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Bauwirtschaft

Kring, Arbeitssicherheitsjournal 2010, 16

Thema: Bauwirtschaft
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: Dr. Friedhelm Kring
Rubrik: arbeitssicherheit.branche
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2010, 16 (Heft 6)

Bauwirtschaft

Dr. Friedhelm Kring
Kring: Bauwirtschaft - Arbeitssicherheitsjournal 2010 Heft 6 - 16

Neues Arbeitsschutz-Portal für Gerüstbauer

Auf der Bundestagung Gerüstbau im Mai wurde ein neues Infoportal für das Gerüstbauer-Handwerk gestartet. Entwickelt von der Bundesinnung Gerüstbau unter Beteiligung von Unternehmen aus der Branche, ist das Portal zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Gerüstbauhandwerk. Unternehmen finden hier u.a. die Fachregeln für den Gerüstbau, verschiedene Formulare des InnungsSicherungs-Systems (ISS), Handlungshilfen sowie Unterweisungs- und Schulungsnachweise. Der Nutzer kann eigene Dateien, etwa Betreuungsnachweise oder Baustellendokumente, hochladen und online archivieren. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen damit bei der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung der Beschäftigten unterstützt werden.

Gefährliche Emissionen in Bauprodukten vermeiden

Wissenschaftler haben im Auftrag des Umweltbundesamtes die Emissionen von einigen Dutzend Bauprodukten gemessen. Denn der Geruch von Spachtelmassen oder Klebern für Bodenbeläge ist nicht nur lästig für die Nase. Ausdünstende flüchtige organische Verbindungen (VOC) können auch zu einer gesundheitsgefährdenden Belastung der Luft in Innenräumen beitragen. Kopfschmerzen und Übelkeit sind die Folge.

Was bisher fehlte, war ein einheitliches Verfahren zur sensorischen Prüfung und Bewertung der Geruchsemissionen. Ein solches Verfahren haben die Forscher im Projekt „Sensorische Bewertung von Bauprodukten“ nun entwickelt und auf einer Fachtagung präsentiert. Die Vortragsfolien dazu sind online frei verfügbar. Die Messverfahren im Zusammenhang mit Umwelt- und Gesundheitsanforderungen an Bauprodukte sind relevant für die Eigenüberwachung der Hersteller, für die Zulassung von Bauprodukten und den Blauen Engel.

Für Hersteller von Bauprodukten besonders nützlich ist eine neue europäische Datenbank für die nationalen Mindeststandards von Emissionen. Denn derzeit liegen zwar für einige Innenraumschadstoffe Richtwerte vor, die als Orientierung zur Beurteilung der Luftqualität dienen. Gesetzlich verankerte und europaweit gültige Standards gibt es jedoch nicht, weder für die Emissionen aus Bauprodukten in die Innenraumluft noch für die Auswaschung in Boden und Gewässer. Daher müssen Bauprodukte mit CE-Kennzeichnung, die in Europa vertrieben werden, sämtliche jeweiligen nationalen Bestimmungen erfüllen. Die neue Datenbank „Legislation on substances in construction products“ auf den Seiten der Europäischen Kommission bietet Herstellern nun eine gute Übersicht der nationalen Standards.

BG BAU: Neue Gefährdungsbeurteilungen für Dienstleister

Neue und komplett überarbeitete Gefährdungsbeurteilungen für verschiedene Berufsgruppen bietet die BG Bau. Die neue CD „Dienstleistungsunternehmen“ enthält alle notwendigen Arbeitsschutzformulare, Arbeitshilfen, Betriebsanweisungen sowie VOB- und VOL-Musterbriefe. Sämtliche Vorschriften liegen im Volltext vor. Für jede Branche gibt es eigene Formulare, die sich an den typischen Tätigkeiten orientieren. Fachbegriffe werden mit Bildern oder Texten erklärt. Sicherheitsverantwortliche aus Betrieben unterschiedlicher Gewerke wie Gebäudereiniger, Gebäudemanager, Schornsteinfeger, Messebauer, Industriekletterer oder Bootsbauer finden somit umfassende Unterstützung bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz.

Neues RAL-Gütezeichen für die Montage von Fenstern und Türen

Seit Ende Mai können Montagebetriebe für Fenster, Haustüren, Fassaden und Wintergärten ein RAL-Gütezeichen beantragen. Das Zeichen der RAL Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren steht für eine Gütesicherung von Produkten und Dienstleistungen. Architekten, Bauherren und Verbraucher erhalten damit eine Orientierung, dass die Produkte hochwertig und alle verwendeten Komponenten wie Profile, Glas und Beschläge sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. Dabei wird auch die Qualität der Montage überwacht und z.B. geprüft, ob Anschlüsse, Dichtungen und Montageelemente dem Stand der Technik entsprechen.

Das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung ist eine unabhängige Dachorganisation von über 130 Gütegemeinschaften mit mehr als 9.000 Herstellern und Dienstleistern. Die vom Institut vergebenen Gütezeichen umfassen eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen von Anti-Graffiti bis Zink-Druckguss. Sie sind besonders dort von Bedeutung, wo man auch ohne Vorschriften, Normen und Richtlinien die Qualität von Produkten und Dienstleistungen sicherstellen will.

Sicherer Umgang mit Glaswolle und Steinwolle

Die Krebsgefahr durch Mineralwolle-Dämmstoffe hat zu verschärften Regelungen geführt, so dass man heute von zwei Typen von Produkten spricht:

  1. „alten“ Mineralwolle-Dämmstoffen, die nicht die Kriterien des Anhangs IV Nr. 22 Abs. 2 der Gefahrstoffverordnung erfüllen und deren Fasern als krebserzeugend gelten,

  2. „neuen“ Mineralwolle-Dämmstoffen, welche die genannten Kriterien erfüllen, als nicht krebserzeugend gelten und ein RAL-Gütezeichen tragen können.

Die BG Bau hat zum sicheren Umgang sowohl mit den „alten“ wie den „neuen“ Mineralwolle-Dämmstoffen eine Handlungsanleitung veröffentlicht. Die gemeinsam mit Industrieverbänden erarbeitete Broschüre gibt nützliche Hinweise, von möglichen gesundheitlichen Auswirkungen bei der Verarbeitung bis zur Abfallentsorgung.

Links zu den Meldungen im Bereich „Bauwirtschaft“ finden Sie unter

www.arbeitssicherheit.de, Webcode 17917