweis eintragen.

Leitersatz entlasten; nochmals Rettungshöhe (Messwert 2) messen; Daten im Prüfnachweis eintragen.