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Buchtipp:Psychologische Sicherheitsforschung

Arbeitssicherheitsjournal 2010, 24

Thema: Buchtipp:Psychologische Sicherheitsforschung
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: [keine Angabe]
Rubrik: arbeitssicherheit.media
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2010, 24 (Heft 3)

Buchtipp:Psychologische Sicherheitsforschung

Buchtipp:Psychologische Sicherheitsforschung - Arbeitssicherheitsjournal 2010 Heft 3 - 24

In der Literatur rund um Arbeitssicherheit geht es meist entweder um Verordnungen und Regeln oder die Autoren beschäftigen sich mit sehr konkreten technischen Fragen, etwa um Maschinensicherheit oder persönliche Schutzausrüstung. Ganz anders in diesem Fall: Das Buch „Arbeitssicherheit in Organisationen“ stellt die Ergebnisse eines groß angelegten arbeitspsychologischen Forschungsprojekts vor. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie österreichische Unternehmen aus der Holz- und Metallverarbeitung mit dem Thema Sicherheit umgehen. Auftraggeber war die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) mit Sitz in Wien. Das Buch beginnt mit einer allgemeinen Darstellung zur Arbeitssicherheit, an die sich theoretische Vorbemerkungen über Arbeits- und Sicherheitsmodelle anschließen. Wirklich interessant wird es aber, wenn in Fallbeispielen die Arbeitssicherheit in ganz unterschiedlichen Unternehmen dargestellt wird. Wie entwickelt sich die Sicherheitskultur in einem Familienbetrieb (Möbeltischlerei) in der dritten Generation? Welche Besonderheiten gelten in einer mittelständischen Bau- und Kunstschlosserei mit ca. 200 Mitarbeitern? Arbeitssicherheit in Unternehmen wird anschließend aus zwei Perspektiven beschrieben: aus Sicht der Mitarbeiter und der Sicherheitsfachkräfte. In den Schlussfolgerungen und Empfehlungen am Ende des Buches gehen die Autoren nicht nur auf wünschenswerte Strukturen in Unternehmen ein. Vielmehr geben sie Sicherheitsfachkräften auch Tipps zur aktiven Gestaltung ihrer Rolle im Unternehmen.

Das Taschenbuch mit ca. 200 Seiten fordert dem Leser, der nicht aus der (Arbeits-)Psychologie kommt, einiges ab. Insbesondere die detaillierte Beschreibung des Studienablaufs und der Auswertung richtet sich eher an Insider. Dennoch lohnt sich der Blick über den Tellerrand auch für Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die z.B. aus dem ingenieurwissenschaftlichen Bereich kommen. Von den Fallbeispielen und den daraus abgeleiteten Erkenntnissen bzw. Tipps können sie in ihrem Umfeld profitieren und so dazu beitragen, dass sich langfristig eine stabile Sicherheitskultur entwickelt, die fest in der Unternehmensphilosophie verankert ist. (ms)