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Forschungsprojekt für die zivile Sicherheit

Schaake, Arbeitssicherheitsjournal 2010, 4

Thema: Forschungsprojekt für die zivile Sicherheit
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: Monika Schaake
Rubrik: arbeitssicherheit.profil
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2010, 4 (Heft 8)

Forschungsprojekt für die zivile Sicherheit

Monika Schaake
Schaake: Forschungsprojekt für die zivile Sicherheit - Arbeitssicherheitsjournal 2010 Heft 8 - 4

Millionen Menschen benutzen regelmäßig U-Bahnen. Die große Zahl von Personen auf beschränktem Raum besonders zur Hauptverkehrszeit macht U-Bahn-Systeme zu einem Ziel für terroristische Angriffe. Die Bilder von den Anschlägen auf Züge 2004 in Madrid sind nicht vergessen. Dem soll das Projekt Orgamir entgegenwirken.

Cartoon: Götz Wiedenroth

Szenarien wie Terroranschläge stehen jedoch nicht ausschließlich im Zentrum des Interesses von Orgamir (Organisationsübergreifende Gefahrenabwehr zum Schutz von Menschen und kritischen Infrastrukturen durch optimierte Prävention und Reaktion). Vielmehr beschäftigen sich die Projektwissenschaftler auch allgemein mit der Ausbreitung von Bränden in U-Bahn-Schächten, die durch Unfälle, Kurzschlüsse etc. hervorgerufen werden können. Giftige Gase, die bei diesen Bränden entstehen, breiten sich in Tunnelsystemen rasend schnell aus. Dabei spielen u.a. Kamineffekte an den Schächten eine entscheidende Rolle. Es ist also wichtig, möglichst schnell voraussehen zu können, in welche Richtung Gaswolken ziehen.

Fluchtwege per Handy

Ziele von Orgamir sind unter anderem die Visualisierung des Ausbreitungsverhaltens von Gefahrstoffen in U-Bahn-Systemen und Bahnhöfen. Erforscht werden dabei auch klimatologische Zusammenhänge in Tunnelsystemen. Aus der Kenntnis des Ausbreitungsverhaltens sollen zielgerichtet Anweisungen und Hinweise für Fahrgäste, Rettungskräfte und U-Bahn-Betreiber abgeleitet werden. Darüber hinaus soll die Sammlung von Datenmaterial aus unterschiedlichen Quellen als Grundlage für Krisenmanagementsysteme genutzt werden.

Das Projekt ist Teil des Programms „Forschung für die zivile Sicherheit“ und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Orgamir-Sprecher Marco Plaß vom Institut für Mechatronik und Konstruktionstechnik der Universität Paderborn sprach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk auch ganz konkrete Forschungsziele an: „Das Fernziel, das wir noch anstreben, ist, dass mobile Endgeräte per Richtungssensor direkt den optimalen Fluchtweg als Pfeil anzeigen.“