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Chemie

Arbeitssicherheitsjournal 2010, 16

Thema: Chemie
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: [keine Angabe]
Rubrik: arbeitssicherheit.branche
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2010, 16 (Heft 8)

Chemie

Chemie - Arbeitssicherheitsjournal 2010 Heft 8 - 16

Meldungen nach CLP nun auch online möglich

Wie die BAuA im August mitteilte, können Unternehmen ihrer Meldepflicht gemäß CLP-Verordnung nun auch über ein Online-Formular nachkommen. Der Link zur Online-Meldung von Stoffen in das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) findet sich auf den Seiten der nationalen Auskunftsstelle www.reach-clp-helpdesk.de.

Die Meldepflicht läuft ab dem 1. Dezember 2010, kann aber auch bereits vorzeitig erfolgen. Alle Stoffe, die am 1. Dezember in Verkehr gebracht werden, müssen bis zum 3. Januar 2011 gemeldet worden sein. Dies ist auf unterschiedlichen Wegen möglich:

  1. Meldung per IUCLID-5-Software: empfohlen, wenn für einen Stoff mehrere Zusammensetzungen mit unterschiedlichen Einstufungen und Kennzeichnungen vorliegen

  2. Meldung per XML-Sammeldatei: erlaubt es, die Daten für eine große Zahl von definierten Stoffen in einer einzigen Datei einzureichen

  3. Meldung per Online-Formular: eher günstig bei nur wenigen Stoffen

Die BAuA weist außerdem auf die FAQ-Liste im REACH-CLP Helpdesk hin, in der die am häufigsten gestellten Fragen zu REACH und CLP beantwortet werden.

Handlungsanleitung zur guten Praxis im Kunststoffrecycling

Kunststoffe sind eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Ihre Produktion wächst kontinuierlich seit den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Doch die in aller Regel durch natürliche Prozesse nicht abbaubaren Abfälle werden weltweit zum Problem. Hierzulande werden laut dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) inzwischen rund 82 % der anfallenden Kunststoffabfälle wiederverwertet. Davon wird gut die Hälfte werkstofflich verwertet, d.h., mechanisch aufbereitet und zu neuen Produkten weiterverarbeitet. Für dieses Trennen, Aussortieren und Verwerten von Kunststoffen aus Abfallströmen hat sich in Deutschland flächendeckend eine Dienstleistungsindustrie entwickelt.

Für die gute Arbeitspraxis in kunststoffverwertenden Betrieben haben das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) und die BAuA gemeinsam mit den Messstellen der Länder Baden-Württemberg und Hessen sowie dem bvse eine Handlungsanleitung erstellt. Sie bietet auf 33 Seiten eine branchenspezifische Hilfestellung für die Gefährdungsbeurteilung, die Auswahl von Schutzmaßnahmen und die Prüfung von deren Wirksamkeit.

Die Handlungsanleitung gilt für Betriebe, die gewerbliche Kunststoff-Abfälle oder Abfälle nach der Verpackungsverordnung bzw. der Sammlung über duale Systeme verwerten. Betroffen sind Arbeitsplätze mit einer Vielzahl von Verfahrensschritten wie Zerkleinern, Waschen, Trocknen, Trennen, Mischen, Granulieren, Umschmelzen, Extrudieren, Verpressen usw. Auch Reinigungs- und Wartungsaufgaben werden erfasst. Die Haupt-Gefahrenquellen in der Branche sind Stäube, organische Gase und Dämpfe sowie Metalle (Cadmium, Blei). Dazu kommen biologische Gefährdungen, etwa wenn im Müll aus dem gelben Sack auf Lebensmittelresten Bakterien und Pilze wuchern.

Die Handlungsanleitung stellt Expositionsmessungen vor und kann nach Prüfung der Anwendbarkeit auf den eigenen Betrieb ggf. als standardisiertes Arbeitsverfahren übernommen werden. Sicherheitsverantwortliche im Unternehmen können bei Befolgen davon ausgehen, die gesetzlichen Vorschriften (z.B. Einhaltung des Allgemeinen Staubgrenzwerts) zu erfüllen. Informationen zu Brand- und Explosionsschutz fehlen ebenso wenig wie Hinweise zu Haut- und Handschutz. Das Dokument ist jedoch nur für Arbeitsplätze in der sogenannten werkstofflichen Verwertung vorgesehen, nicht für die energetische (Verbrennung in Kraftwerken) oder die rohstoffliche Verwertung (durch thermische Zersetzung oder Lösemittel).

BG RCI: Merkblatt Sauerstoff neu aufgelegt

Der Arbeitskreis Sauerstoff der BG Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat das Merkblatt „Sauerstoff“ (BGI 617) komplett überarbeitet und neu aufgelegt. Insbesondere wurden in der aktuellen Ausgabe die Anforderungen der Druckgeräterichtlinie (97/23/EG) eingearbeitet. Daneben informiert das Dokument über die physikalischen und chemischen Eigenschaften, Schutzmaßnahmen und Erste Hilfe. Zwei Anlagen geben Empfehlungen zum Betreiben und zur Beschaffenheit von Sauerstoffanlagen. Neu ist auch eine Broschüre „Umgang mit Sauerstoff“, welche vor allem der Unterweisung und Information der Beschäftigten dienen soll.

Ebenfalls zum Thema Sauerstoff gibt es neu auf den Webseiten des Verbands Deutscher Revisionsingenieure (VDRI) die Unterlagen eines Vortrags von Dr. Kurt Schubert. Die Präsentation über Gefahren beim Umgang mit Sauerstoff und seinen Verbindungen bietet eine umfassende Übersicht zu Sauerstoff und seiner Bedeutung in der Arbeitssicherheit.

Links zu den Meldungen im Bereich „Chemie“ finden Sie unter www.arbeitssicherheit.de, Webcode 10280