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Best Practise: Hochtief-Aktionstag Arbeitssicherheit und Ges...

Polanz, Arbeitssicherheitsjournal 2009, 5

Thema: Best Practise: Hochtief-Aktionstag Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Zeitschrift: arbeitssicherheits.journal
Autor: Dr. Oliver Polanz
Rubrik: arbeitssicherheit.profil
Referenz: Arbeitssicherheitsjournal 2009, 5 (Heft 3)

Best Practise: Hochtief-Aktionstag Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Dr. Oliver Polanz, Leiter AGUS Center Hochtief Aktiengesellschaft

Um die Zahl der Unglücke weiter zu reduzieren, sollten sich Führungskräfte und Mitarbeiter stärker mit dem Thema Arbeitsschutz beschäftigen. Die Hochtief Aktiengesellschaft, Essen, führt deshalb einmal pro Jahr einen „Tag der Arbeitssicherheit“ mit allen Mitarbeitern durch. Die diesjährige Aktion stand unter dem Motto: „Gefährdung erkannt – Gefährdung gebannt“.

Unterstützung aus der Konzernspitze: Henner Mahlstedt, Vorstandsvorsitzender von Hochtief Construction (3.v.l.) mit Mitarbeitern.

Foto: Hochtief AG

Hochtief betrachtet das Verhüten von Unfällen nicht als eine Vorschrift des Gesetzgebers, sondern als Gebot menschlicher Verpflichtung und wirtschaftlicher Vernunft. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist deshalb fest in den gesamten Projektprozess integriert. Gefährdungen können so frühzeitig erkannt, beurteilt und minimiert werden. Erfreuliches Ergebnis dieser Politik: Die Unfallkennziffer „Tausendmannquote“ sinkt von Jahr zu Jahr.

Ins Leben gerufen wurde die Initiative vom Vorstand und vom AGUS Center, dem Kompetenzcenter für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz. Nicht nur Hochtief-Mitarbeiter, sondern auch die Beschäftigten von Partnerunternehmen diskutieren an diesem Tag Möglichkeiten, wie Unfälle künftig vermieden und das Arbeitsumfeld verbessert werden kann. Denn auch für sie gelten die konzernüblichen Sicherheitsstandards.

Inhaltliche Schwerpunkte bildeten in diesem Jahr die Themen Absturz, Arbeiten auf Leitern, Vermeidung von Unfällen durch rücksetzende Fahrzeuge und Ergonomie. Das AGUS Center bereitete Materialien vor, entwickelte sichere Arbeitsabläufe und stellte die Ergebnisse am Aktionstag flächendeckend vor.

Ideen, Verbesserungsvorschläge und Denkanstöße, die aus den Diskussionsrunden resultierten, wurden an das AGUS Center weitergegeben. Das Kompetenzzentrum wertete die Vorschläge aus, bündelte die Ideen und leitete diese an Vorstand und Betriebsrat weiter. Gemeinsam wurden dann Umsetzungsmöglichkeiten entwickelt, damit die gesamte Belegschaft von den Verbesserungen profitiert.

Zahlreiche Vorschläge wurden bereits in die Tat umgesetzt:

  1. Für Büroarbeitsplätze wurden Leitern bestellt, damit Akten aus Hochschränken ohne Risiko herausgenommen werden können.

  2. Auf Baustellen und Arbeitsplätzen von Hochtief Facility Management wurden Feldversuche mit Plattformleitern durchgeführt. In vielen Fällen hat sich ihr Einsatz bereits etabliert.

  3. An Tiefgaragenausfahrten wurden Spiegel angebracht.

  4. Der Oberboden in der Empfangshalle einer Niederlassung wurde abgestumpft, um Rutschgefahren zu minimieren.

  5. Hausinterne Seminare zur Arbeitssicherheit und zur Stressbewältigung werden regelmäßig angeboten.

  6. Trageversuche zur Persönlichen Schutzausrüstung wurden durchgeführt (Helme, Schuhe, Schutzbrillen, Gehörschutz, UV-Schutz und Warnkleidung). Das Angebot an Schutzkleidung für die Mitarbeiter wurde inzwischen deutlich erweitert.

  7. Mit einem Fitnesscenter wurde ein Kooperationsvertrag für Mitarbeiter geschlossen.

  8. Kalender mit Plakatmotiven und Unterweisungsformularen auf der Rückseite hängen in vielen Büros und Baucontainern.

Führungskräfte unterstreichen die Relevanz des Themas. In diesem Jahr wurde zusätzlich zu den Gruppendiskussionen ein Internet-Chat mit der Geschäftsführung von Hochtief Facility Management eingerichtet. Der Erfolg der Aktion hat sich mittlerweile herumgesprochen: Immer mehr Tochterunternehmen im Ausland führen ähnliche Informationstage durch.