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Investieren in sichere Arbeitsplätze lohnt sich

Arbeitssicherheitsjournal 2011, 5

Thema: Investieren in sichere Arbeitsplätze lohnt sich
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: [keine Angabe]
Rubrik: arbeitssicherheit.profil
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2011, 5 (Heft 1)

Investieren in sichere Arbeitsplätze lohnt sich

Investieren in sichere Arbeitsplätze lohnt sich - Arbeitssicherheitsjournal 2011 Heft 1 - 5

Subventionen, Steuererleichterungen oder niedrigere Versicherungsprämien – die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz sucht nach den wirkungsvollsten Instrumenten, um durch finanzielle Anreize die Bereitschaft zu Investitionen in sicherere Arbeitsplätze zu fördern.

Aus der Vergangenheit liegen bereits Erfahrungsberichte mit sogenannten Bonus-Malus-Systemen für Versicherungsbeiträge vor. Auf der Grundlage von individuellen Unfallquoten in Unternehmen sinken oder steigen die Beiträge. Studien dazu ergaben laut EU-OSHA „einige bescheidene Anhaltspunkte“ dafür, dass sich dadurch die Zahl der Versicherungsansprüche verringert. Dies gilt sowohl für Länder, in denen Unfallversicherungen im Wettbewerb stehen (wie Belgien, Finnland, Niederlande) als auch für solche mit einem Monopol der gesetzlichen Unfallversicherung (wie Deutschland, Frankreich, Italien).

Als Erfolgsfaktoren für wirtschaftliche Anreize für mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen kristallisierten sich u.a. folgende Faktoren heraus:

  1. Anreizsysteme dürfen nicht nur gute Ergebnisse aus der Vergangenheit belohnen, sondern müssen auch Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Unfälle berücksichtigen.

  2. Das Programm soll klare Bewilligungskriterien vorgeben und keinen hohen Verwaltungsaufwand verursachen.

  3. In geschlossenen Systemen, d.h. bei einer großen Anzahl von Unternehmen, sind Versicherungs- und steuerliche Anreize mit genau definierten Kriterien vorzuziehen.

  4. In offenen Systemen, also bei innovativen Lösungen für spezielle Bereiche, sind Subventionssysteme (projektbezogene Fördergelder) besonders effektiv.

Anhand von Fallstudien zeigt die EU-OSHA auf, dass sich in einigen Fällen wirtschaftliche Anreize bereits bewährt haben. So verzeichnete das deutsche Fleischerhandwerk seit der Einführung unfallbezogener Versicherungsbeiträge 2001 einen Rückgang der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um über 25 %. Im finnischen Agrarsektor sank die Unfallquote um über 10 %. Und polnische Unternehmen, die ein kapitalgedecktes Arbeitssicherheitsmanagementsystem (ASM-System) einführten, verzeichneten gar 70 % weniger Unfälle und niedrigere Versicherungsprämien.

Das jüngste Beispiel für ein Anreizsystem in Deutschland kommt aus dem Baubereich: Die Selbstverwaltung der BG Bau hat beschlossen, ausgewählte Arbeitsschutzmaßnahmen zu fördern. Das Nachrüsten von Baumaschinen mit Kamera-Monitor-Systemen sowie Montageschutzgeländer für Arbeits- und Schutzgerüste werden künftig bezuschusst. Zudem können Betriebe, die sich erfolgreich wieder begutachten lassen, Geldprämien beantragen. (ms)

http://osha.europa.eu