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Zahlen und Trends zur Arbeitssicherheit

Rosarius, Arbeitssicherheitsjournal 2010, 5

Thema: Zahlen und Trends zur Arbeitssicherheit
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: Hans T. Rosarius
Rubrik: arbeitssicherheit.profil
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2010, 5 (Heft 2)

Zahlen und Trends zur Arbeitssicherheit

Hans T. Rosarius
Rosarius: Zahlen und Trends zur Arbeitssicherheit - Arbeitssicherheitsjournal 2010 Heft 2 - 5

In Deutschland verunglücken immer weniger Arbeitnehmer tödlich auf dem Weg zur Arbeit und während der Arbeitszeit. Zu diesem Ergebnis kommt der Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitsgeschehen im Jahr 2008 zur Unterrichtung des Deutschen Bundestages und des Bundesrates. In dem 172 Seiten umfassenden Bericht sind die Daten über Arbeitsunfälle, Wegeunfälle und Berufskrankheiten ausgewertet. Gleichzeitig sind die Daten der Unfallversicherungsträger, der Gewerbeaufsicht zu Personalstand und Besichtigungstätigkeiten, der Krankenkassen und des Statistischen Bundesamtes dargestellt. Daneben enthält der Bericht Ergebnisse aus der 5. Erwerbstätigenbefragung 2005/2006 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zum Belastungs- und Krankheitsgeschehen der berufstätigen Bevölkerung. Die Ergebnisse im Überblick:

1. Weniger Tote trotz steigender Zahl an Arbeitsunfällen

Danach sank 2008 die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle gegenüber 2007 um 47 auf 765. Rückläufig sind auch die tödlichen Wegeunfälle. So kamen 478 Arbeitnehmer ums Leben, während im Vorjahr noch 521 Tote zu verzeichnen waren. Zugleich ereigneten sich 1,064 Mio. meldepflichtige Arbeitsunfälle, 8.118 mehr als noch 2007. Die Ursache dafür läge vor allem in dem Anstieg der Erwerbstätigenzahlen, heißt es in dem Bericht. In den vergangenen Jahren sank den Angaben zufolge parallel zu dieser Entwicklung die Quote für Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter. Im Jahr 2008 sei diese Unfallquote erstmals wieder gestiegen, und zwar von 28,1 (2007) auf 28,3.

2. Arbeitsausfälle kosten die Volkswirtschaft fast 80 Mio. €

Nach Schätzungen der BAuA fielen 2008 insgesamt etwa 1,3 Mio. Erwerbsjahre durch Arbeitsunfähigkeit aus. Dies verursachte nach Schätzungen anhand von Lohnkosten einen Produktionsausfall von etwa 43 Mrd. €. Durch ausfallende Arbeitsproduktivität verlor die deutsche Volkswirtschaft etwa 78 Mrd. € an Bruttowertschöpfung.

3. Mehr Krankschreibungen als in der Vergangenheit

Während die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit in 2008 mit 11,7 Tagen fast konstant blieb, nahm die Anzahl der Fälle mit 110 Fällen je 100 Versicherte deutlich zu. Etwa jeder vierte Fehltag (24,6 %) wurde durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. Unfälle und Verletzungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems folgen mit 13,6 % und 13,4 % auf Rang zwei und drei der Statistik. Der Anteil der Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen lag wie im Vorjahr bei neun Prozent.

4. Asbest Todesursache Nr. 1 bei Berufskrankheiten

Dem langjährigen Trend folgend, reduzierten sich nach Angaben der Bundesregierung bei den Berufskrankheiten auch im Berichtszeitraum die Anerkennungen um 2,8 %. Nach deutlich sinkenden Zahlen im Vorjahr habe es 2008 wieder 4,2 % mehr Verrentungen und 3,5 % mehr Todesfälle infolge einer Berufskrankheit gegeben. Lange nach dem Asbestverbot fordert das gefährliche faserförmige Mineral seine Opfer. Fast zwei Drittel (61 %) der 2.430 Menschen, die in 2008 als Folge einer Berufskrankheit verstarben, litten an Berufskrankheiten, die von Asbest verursacht wurden.

5. Psychische Erkrankungen führen am häufigsten zur Frühverrentung

Auch im Berichtszeitraum setzt sich der Anstieg der Rentenzugänge aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit mit 0,8 % fort. Hier überlagerte der starke Anstieg von 3,8 % bei den Frauen den Rückgang von 1,7 % bei den Männern. Während alle anderen Diagnosegruppen insgesamt rückläufig sind, steigen psychische Erkrankungen weiter an (6,5 %). Mittlerweile geht mehr als jeder dritte Arbeitnehmer (35,6 %) wegen dieser Diagnose in Frühverrentung.

Zusatzinformationen und Downloads zu den Meldungen auf dieser Seite unter www.arbeitssicherheit.de, Webcode 12820